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Moppelhengst

Jugendliche und Homosexualität

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Anlass für diesen Thread ist ein Gespräch, dass ich am Freitag mitbekam, als ich meine Kinder vom Bus abholte (ihr merkt, ich bin ein sehr aufmerksamer Mithörer ). Besagtes Gespräch führten zwei Mädchen im geschätzten Alter zwischen 14 und 16 und es drehte sich um ein drittes Mädchen, nämlich "diese Lesbe". Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich eigentlich, dass die heutige Jugend - sieht man von einigen homophoben Jungs ab - Homosexuellen gegenüber recht tolerant eingestellt wäre. Allerdings zogen diese Mädchen un sehr heftig über "diese Lesbe" her, da diese wohl versucht hatte, während einer Party eine gemeinsame Freundin zu verführen.

Während meiner eigenen Jugendzeit gab es mehrer Bisexuelle, Schwule und Lesben in meinem Freundes- und Bekanntenkreis und ich habe nie mitbekommen, dass sie wegen ihrer sexuellen Einstellung angefeindet wurden. Wie sieht also die Realität aus? Was sind eure persönlichen Erfahrungen zu diesem Thema?


Lilleblomst
Geschrieben

Ich fand es damals sehr interessant, es mal auszuprobieren. Ich glaube es gehört einfach in dieser Selbstfindungsphase dazu und ist nicht abzuwerten.


Geschrieben

Na, so wie ich das schon damals verstanden habe gehts in dem Alter eher weniger darum, mit wem "der Schwule" oder "die Lesbe" nun schlafen will.

Eher habe ich das immer als generelle Abwertung und Beschimpfung eingeordnet, was diese orientierungslosen kleinen Menschlein da so während der Pubertät von sich geben (ich tatsächlich auch damals...*schäm*)
Als "Schwuli" wird ja auch bezeichnet, wer nicht reinpaßt, gern Gedichte liest und öffentlich Tränen fließen läßt.

Also, ich denke sie verwenden es eben als Schimpfwort, genau wie "Spast" oder "Mongo", und wissen nur schemenhaft, worum es wirklich geht.


cheeta030
Geschrieben

Während unserer Lehrzeit zeichnete sich insgeheim ab, dass auch die angehenden Männer unter sich sexuelle Bindungen eingegangen sind, bevor sie-, oder währendessen sie in der Phase waren, sich dem Gegengeschlecht zu nähern.

Ich denke das ist ein dazugehöriger Teil des Entwicklungsprozesses, um sich selbst, seinen Körper, wie auch den Bezug zum eigenen Geschlecht kenenzulernen.

Auch wenn oft eher bedeckt gehalten, eine wohl wichtige Erfahrung zur Heranreifung, im Umgang mit dem darauffolgendem, gegengeschlechtlichen Kontakt.


SinnlicheXXL
Geschrieben

Wie? Du meinst, es sei üblich, dass die meisten Menschen in ihrer Entwicklung auch homosexuelle Erfahrungen machen? Kenne ich ehrlich gesagt so nicht. Reizte mich damals auch absolut nicht. Heute bin ich da sicher offener als als Teenie.


onkelhelmut
Geschrieben

In meiner Jugend wurde "homo" nicht ausgesprochen, da hiess es bestenfalls "ein 175er" wenn er gegen § 175 StGb verstossen hat.

"lesbisch" gab es höchstens hinter vorgehaltener Hand.


cheeta030
Geschrieben

@onkelhelmut: Klar, das kann ich mir vorstellen, zur damaligen Zeit redete man kaum offen über Homoerothische Neigungen.
Auch in meiner Lehrzeit, 1976 war es kein direkt offenes Thema, doch wurde es damals von uns bwusst erlebt, nur wurde es etwas bedeckt gehalten. :


sleeping_beasty
Geschrieben

Eine meiner engsten Freundinnen in der Schule (mit der ich hinterher den Kontakt verloren hatte), erzaehlte mir beim Klassentreffen, dass sie mit ihrer Chefin zusammen lebte. Und auf einmal machte einiges Sinn, ueber das ich mich als Huehnchen gewundert hatte. Verpasste Gelegenheiten.
Aber in meiner Schulzeit gab's "lesbisch" nur als fernen Begriff (ich wusste schon, was das bedeutete), aber in meinem direkten Umfeld bin ich ueberhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass "sowas" in "echt" existieren wuerde.
Ich denke mal, das ging den beiden Maedels nicht anders; das Gespraech war sicher die Faszination des Unbekannten und Verbotenen. Denn Leute, die man gut kennt, sind ja in der Kindheit alle "normal".


