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Toleranz

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Artikel 1: Bedeutung von 'Toleranz'
1.1 Toleranz bedeutet Respekt, Akzeptanz und Anerkennung der Kulturen unserer Welt, unserer Ausdrucksformen und Gestaltungsweisen unseres Menschseins in all ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt. Gefördert wird sie durch Wissen, Offenheit, Kommunikation und durch Freiheit des Denkens, der Gewissensentscheidung und des Glaubens. Toleranz ist Harmonie über Unterschiede hinweg. Sie ist nicht nur moralische Verpflichtung, sondern auch eine politische und rechtliche Notwendigkeit. Toleranz ist eine Tugend, die den Frieden ermöglicht, und trägt dazu bei, den Kult des Krieges durch eine Kultur des Friedens zu überwinden.
Das ist die Erklärung von Prinzipien der Toleranz der UNESCO.

Toleranz leitet sich ab von ‚tolerare’ [lat.] = erdulden, heißt also erduldend.

Seit einigen Monaten lese ich hier mit wechselndem Interesse im Forum, hauptsächlich den Diskussions- und Fragenbereich. Dabei interessieren mich vornehmlich die Threads, in denen es zu deutlichen verbalen Auseinandersetzungen kommt und die dann auch meist durch einen Moderator geschlossen werden.

Auffällig ist hierbei, mit welcher Vehemenz diskutiert wird, bis hin zu Entgleisungen und Verbalinjurien, die im realen Leben zu Beleidigungsklagen führen würden.

Die breite Masse pocht darauf, selbst tolerant zu sein. Und fordert anderen auf, auch tolerant zu sein.

Die Definitionen von Toleranz, die im Netz angeboten werden, seien hier nicht von Interesse.

Mich interessiert, wie Ihr Toleranz definiert und beurteilt, gerade in Bezug auf das Diskussionsverhalten hier im Forum.


Geschrieben

Ich werde beim Tolerieren häufig von meiner Impulsivität behindert...


SMpaarOB
Geschrieben

@ffmcream

Ich denke, das Denken über Toleranz hat sich im Laufe der Jahre geändert. Ich kenne es noch so wie unten beschrieben. Heute ist die Toleranzgrenze meistens dort, wo sie eigene Interessen berührt.

Toleranz ist durch Egoismus in allen Variationen ersetzt worden. Schau Dir mal das Verhalten im Straßenverkehr in den Großstädten an, da siehst Du das Spiegelbild unserer Gesellschaft. Und auch hier im Forum spiegelt sich das gleiche Bild wieder. Zeiten ändern sich eben.


Geschrieben

Das Wort "Toleranz" kommt von dem lateinischen Wort "tolerare" und bedeutet "leiden, erleiden".


SMpaarOB
Geschrieben (bearbeitet)

Schlaues Kerlchen, das durchleben wir ja gerade mit Dir.


bearbeitet von SMpaarOB
Geschrieben (bearbeitet)

Das Wort "Toleranz" kommt von dem lateinischen Wort "tolerare" und bedeutet "leiden, erleiden".


Ähm- also soviel hat sich seinem meiner Schulzeit auch nicht verändert und damals wurde tolerare mit hinnehmen...dulden gleichgesetzt.


bearbeitet von Hallo_Jatropha
Geschrieben

Auch wenn man etwas erduldet, erleidet man es.
Wenn man sagt: "Ich erdulde etwas...", meint man indirekt damit, dass man diese Sache nicht für wünschenswert hält.
Und wenn man könnte, würde man sie beseitigen.


Geschrieben (bearbeitet)

Das ist Deine Interpretation. Etwas zu dulden, bedeutet erstmal wertfrei, dass man etwas zulässt. Inwiefern man es erleidet, indem man es duldet, ist widerum ein anderes Thema. Wenn ich den Schuhberg meines Nachbarn im Flur dulde, entwickel ich keinen Leidensdruck...Sobald der entsteht, würde ich dafür sorgen, dass er seine Schuhe außerhalb meines Sichtfeldes parkt.


bearbeitet von Hallo_Jatropha
Geschrieben

Ja, so kann man es auch sehen.
Aber der Idealzustand ist es, wenn man weder etwas erleiden noch erdulden muss.


rita07
Geschrieben (bearbeitet)

Meine Toleranz ist der microfeine Faden zwischen "Ich nehme das noch ruhig hin" und "Ich explodiere".


bearbeitet von Rita07
Geschrieben

Toleranz bedeutet für mich ganz einfach die Bereitschaft, auch andere Meinungen, Anschauungen, Lebensweisen,...gegenüber meiner eigenen Sichtweise gelten zu lassen.
Zitat aus meinem Lieblingsfilm: "Wir sind alles Individuen" oder ganz simpel...jeder Jeck is' anders!

