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Sexuelle befreiung der frau ?

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Hab mich aus gegebenem anlass gefragt ob die sexuelle befreiung der frau eine leistung der 68er ,antibabypille, oder HIV_prävenzionskampanie der Rita Süßmud ist ????

Die 68er hatten ja den slogan :"wer zwei mal mit der selben pent gehört schon zum etaplement"! ist ja ne absolute macho ausage ,und auch der langhans mit seiner kumune 1 ist wohl eher ein überforderter pascha als sexuell liberal !

Die Antibabypille hat zwar das risiko der ungewolten schwangerschaft gemindert aber gleichzeitig das benutzen von condomen als lästig und lustfeindlich abgestempelt !

Erst die Campanie wo eine mega konservative wie Rita Süßmud ,die Persönlich den slogan :"condome schützen " ausgesprach ; hat beider breiten befölkerung ein bewustsein und einen alltäglichen umgang mit condomen durchgesetzt !
Heute würde wohl keine mutter mehr ihre pupertierenden kinder zur rede stellen wo sie sowas her haben , kein mädchen oder frau wirt mehr als leicht zu haben angesehen nur weil sie auch ein condom dabei hat , aber es kann sich auch kein mann mehr rausreden "du nimmst doch eh die pille "oder ähnliches !

Nun meine frage was hat nun die sexuelle befreiung oder besser gesagt die sexuelle gleichberechtigung mehr geprägt und verwirklicht ?
68er,pilli,condom campanie
Wie seht ihr das ?


dejay
Geschrieben

Es wird alles 3 mit reinspielen.

Die wirkliche Befreiung ist aber wohl damit begründet, das die meisten Frauen nicht mehr wirtschaftlich abhängig von Männern sind.


Ballou1957
Geschrieben

Wenn man die 68er auf Langhans, Teufel, Cohn-Bendit und Co reduziert landet man genauso im Aus, wie bei einer Reduzierung der Frauenbewegung auf Schwarzer. Die Aufbruchstimmung der 68er Generation in Verbindung mit der Pille und dem Kampf gegen den §218 waren schon die entscheidenden Marksteine für eine grundsätzliche gesellschaftliche Veränderung im Verhältnis zur Sexualität.
Also Post-68er hab ich das Stadt-Land-Gefälle dieser Entwicklung und damit gewissermaßen das Vorher-Nachher noch sehr handfest mitbekommen.
Deine These, dass die Pille Kondome diskreditiert hätte, stimmt übrigens nicht: noch in meiner frühen Jugend gab es Kondome nur in Automaten in Kaschemmen - und beim Apotheker unterm Ladentisch - auf dem Land übrigens sogar mit der Drohung, es den Eltern zu "petzen", dass man überhaupt welche kaufen wolle.
Dass Kondome allmählich in Ladentheken auftauchten und Automaten zur Normalität wurden, war noch deutlich vor Frau Süsmuth.


heldenspass
Geschrieben

Wenn man die Zeit vor 100 Jahren betrachtet ist die Antibabypille der Durchbruch schlecht hin. Erstmals war die Frau in der Lage Sex zu haben und dennoch bestimmen zu können wann und von wem sie ein Kind haben wollte.

Die Zeit der Gebärmaschinen war vorbei.

Von wegen Honeymoon, wo der frische Ehemann die Frau solange vögeln konnte bis eine Schwangerschaft sicher war und das erste Kind sicher von ihm ... Irrtum ... die Frau nimmt die Pille setzt sie danach ab, treibst mit dem schöneren Postboten und läßt sich und ihr Kind von ihrem Mann bis an sein Ende durchfüttern. Das ist wirkliche Freiheit. Wenn auch nicht zu jeder zu Friedenheit, aber so ist das halt.

Das mit den Gummi ist bis heute nicht wirklich selbstverständlich und zwar bei Mann und bei Frau.


