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Katasaster

Emotionale Unabhängigkeit

Empfohlener Beitrag

Katasaster
Geschrieben

Hallo, Jungs und Deerns;
in der jüngsten Vergangenheit ist mir der Begriff "emotionale Unabhängigkeit" des öfteren begegnet. Leider wusste und weiß ich nur wenig mit dieser Formel anzufangen, zumal nicht, wenn sie in Zusammenhang mit einer Beziehung/Partnerschaft/Ehe verwandt wird. Dabei soll dieser Zustand angeblich erstrebenswert sein. Ich Einfaltspinsel denke ja noch, dass eine Beziehung im Idealfall eine starke emotionale Bindung bedeutet. Und emotionale Unabhängigkeit ist in meinen Augen praktisch inkompatibel dazu.
Das entsprechende Pendant, die emotionale Anhängigkeit, sagt mir schon mehr. Darunter verstehe ich beispielsweise das Verhalten meistens eines Beteiligten, der/die die Beziehung um jeden Preis halten will.

Ist alles nur ein Frage der Ausprägung? Wie seht ihr das ... was versteht ihr unter emotionaler Unabhängigkeit ... wie lebt ihr sie gegebenenfalls ... kennt ihr Beispiele?

Beste Grüße aus dem Norden


Geschrieben

Emotionen --> Gefühle, Unabhängigkeit ---> frei

also ne Beziehung nur zum poppen, keine feste Beziehung / Partnerschaft.


Inkognizo
Geschrieben (bearbeitet)

Nee, MrX. Emotional unabhängig sein bedeutet, daß das eigene Glück nicht zwangsweise am Glück der Partnerin hängt. Oder bei negativen Emotionen. "(Un)Abhängigkeit" sagt es doch.

Bspw. bei einer polyamoren Beziehung (blöderes Bsp. fällt mir grad nicht ein): Der Partner einer Frau hat Probleme, meinetwegen Job/Familie/Depri/wasauchimmer. Die Frau fühlt schon mit, ist für ihn da. Wenn sie allerdings bei ihrem anderen Partner ist, kann sie sich emotional dieser Beziehungsebene anpassen, ohne von der negativen Realität ihres ersten Partners beeinflusst zu sein. Also im Sinne der Abhängigkeit, wenn sie unfähig wäre, aufgrund der Probleme von Partner1 mit Partner2 Glück zu emfinden. Das wäre doch tragisch.


bearbeitet von Inkognizo
Geschrieben

Du sagst/fragst es schon.

Ausprägung lässt uns wirken, mehr oder weniger und der Partner nimmt das nach seiner eigenen Stellung mehr oder minder gerne/oder ungerne wahr.

Du tust hier etwas tiefenpsychologiches ansprechen, was in Wahrheit sehr unterschiedlich dargestellt werden kann.

Zufällig habe ich heute dahingehend ein Paradoxon erlebt wie ein "Fachmann" sich auf die persönliche Ebene eines, ich nenn es grade mal, Patienten gestellt hat und die Ängste des hilfebedürftigen durch sein Verhalten unterstützt hat.

Er ist ganz einfach der Nähe, die der Klient durch seine Angst in einer Provozierung geäußert hat, ihn mit der eigenen persönlichen Empfindlichkeit begegnet. Das ist zwar grundfalsch für den "Fachmann", aber er hat menschlich gehandelt und sich drauf eingelassen.

Zwischen Mann und Frau ist das generell schwierig, denn beide haben teilweise grundverschiedenen Bedürfnisse nach Nähe und Abstand, wenn da andere Dinge hinzustoßen kann sich das dann urplötzlich in einem Gewitter entladen und beide wissen danach gar nicht mehr über was sie gestritten haben. Bestenfalls belässt es sich dann dabei


sleeping_beasty
Geschrieben

...was versteht ihr unter emotionaler Unabhängigkeit ... wie lebt ihr sie gegebenenfalls ...

Bis vor kurzem war das fuer mich auch die ideale Beziehungsform. Ich war der Meinung, mich nicht wirklich zu verlieben und hatte daher nach anderen Kriterien Beziehungen gefuehrt (wenn ueberhaupt). Denn wenn auf einer Seite nur "Moegen" und "Verknalltsein" da ist, auf der anderen aber Liebe, passt das nicht. Also lieber emotional unabhaengig auf beiden Seiten.
Dann hab ich aber jemanden getroffen, der einfach gut zu mir passt - und auf einmal ist emotionale Freiheit nicht mehr noetig. Wenn man dem anderen wirklich vertrauen kann, ist man auch bereit, sein Herz in die Haende des Partners zu legen.


Topbody
Geschrieben

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet emotionale Unabhängigkeit (eU): du brauchst den Partner nicht, du willst ihn.