Solange er/sie nicht gegen geltende Gesetze verstößt, ist es sein gutes Recht, so zu leben, zu handeln, oder sich zu äußern, wie er/sie es will. Ob ich es nun für gut empfinde ist wieder eine andere Sache.


Geschrieben

Toleranz bedeutet für mich ganz einfach die Bereitschaft, auch andere Meinungen, Anschauungen, Lebensweisen,...gegenüber meiner eigenen Sichtweise gelten zu lassen.



Oh, das ist eine interessante Definition.
Dann bist Du also genau wie ich gegen Denkverbote?
Damit bist Du vielen Leuten weit voraus.


Henkerseele
Geschrieben

Genau das ist wieder eines der Themen, die zu "Ärger" führen *lach*
Toleranz wird überall gepredigt, aber es lebt sie keiner. Toleranz ist ein schönes Wort und eine Illusion.
Funktioniert bei den Säugetieren der Gattung Mensch nicht, weil wir zu aggressiv sind. Toleranz ist daraus geboren worden, das der domestizierte Mensch in gewisse Bahnen gelenkt werden MUSS! Schon aus Selbsterhaltung *lach*
So schwierige Themen nachts um 1 Uhr.. Oh je...


Geschrieben

Oh, das ist eine interessante Definition.
Dann bist Du also genau wie ich gegen Denkverbote?
Damit bist Du vielen Leuten weit voraus.



Ich gestehe jedem seine eigene Meinung zu und sehe die eigene nicht als die einzig Wahre und Richtige an.

Sicherlich gibt es, speziell hier im Forum, Äußerungen und Diskussionen, die ausarten, weil sich einige von ihren Emotionen leiten lassen.
That's Life!


sozusagen
Geschrieben

Toleranz erfordert Gleichmut und Gelassenheit. Für mich persönlich ist es hier im Forum viel einfacher, tolerant zu sein. als es in meinem eigenen Hausflur der Fall wäre.

Schwierig finde ich hier allerdings, dass sich immer kleine Grüppchen zusammenrotten, die sich dann gegenseitig streicheln und in ihrer Coolness unterstützen .. ^^


Geschrieben

ich bin ein Mensch der sehr viel tolerieren kann
aber trotzdem nicht alles akzeptieren muss


Geschrieben (bearbeitet)

Wer wollte von sich behaupten, er sei intolerant. Die Frage ist, wo ist die Toleranzgrenze, die Jeder nach unterschiedlichen Maßstäben zieht.

Zweifellos kann man und und sollte man auch nicht alles erdulden. Spätestens dort, wo ein Gegenüber, der Toleranz fordert, sich selbst intolerant verhält, kann er diese IMHO für sich nicht mehr in Anspruch nehmen.

Es ist ebenso absolut nicht zu tolerieren, wenn Jemand sich asozial, inhuman und seinen Mitmenschen gegenüber schadend handelnd verhält.

Der Staat (wir als Gesellschaft) hat dafür Gesetze geschaffen, welche regeln, was wir im Sinne des Gemeinwohles nicht bereit sind, zu tolerieren. Jedes einzelne Mitglied unserer Gesellschaft hat darüber hinaus seine eigene Toleranzgrenze, die er, wie eingangs angeführt, nach eigenen Kriterien zieht.

Die individuelle und die im gesellschaftlichen Konsens gezogene Toleranzgrenze auf der einen Seite in Einklang zu bringen, und dabei die Toleranz des Gegenüber zu betrachten und zu bewerten, ist sehr schwer in Einklang zu bringen. Darüber hinaus, leben wir diese Toleranz auch nicht konsequent. Unsere individuelle Unzulänglichkeit kommt hinzu, wie charakterliche Ausprägung, welche auch Egoismen und Eitelkeit beinhaltet. Nachlässigkeiten im tatsächlichen Handeln entgegen unserer selbst gesteckten Vorstellung von idealem Verhalten, wie z.B. Bequemlichkeit, kommen weiterhin hinzu. Das macht unser Zusammenleben so schwer und führt hier im Forum zu mancher Blutgrätsche.


bearbeitet von montago100
Geschrieben

Toleranz hat in meinen Augen eigentlich nichts mit Diskussions- oder Streitkultur zu tun.