Geschrieben

@böserbub - ohne jetzt fundiert zu reden, also rein intuitiv wahrgenommen: Ich glaube, dass das Gedankengut von ´68 und das der siebziger Jahre seinerzeit den wesentlichen Schub hinsichtlich der sexuellen Freiheit gegeben hat. Die Antibaby-Pille kam dann in den 70ern hinzu. Alice Schwarzer mit Emma hat meines Erachtens dann begleitend einen erheblichen Anteil an der etwas später eingesetzten verbesserten gesellschaftlichen Gleichstellung beigetragen. Nachhaltig prägend waren da wohl die 80er Jahre.


SinnlicheXXL
Geschrieben

Du hast meiner Meinung nach unbedingt Oswald Kolle vergessen! Der hat sich mehr für die sexuelle Befreiung der Frau eingesetzt als die meisten Feministinnen! Indem er Männern klar gemacht hat, dass auch Frauen ein Recht auf lustvollen Sex haben und dass die weibliche Sexualität eben anders ist als die männliche, hat er tatsächlich für Aufklärung gesorgt.


rita07
Geschrieben

Muß gerade schmunzeln, daß sich ausschließlich bis jetzt Männer darum Gedanken machen.

Für mich hat sicherlich in den frühen 90ern die Pille zu einer Befreiung geführt. Konnte doch mein Vater nicht mehr drohen: Kommst Du mir mit einem Kind nach Hause, werfe ich Dich raus.

Aber, die spätere Entwicklung in meinem Beruf tat ein Weiteres dazu. Ich konnte mir jemanden aussuchen, ohne eine Schwangerschaft befürchten zu müssen, ohne Abstriche, ob er zu wenig verdient. Die endgültige Befreiung meinereiner gelang dann einem Lover der Extraklasse.


Geschrieben

Verhütungsmittel sind so alt wie die Menschheit selbst.

Wenn eine "Befreiung" stattgefunden hat, dann dahingehend, dass der Mensch seine Sexualität nicht länger als etwas "Schmutziges" ansieht, sondern als etwas ganz Normal und Natürliches.
Von daher gelten auch Verhütungsmittel (wieder) als etwas ganz Normales.

Aber solange man den Mittelfinger noch als "Stinkefinger" bezeichnet und Sex mitunter als "Schweinereien", ist die "Befreiung" noch nicht ganz abgeschlossen.


Geschrieben

Du hast meiner Meinung nach unbedingt Oswald Kolle vergessen!

Da hast Du natürlich unbedingt Recht. Aber ich finde ihn absolut überbewertet. Ich habe ihn als 16-18jähriger über Besuche in "Pornokinos" mit seinen ganzen "Aufklärungsfilmchen" wahrgenommen. Wir haben aber nur auf die lüsternen Szenen geschaut. Als wirklich bedeutend gesellschaftsrelevant habe ich ihn nicht in Erinnerung. Wer hat denn damals seine Filme gesehen? Ich glaube, weniger die, die Aufklärung nötig gehabt hätten. Aber bitte: vielleicht hast Du oder haben andere der Generation ganz andere Erinnerungen daran.


Geschrieben

@Ballou

Ich bin ein 71er baujahr und kenne die 68er eben nur aus den medien ,aber ich kenne auch die sozialkritischen gesellschaftsberichte aus dem anfang des vergangenen jahrhunderts ,in denen von den zum trocknen aufgehängten condomen an den wäscheleinen der mietskasernen in berlin berichtet wirt !
Die dokumentationen der kriege in denen die soldaten angehalten waren condome zu benutzen weil geschlechtskrankheiten als werkraftzersetzende selbstzerstümmelung geandet wurden !

Der 218 wurde von den nazis eingeführt und war somit doch auch ein eingriff des staates in die persönlichkeitsrechte der frau !

Das Condomautomaten in allen kneipen aufgehängt wurden ist erst durch den zwang der präfensionsgesetze unter Süßmuth durchgesetzt worden !
Kein mensch währe als ich teen war in die apotheke oder einen drogeriemarkt gegangen um sich welche zu besorgen !

Ich bin selber ein kind vom lande und weis noch die diskusionen und wellen die das bei uns geschlagen hat das eine CDU Politikerin sowas propagieren kann !