Vollständige eU würde bedeuten, keinerlei persönliche Defizite, die der Partner "bedienen" kann oder auch muss zu haben.


Geschrieben

definiere mal nicht brauchen und wollen. Ich finde du schreibst etwas von dem du nichts verstehst, dazu ist das Ganze nicht so einfach zu katalogisieren topbody.

Katasaster, das ist ein Konstrukt was man tatsächlich nicht skalieren kann, da helfen nur Beispiele von anderen, in der man seine Ab/- und Unabhängigkeit auf vergangene Erfahrungen reflektiert.

Aber spannend, best.


Geschrieben


ne Beziehung nur zum poppen, keine feste Beziehung / Partnerschaft.


Vielleicht ein bißchen zuuu einfach!
Grundsätzlich machen (positive) Emotionen ab einem gewissen Punkt abhängig, deshalb sind Liebesbeziehungen, sobald Probleme auftauchen ja immer so kompliziert.
Gefühle nicht zuzulassen wäre eigentlich die Lösung aber wer kann das schon...
Nebenbei, man kann auch eine(emotionale) Beziehung ohne poppen haben.


Topbody
Geschrieben

HotterTABoppe. ich dachte, ich komme drum rum

Wollen - es beruht auf vollständiger Freiwilligkeit.
Brauchen - emotionale Bedürfnisse lassen den Bedürftigen (zwanghaft) in einer Partnerschaft verweilen. Ohne dieses Bedürfnis würde diese Partnerschaft nicht mehr bestehen.


Geschrieben

Verzwicktes Thema. Sicher, eU ist ein heres Ziel, daß sich lohnt anzustreben. Es macht dauerhaft einfach glücklicher. In der Praxis aber nur schwer durchführbar. Wenn Gefühle ins Spiel kommen, wird man auch emotional Abhängig. Es ist einem einfach (zu) wichtig geworden, was der Partner (über einen selbst) denkt, ob er einen auch so liebt und wie gut er seine Gefühle zeigen kann.


Geschrieben

schon gut topbody.

ifferiel, ich denke ja eher eine Ausgeglichenheit wäre für jeden Einzelnen und auch beiden zusammen das wahre Glück oder?

Stell dir vor, du teilst jemanden deine Sehnsucht mit, meist macht man das am Anfang und findet richtig prickelnden Zuspruch dabei. Die Zeit und Dauer danach, wenn man sich besser kennt und lieben lernt ist dann meist der Knackpunkt, wo der Allltag uns nicht mehr so sensibel auf die Bedürfnisse des anderen reagieren lässt.

Wenn dann erst mal so ein paar undefinierte Gewitter ins Land gezogen sind, an deren Schwere man sich erinnert, aber nicht mehr worum es ging, fällt es vielen leichter eine gewollte Nabelschnur dem anderen und an seinen eigenen Bauch zu malen.

Finde ich.


SinnlicheXXL
Geschrieben

Ein emotional unabhängiger Mensch ist für meine Begriffe einer, der in sich selbst ruht und nicht jemand anderes für sein Glück verantwortlich macht. Es geht Beziehungen ein, weil es ihm gut tut und macht sich dabei aber nicht abhängig.

Tja - gibt es das wirklich? Sobald man jemanden liebt, ist das Wohlbefinden eng mit dieser Person verknüpft. Geht es dem Geliebten schlecht, leidet man mit, läuft die Beziehung nicht gut, geht es einem auch nicht gut - egal wie emotional unabhängig man sonst auch sein mag.


Geschrieben (bearbeitet)

Verzwicktes Thema. Sicher, eU ist ein heres Ziel, daß sich lohnt anzustreben. Es macht dauerhaft einfach glücklicher.


Ist es wirklich so, das es dauerhaft glücklicher macht? Jeder will sich doch irgendwann fallenlassen können und so richtig große Emotionen sind doch auch was Tolles!
Eins ist richtig, es ist ein erstrebenswertes Ziel!


bearbeitet von Alpina007
Geschrieben (bearbeitet)

@ Hotter, verstehe ich dich richtig das du meinst, daß man sich erst im Verlauf einer Beziehung unabhängig machen kann?

Alpina, das ist genau die Zwickmühle. Meiner Meinung nach sind eU Menschen recht "seicht", sie dümpeln so dahin. Große Emotionen sind immer im Kontext mit einem Anderen zu sehen und zu finden, da kommt wieder die Abhängigkeit ins Spiel. Große Gefühlswallungen machen (leider) selten glücklich


bearbeitet von ifferiel
Geschrieben

Schwierig dir zu antworten.. es ist auf alle Fälle die große Kunst es nach einer Zeit zu sein, beide. Für viele Trennungen ist das zumindest ausschlaggebend gewesen, dass sie sich trennen, weil sie es nicht konnten. Die langen und freien Beziehungen haben es dagegen gelernt abhängig und dennoch unabhängig zu sein.