Es ist ja normalerweise kein Mangel an Toleranz, der zu irgendwelchen Eskalationen führt, sondern ungeschickte Gesprächsführung oder bewusste Provokationen, die nichtmal direkt mit einer anderen Meinung zu tun haben.

Z.B. führt die schlichte Bemerkung "warum wirst du immer gleich so aggressiv" mit, ich würde mal sagen 90%iger Wahrscheinlichkeit zu einem Streit - und das völlig unabhängig davon, ob man zum Thema selbst dieselbe oder eine andere Meinung vertritt.

Meiner Meinung nach sind es fast nur bewusst provozierende oder einfach nur unbewusst geäusserte, abwertende Unterstellungen bezüglich der Motiviationen, Handlungsweisen oder Denkweisen, die für die mangelnde Diskussionskultur hier verantwortlich sind. Und nicht ein Mangel an Toleranz. Denn Unterstellungen haben ja nichts mit einer Akzeptanz oder überhaupt einer Wahrnehmung anderer Meinungen zu tun, sondern einfach nur mit dem Versuch einer Abwertung eines Gegners, aus welcher Motivation auch immer.

Das mit den Verbalinjurien ist dann schon eher eine Eskalation - die auch nichts mit "Toleranz" zu tun hat. Ehrlich gesagt, wende ich das Mittel der Eskalation an, wenn ein schwelender Konflikt immer wieder neue Luft bekommt, und ich davon ausgehe, dass der anders (durch schlichtes Raushalten) nicht beendet werden kann. Eine Eskalation klärt die Fronten dann normalerweise sehr schnell und "reinigt die Luft", und ist insofern eigentlich ein recht wirkungsvolles Mittel für eine danach, du wirst es bemerkt haben, wenn du so etwas verfolgst, doch wieder für eine Weile weitaus konstruktiver und harmonischer verlaufendere Diskussion

Toleranz dagegen, ja also, ich glaube tatsächlich, dass die meisten Leute in den meisten Bereichen sehr tolerant sind, wenn auch sicherlich in bestimmten Einzelbereichen eben ganz klare Grenzen ziehen, die womöglich enger sind als die anderer Leute.

Jemand mag bezüglich des Fremdgehens völlig tolerant sein, aber bei der Frage der Intimbehaarung eine überaus enge Sichtweise vertreten. Oder umgekehrt.

Ich denke, jeder hat so sein Gebiet, auf dem es nur ein einziges "Gut und Richtig" gibt, und 100 andere, bei denen man völlig entspannt jedem das seine gönnt.

Insofern seh ich hier kein Toleranzproblem.

Nur halt eins mit der Diskussionskultur. Das aber im Netz eigentlich üblich ist, da das Mittel der Diskussion (und dann eben auch Regeln gelehrt werden) normalerweise nicht in der Schule geübt wird, und man daher keine eleganten, höfischen Fechtkämpfe erwarten kann, sonderen Prügeleien mit Keulen. Mit Nägeln drin.


SMpaarOB
Geschrieben (bearbeitet)



Darüber hinaus, leben wir diese Toleranz auch nicht konsequent. Unsere individuelle Unzulänglichkeit kommt hinzu, wie charakterliche Ausprägung, welche auch Egoismen und Eitelkeit beinhalten.


Genau das ist der Punkt. Stellt sich mir aber die Frage, wieso die Toleranz verglichen mit früher so stark abgenommen hat bzw. der Egoismus derart zugenommen hat.

@Laberliese

Ich glaube schon, dass auch bei einer Diskussion Toleranz unerlässlich ist, jedenfalls so wie ich sie verstehe. Glaubst Du denn wirklich, dass Menschen, die noch nicht mal eine andere Meinung als ihre eigene akzeptieren können, auf anderen Gebieten, tolerant sein können, wenn sie selber betroffen sind? Die eigentliche Toleranz beginnt nämlich immer erst dort, wo Du selber etwas " erdulden, ertragen " musst, ansonsten ist Toleranz nur eine leere Worthülse.


bearbeitet von SMpaarOB
Geschrieben

toleranz ist doch eine gaaaaanz schicke floskel,
was man heute nicht alles toleriert, das schwul sein des nachbarn, die durchgeknallte im bus und den beknackten chef, die jugendlichen die einen alten in der bahn oder bus verprügeln, das alles --erduldet-- man ... weil zu feige ist sich zu wehren, die richtigen worte nicht findet?