Ich werde den gesichtsausdruck meiner mutter nie vergessen als sie ein condom aus der dichtung der waschmaschiene gezogen hat ,ebenso wenig wie die betroffenen gesichter meiner geschwister ,meins konnte ich ja nicht sehen; schließlich waren die dinger teuer und es kostet auch ganz schön überwindung 5 mark in den rachen des automaten zu stecken und leise den schacht zu ziehen ,dabei hat manch einer seine beute im schacht stecken lassen weil er gestört wurde !

Die betroffenheit meiner mutter äuserte sich im übrigen in der art das sie meinte ob das sein müsse so unachtsam mit deisen dingern umzugehen ,was das für ein gerede gibt wenn das wer sieht !

Heute ist das ganz normal , jemanden zu finden der noch nie ein kondom in der hand hatte fast unmöglich ; das gelächter und die witze über die "condom rita " oder sprüche wie "Ritas liebstes kind ,sich im conti fing" entspannten die situation zusätzlich!

Selbst Väter die ihren kinder grün und blau gedroschen hätten oder zum haus raus geworfen wenn sie mit condomen nach haus gekommen währen ,haben plötzlich im kneipenautomat condome gezogen und aufgeblasen bis sie platzen !
Dabei haben sie ihrem junior noch ein bier bezahlt und die restlichen kondome geschenktmit sprüchen "so e kerle wie mei jonger braucht ell woch so e päckle " !
So ein verhalten war noch ein paar jahre vorher undenkbar selbst im vollsuff hätte sich kein alter diese blöse angetan und condome gezogen , mann hätte ja als "guggefigger " verschriehen sein können !

Wie gesagt wir reden von der entwicklung von 1983 bis 1987 im ländlichen raum nicht 78 oder gar 68 !!


noregrets60
Geschrieben

Neben den Genannten würde ich die Frauen in der Verfassungsgebenden Versammlung von 1947/48 nennen. Die haben nämlich gegen den Widerstand der Männer durchgesetzt, dass die Gleichheit von Mann und Frau vor dem Gesetz ins GG der BRD reinkommt. Über Jahrzehnte war stand dies nur auf dem Papier, aber der Verfassungsrang war wichtig für die Durchsetzung.

Frau Süßmuth war in der Hinsicht eher eine Frau, die die Nachricht von der Gleichberechtigung und sexuellen Befreiung der Frau auch an die Männer in ihrer Partei weitergegeben hat. Die hätten das sonst noch viel später erfahren

In der DDR war dat natürlich anners. Da kennichmichnichso aus.


Geschrieben (bearbeitet)


Wie gesagt wir reden von der entwicklung von 1983 bis 1987 im ländlichen raum nicht 78 oder gar 68 !!

Ach so, aber da war die Entwicklung, was die sexuelle Freiheit angeht, doch schon abgeschlossen.

edit: zu Rita Süsmuth - ist mir nur als "Worthülsen-Rita" in Erinnerung. In ihrer aktiven Zeit hat sie nichts Fundamentales an politischen Veränderungen beigetragen.


bearbeitet von montago100
Geschrieben (bearbeitet)

@montago
du bist deiner zeit mächtig hinterher, die antibabypille kam 1957 in den usa erst als praperat gegen menstorationsbeschwerden auf den markt ab 1960 konnte sie dann offiziell als verhütungsmittel vertrieben werden !

Sexuelle freiheit ist in manchen köpfen heite noch nicht abgeschlossen !


bearbeitet von boeserbub74
Geschrieben

@montago
du bist deiner zeit mächtig hinterher, die antibabypille kam 1957!

Ja ok, da war ich noch nicht, meine Wahrnehmungen gehen so wirklich erst seit den 70ern los.


Geschrieben

@montago

Keine sorge ich habs auch nur gewust weil 2010 das 50jährige in den nachrichten war und dann hab ich grade mal nachgeschaut !