Geschrieben

Ich glaube es gehört einfach in dieser Selbstfindungsphase dazu




Das bezweifle ich.


Geschrieben

Die (nicht wirklich nennenswerte) Diskussion entwickelt sich etwas am Thema vorbei. Mir ging es nicht um homoerotische Erfahrungen der User, sondern um den Umgang von Jugendlichen mit Homosexuellen... In meiner Jugend war das nie ein Problem, die Schwulen, Lesben und Bisexuellen in meinem Bekannten- und Freundeskreis waren zwar nicht jedermanns Liebling, war ihre sexuelle Orientierung und ihre Lebensweise wurden - soweit ich es mitbekommen habe - stets akzeptiert. Aber wie ist das heute? Und wie war es bei euch in eurer Jugendzeit?


SinnlicheXXL
Geschrieben

Da ich aus einem katholischen Kaff komme, war es nie ein Thema. Über ein paar Männer wurde gemunkelt, sie seien schwul und das galt schon eher als pervers. Ne, toleranter war die dörfliche Gesellschaft sicher nicht und ich hoffe doch, dass das heute einfacher wäre.


Geschrieben

Ne, toleranter war die dörfliche Gesellschaft sicher nicht und ich hoffe doch, dass das heute einfacher wäre.



Du hast ja auch eine Generation Vorsprung


Brisanz2009
Geschrieben

Ich hatte ein Mädchen in der Grundschule, wo es von Anfang an klar war das sie lesbisch ist.

Sie war immer die Größte (Körpermaße sagen nichts über die sexuelle Ausrichtung aus), war besser als die Jungs im Sport, und war auch immer bei den Jungs dabei.....ärgerte uns Mädchen auch immer (ebenso wie die Jungs). Sie hatte eine unbändige Kraft (für mich als kleines Mädchen, war das so). Ich hatte immer angst vor ihr, sie schaute mich immer so grimmig an und ich dachte sie würde mich nicht mögen (später erfuhr ich, dass es ganz anders war )
Das Einzige was sie Unterschied, sie hatte gaaaaaaaaaaaaaaaanz langes Haar bis über den Hintern, dass sie allerdings immer zu einem Zopf geflochten hatte, und unter ihrer "Bomberjacke" versteckt. Ihre Eltern ließen es nicht zu das sie Es abschnitt, sie mochte es nämlich nicht.

Ich hatte sie einige Jahre aus den Augen verloren, und traf sie dann mal mit einer jungen Frau an der Hand. Sie hatte kurzes Haar, ein Cappy auf dem Kopf, sehr "jungenhaft/männlich" gekleidet.

Ich war absolut nicht überrascht sie "so" zu sehen, und ich denke so ging es den Meisten. Wir quatschten, und ich erzählte ihr von meiner Angst die ich vor ihr hatte. Sie lachte nur und erklärte mir, dass ich quasi ihre erste große (heimliche) Liebe gewesen sei, und sie einfach nicht gewusst hätte was mit ihr los sei. Sie wusste ja auch, dass es nicht "normal" ist in ein Mädchen verliebt zu sein. Sie wollte sich ja in Jungs verlieben, doch es gelang ihr eben nicht.

Also, da sie selber nicht wusste wohin damit, ging sie auf Distanz obwohl es schwer für sie war.

Ihr Coming Out hatte sie nie offiziell, aber es wusste eh schon Jeder.

Fazit: wir sind damals völlig unbedarft mit ihr umgegangen, sie war immer anerkannt wie sie war....eher im Gegenteil, sie war sehr geachtet und beliebt....und ich glaube wäre sie "wirklich" ein Junge gewesen, hätten sich reihenweise Mädchen in sie verknallt.


Unknown1905
Geschrieben

Also Ich bin 90er Baujahr und ich seh jeden hier als Mensch, ob er/sie Homosexuell ist oder Hetero. Ist mir egal. Für mich ist das was zählt wie der Mensch tickt und was für Charakter diese Person hat.


Obwohl ich ein junger Südländer bin :P


oneoldmilf
Geschrieben

Jedem das Seine!


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