toleriert man auch kinderarbeit in indien?
mit sicherheit, oder tut man was dagegen? wohl nicht, zu anstrengend ...
unterdrückung der frauen in was-weis-ich-wo, ach die liste unserer toleranz ist lang, aus bequemlichkeit.

toleranz ist mittlerweile für MICH zu einem wortschmuck geworden, der die eigene bequemlichkeit präsentiert unte dem vermeintlichen mantel des
--gutmenschen--


Geschrieben

Artikel 1: Bedeutung von 'Toleranz'
1.1 Toleranz bedeutet Respekt, Akzeptanz ...



nööö.

sorry,aber das sehen wir anders.
nur weil wir etwas akzeptieren,müssen wir es noch lange nicht respektieren!

das sind in unseren augen zwei ganz verschiedene paar schuhe!!!


Geschrieben (bearbeitet)

die jugendlichen die einen alten in der bahn oder bus verprügeln, das alles --erduldet-- man ... weil zu feige ist sich zu wehren, die richtigen worte nicht findet?

Hier sehe ich das Erdulden aber nicht im Sinne von Toleranz sondern in der Einschätzung eigener mangelnder Möglichkeiten, etwaig nicht tolerierte Geschehnisse im eigenen Sinne positiv beeinflussen oder verändern zu können.

Nicht alles, was man duldet und erduldet, toleriert man damit automatisch.


bearbeitet von montago100
devilfire
Geschrieben

Toleranz hier auf dieser Seite?...

..solche Träume hatte ich auch mal


Geschrieben (bearbeitet)

Glaubst Du denn wirklich, dass Menschen, die noch nicht mal eine andere Meinung als ihre eigene akzeptieren können, auf anderen Gebieten, tolerant sein können, wenn sie selber betroffen sind?


Du meinst, Menschen mit generellem Unfehlbarkeits-Anspruch? Die von moralisch-ethisch höchsten Instanzen eingesetzt worden sind, und mit diesen in permanentem Kontakt stehen?
...
Du meinst, der Papst ist hier bei Poppen.de...?

Jessas. Die katholische Kirche geht echt immer mehr den Bach runter...

Aber man ganz im Ernst: ich kenn solche Leute wie du sie beschreibst, tatsächlich nicht. Ich kenne Leute, die zu bestimmten Dingen eine Meinung haben, und die auch für gut und richtig halten. Aber ich kenne niemanden, der nicht zumindest in Teilbereichen Toleranz besitzt.

Ganz ehrlich nicht.

Konfliktfördernd sind dann Tendenzen, aus der moralischen Überlegenheit der eigenen Meinung (zu einem einzigen ganz bestimmten Thema) eine Art gesamtpersönlichen intellektuell-moralisch-optisch-haptisch-sonstigen Überlegenheitsanspruch abzuleiten, und andere Meinungen mit defizitären, minderwertigen Persönlichkeitsausprägungen in Verbindung zu bringen. Es gibt wenig Leute, die gern implizieren lassen, sie hätten eine defizitäre, minderwertige Persönlichkeit. Auch wenn sie noch so tolerant sind

Sowas fällt bei mir aber eher in die Kategorie ungeschickter (oder bewusst aggressiver) Gesprächsführung, vielleicht auch einer gewissen Neigung zu Schwarz-Weiß-Malerei, als in den eines grundsätzlichen Unfehlbarkeitsanspruchs... letzteres ist entweder päpstlich oder pathologisch. Und ich kenne weder den Papst noch bin ich viel in der Psychiatrie unterwegs.


bearbeitet von Laberliese
noregrets60
Geschrieben

Definitionen finden man Im Nachschlagewerk oder bei Wikipedia.de.

Im Kontext dieses Forums bedeutet Toleranz für mich, dass man eine vom eignen Normensystem abweichende Meinungsäußerung akzeptiert und nicht gleich bekämpft.

Dummheit, Intoleranz oder auch Beleidigungen muss man natürlich nicht tolerieren ---

Un wo schon der Papst zitiert wird: der ist überdurchschnittlich tolerant Da kann mancher noch was lernen.

Die Dummen, die zusätzlich noch intolerant sind, das sind die Gearschten. Niemand will in diese Kategorie fallen. Und doch stolpert man ständig drüber.


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