Das sind aber alles Einzelgeschichten, weil da sehr vieles noch mit einspielt wie Vertrauen z.B., dem anderen nicht zu unterstellen und selbstvertraut darauf zu vertrauen, das es so ist, was man denkt zu glauben!

Liest sich ziemlich blöde an oder


Topbody
Geschrieben (bearbeitet)

Wenn Gefühle ins Spiel kommen, wird man auch emotional Abhängig.


Das ist die Frage, ob das so sein muss.
Klar, dass dir diese "Gefühle" gut tun und du nicht darauf verzichten möchtest, aber wie "zerstörerisch" darf das dann sein?

eU würde bedeuten, dass du KEINE beliebige Verletzungen hinnehmen würdest, weil du Gefühle für den Partner hast. Du würdest dich klar positionieren und Konsequenzen ziehen. Bei manchen verschwinden diese Gefühle auch schlagartig, wenn Verletzungen beigebracht werden.

Eine starke Form der Abhängigkeit liegt zB dann vor, wenn man sich ohne den Partner "leer" und "unvollständig" fühlt, nach Trennung depressiv wird (nicht nur diese berühmte Trennungsschmerz, der bis zu einem Jahr anhalten kann) oder gar mit Selbstmord droht.


Nachtrag @Hotter
Du hast schon viel blödes Zeug geschrieben.
Aber das eben zählt gerade nicht dazu


bearbeitet von Topbody
Geschrieben

Emotionale Unabhängigkeit in der Partnerschaft?

Früher nannten man das "Trennung auf Raten"


LG Mondi


Geschrieben

Wieso nannte man das so monddiamant? Ich glaube hier helfen vielen nur Beispiele.


Geschrieben

D

Eine starke Form der Abhängigkeit liegt zB dann vor, wenn man sich ohne den Partner "leer" und "unvollständig" fühlt, nach Trennung depressiv wird (nicht nur diese berühmte Trennungsschmerz, der bis zu einem Jahr anhalten kann) oder gar mit Selbstmord droht.

)



Interessant. Ist nicht genau diese Gefühl, welches du beschreibst, für viele die sogenannte Liebe? Das man sich ohne den Partner eben leer und unvollständig fühlt? Ist Liebe für einige nichts weiter als emotionale Abhängigkeit. Scheitern deshalb so viel Beziehungen?


Topbody
Geschrieben

Liebe ist für Manche sicher nicht anderes als emotionale Abhängigkeit. Sie klammern sich aneinander und geben sich gegenseitig das, was der "Abhängige" braucht. In diesem Fall ist das eine symbiotische Beziehung mit zufriedenen Partnern.

Ich sehe deshalb nicht, dass wegen Abhängigkeiten Beziehungen scheitern müssen.

Liebe gibt es selbstverständlich auch zwischen eU Partnern. Diese schon hier unterstellte Oberflächlichkeit bei eU ist sicherlich nicht richtig. Denn Kennzeichen der eU ist ja nur die absolute Freiwilligkeit, mit der die Partnerschaft geführt wird.


Geschrieben (bearbeitet)



Ich sehe deshalb nicht, dass wegen Abhängigkeiten Beziehungen scheitern müssen.



Ich könnte mir vorstellen das Menschen, die das so empfinden ein etwas verzerrtes Bild von einer Beziehung haben. Die Erwartungshaltung (an den anderen) ist einfach höher! Sie erwarten, daß generell DER Partner sie glücklich macht. Indem er sie zuerst einfach nur mal zurückliebt. Wenn es gut läuft!!! Wenn nicht, müssen natürlich bestimmte (manchmal auch recht engesteckte) Rahmenbedingungen erfüllt sein. Anstatt selbst zu überlegen was die eigene Glückseelgkeit bedeutet (natürlich auch mit dem Partner zusammen zu sein, aber doch nicht ausschliesslich!)und aktiv sich etwas unabhängig und frei von seiner Rückgabe der Gefühle machen, werden sie automatisch emotional Unabhängiger. Und bizarrer Weise, auch mehr geliebt!! Es ist also vielleicht tatsächlich mehr ein Prozeß, auf den man hinarbeitet.


bearbeitet von ifferiel
Topbody
Geschrieben

Ich möchte nicht so weit gehen, den Menschen, die in einer abhängigen Beziehung leben, ein verzerrtes Bild einer Beziehung zu unterstellen. Es ist eben EINE Form der möglichen Beziehung.
Es gibt die unterschiedlichsten Gründe für eine Trennung: Fremdgehen, nicht mehr verstehen, Finanzielles, ... warum nicht auch unterschiedliche Erwartungen.
Gestellte Erwartungen bauen Druck auf, der ggf. beziehungsschädigend ist.