Deine meinung das rita eine worthülsen diva war mag schon sein aber wie sie die kampanie durchgezogen hat zeugte schon von muth !
die dinge so beim nahmen zu nennen haben sich damals nicht viele politikerinnen getraut ,dem kirchlichen bild der monogamen ehe entgegen zu treten mit einer behörtlichen kampanie die condome und deren gebrauch fördert obwohl ein papst in der zeit den gebrauch von condomen als nicht komform mit den glaubensmaximen erklärt hat !
Ich bin schon der meinung auch das diese konservative person in dieser wehementen sachlichkeit und beherzten ausdauer persönlich diesen slogan vorgetragen und vertreten hat war ausschlaggebend für die resonanz und akzeptanz in der gesellschaft !!


SMpaarOB
Geschrieben


- noch in meiner frühen Jugend gab es Kondome nur in Automaten in Kaschemmen - und beim Apotheker unterm Ladentisch - .



Den Friseur hast Du vergessen.


Geschrieben


In der DDR war dat natürlich anners. Da kennichmichnichso aus.



Aber ich.Die Pille gab es erst Anfang der 70er.Definitv 1969 und 1970 noch nicht.da gab es bei uns nochmal ungewollten Nachwuchs ,danach nahm Mutter dann die Pille .Kondome gab es soweit ich weiß in der Kaufhalle an der Kasse,nix mit Automat oder so,ob welche auf den Männerklos hingen entzieht ich allerdings meiner Kenntnis,aber soweit ich weiß hat von den Jungs in meinem Alter keiner Kondome benutzt.

Mos sagt grad,auf den Bahnhöfen soll es sowas gegeben haben.

Die Pille konnte dann jedes Mädchen ab 14 bekommen und zwar ohne Begleitung der Mutter.Ich kannte eigentlich niemanden der keine nahm und Teenieschwangerschaften waren die absolute Ausnahme.

Und da in Ossiland eh jedes Mädchen einen Beruf lernen mußte und die Frauen fast alle gearbeitet haben,waren sie auch unabhängig von der Gnade des Mannes.

Susi


Delphin18
Geschrieben

Muß gerade schmunzeln, daß sich ausschließlich bis jetzt Männer darum Gedanken machen.

Stimmt, ist mir auch aufgefallen.

Ich will das Thema auch den frauen überlassen. Aber die Selbstverständlichkeit, mit der man heutzutage überall Kondome kaufen kann, haben wir (ausgerechnet) AIDS zu verdanken und der "Kondome Schützen" Kampagne.


hannah65
Geschrieben

Kondome gab es soweit ich weiß in der Kaufhalle an der Kasse....


Und im Versand (auch Beate Uhse hat übrigens mal so angefangen) und in der Apotheke.

Und da in Ossiland eh jedes Mädchen einen Beruf lernen mußte und die Frauen fast alle gearbeitet haben,waren sie auch unabhängig von der Gnade des Mannes.


Und Heiraten lohnte sich nicht, denn es gab nach der Scheidung keine Unterhaltszahlungen. (Okay, aber es war fast zwingend notwendig, um eine Wohnung zu bekommen)....


Aber mal zum Thema:
Ich denkr, finanzielle Unabhängigkeit ist auch ein nicht unwesentlicher Faktor bei der sexuellen Unabhängigkeit.


Geschrieben

Die sexuelle Befreiung der Frau. Ist es denn schon so weit? Was ist das denn überhaupt?

So weit es sich mir erschlossen hat, findet diese einzig und allein im Kopf der Frau statt (jedenfalls zunächst). Es gibt immer noch genug Frauen, die sich vieles weder trauen, zugestehen oder gar darüber nachdenken.


Schlüppadieb
Geschrieben


wollen es die Frauen denn ? Ich habe das Gefühl, das ein Großteil im Profil schreiben, das sie nach etwas dominatem suchen


Geschrieben

das eine schließt das andere keinesfalls aus.

nachvollziehbar?


Geschrieben

das eine schließt das andere keinesfalls aus. nachvollziehbar?

Nee gar nicht. Erklär mal.


Geschrieben

Zu der Entscheidung dominiert werden zu wollen muss Frau ja auch erst mal kommen. In die Wiege gelegt bekommt man das doch nicht. Oder?


Schlüppadieb
Geschrieben


komischerweise erlebe ich aber immer wieder, das Frauen, die sich nach außen hin so "sexuell" befreit geben, im Bett dann doch lieber die devote Rolle einnehmen.


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