Es kommt wohl darauf an, dass die Erwartungen an eine Partnerschaft nicht allzu unterschiedlich sind. Wenn Beide zufrieden in ihrer Co-Abhängigkeit sind, dann ist ja gut. Wenn allerdings ein Partner sich wandelt und der andere bleibt zurück, dann dürfte Stress auf beiden Seiten vorprogrammiert sein.


Das Wesen der eU hat vielleicht der kluge Konfuzius hiermit ausgedrückt:
„Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer.“

Das ist natürlich im übertragenen Sinne zu verstehen. Das trifft sehr gut, was was du mit "bizarrer Weise" umschrieben hast. Ein emotional Abhängiger, der sich wie ein Ertrinkender an den Partner klammert, kann das nicht.


SinnlicheXXL
Geschrieben

Zu dem Thema mache ich gerade eine sehr interessante Selbsterfahrung: Ich hatte eine sehr offene Parallelbeziehung, in der ER immer meine "emotionale Unabhängigkeit" gleichermaßen bewunderte, wie verfluchte, da er lange Zeit emotional sehr von mir abhängig war. Ich hatte kein Problem mehr mit Eifersucht, als ich erfuhr, dass er in Wahrheit nie Single gewesen war. Ich konnte ihn aus Vernunftsgründen gehen lassen, weil die andere Frau nicht mit einer Dreierbeziehung klarkam. Mein Verstand kann das alles ganz wunderbar analysieren und ihn auch loslassen.

Was muss ich aber leider feststellen: Mein Körper kann ihn nicht vergessen! Bin ich mit einem anderen Mann zusammen, riecht der für mich falsch, denn ich bin noch immer auf Seinen Geruch geeicht. Werde ich berührt, habe ich plötzlich IHN vor Augen. Das hält leider sehr viel länger an als bei allen Männern, von denen ich teilweise sehr wohl emotional abhängig war.


hannah65
Geschrieben

Ich lege großen Wert auf meine Unabhängigkeit.
Über emotionale Unabhängigkeit habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, ich kann mir darunter nicht wirklich etwas vorstellen (gibt es dieses Wort eigentlich?)

Ich würde Abhängigkeit und, wie der TE es nennt, eine starke emotionale Bindung ( ich nenne es Liebe) nicht gleichsetzen.

Abhängigkeit besteht mE dann, wenn mein Wohlbefinden davon abhängt, welche Gefühle mir der Partner entgegenbringt.
Ich meine nicht, dass ich auch traurig bin, wenn es ihm nicht gut geht.
Das halte ich für normal.

Abhängigkeit ist es in meinen Augen, wenn der eine etwas richtig gut gemacht hat (im Job, oder was gutes gekocht, oder im Haus) und eigentlich stolz und glücklich sein könnte, es aber nicht ist, weil es dem Partner nicht gefällt, er es mies macht und den anderen runterputzt.

Es können auch die Eltern oder Geschwister sein, von deren Anerkennung/Zuwendung man sich abhängig macht.

Hörigkeit ist eine besonders schlimme Form der emotionalen Abhängigkeit. Es fehlt das Vertrauen in die eigenen Gefühle undin die eigenen Stärken, der/die Betroffene fühlt sich nur gut, wenn er die Anerkennung vom Partner bekommt, die er/sie eigentlich verdient hat.

Ich habe diese Abhängigkeit erlebt.
Im nachhinein kann ich sagen, mit Liebe hatte das nur am Anfang und ganz wenig etwas zu tun.


Geschrieben

...ist für mich eine theoretisierende Kopfgeburt, die, in einer Beziehung angestrebt, die idealerweise auf einer starken emotionalen Bindung basiert, nach meiner Erfahrung schlussendlich ins beziehungsmäßige Nirwana führt.

Erstrebenswert mag es für die sein, die ausschließlich poppen wollen und deshalb für sich diese Demarkationslinie gezogen haben.

Innerhalb einer Beziehung angestrebt, hat dies für mich etwas mit Grenzziehung zu tun und Grenzen verbinden nicht, Grenzen trennen (zumindest auf Dauer).

Deshalb kann ich mich aufgrund meiner Erfahrungen an dieser Stelle nur meinen beiden Vorrednerinnen anschließen:


Emotionale Unabhängigkeit in der Partnerschaft?

Früher nannten man das "Trennung auf Raten"


LG Mondi





...
Über emotionale Unabhängigkeit habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, ich kann mir darunter nicht wirklich etwas vorstellen (gibt es dieses Wort eigentlich?)

Ich würde Abhängigkeit und, wie der TE es nennt, eine starke emotionale Bindung ( ich nenne es Liebe) nicht gleichsetzen.

...





LG xray666


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