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Wie ernst sind SM-Profiltexte zu nehmen?....

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Also ich habe überhaupt keine Ahnung von SM und möchte auch keine poppen.de SM-Liebhaber hiermit ärgern........

Ich habe heute auf einem anderen Portal in einem weiblichen Profiltext folgende Äußerungen gelesen....

Da schreibt die Dame
-sie sei Eigentum eines Herren, dem sie ihr Leben mit absoluter Hingabe widmen würde.
- sie würde keine Mails ohne seine Erlaubnis beantworten.
- es wäre ihr tiefestes Bedürfnis ihren Herren zu dienen..

Das hört sich für mich nach 24/7 Unterwerfung an. Und das wäre eine recht traurige Geschichte. Eine Frau, die ihre Selbstbestimmung vollkommen aufgegeben hat...

Oder sind solche Aussagen einfach nur ein Rollenspiel ohne Auswirkung auf das alltägliche Leben?

Nun, wie ernst sind solche Aussagen zu nehmen?


VampiWolf
Geschrieben

kann sein das es so ist wie sie das schreibt, kann aber sein das es nicht so ist.. Wer soll dir darauf die antwort geben können wenn nicht die person die diesen text verfasst hat? Alles andere ist doch nur spekulatius! Mhh zu weihnachten immer wieder lecker..... ;-)


Liebegesucht001
Geschrieben (bearbeitet)

ich denke das siehst du etwas falsch... sie hat drei Punkte aufgezählt , die sie für sich entschieden hat...
dass heißt doch aber nicht, dass sie "nur" nach der Pfeife ihres Doms tanzt...
und ob du das nun traurig findest oder nicht..es ist ihr Wille so zu leben, was auch immer die Ursachen sind

auch BDSM ist sehr vielseitig....


bearbeitet von Liebegesucht001
DickeElfeBln
Geschrieben

@ dream

diese frauen sind sehr stark, die darfst du nie..mit denen verwechselen, die sich in häusslicher gewalt nicht von dem mann lösen können
nur die stärke und ihre selbstbestimmtheit ermöglichen es ihnen, sich für dieses unterwerfen zu öffnen - heute können sie damit umgehen, früher wären sie dafür verachtet worden


Geschrieben

Also ich habe überhaupt keine Ahnung von SM


Genau das macht Dein Unverständnis für den Profiltext aus....

Wenn Du Dich damit mal befasst,
Dir entsprechend ein wenig Kenntnis aneignest...
wirst Du feststellen, das genau diese Frauen mehr Selbstbestimmheit haben als viele Frauen in gewöhnlicher Beziehung[SIZE=4].
[SIZE=4]Ebenso gibt es auch Beziehungen, in den[SIZE=4]en MANN die dienende Rolle hat und im Berufs[SIZE=4]leben als Chef das Zepter schwingt.....
viele Facetten und viel zu erkunden für Dich
[/SIZE][/SIZE][/SIZE]
[/SIZE]


Geschrieben

Wie verträgt sich aber eine hohe Selbstbestimmtheit mit bedingungsloser Unterwerfung? Da ist für mich ein Widerspruch drinn....


ispy36
Geschrieben (bearbeitet)

es ist eigentlich ganz einfach, wenn man weiß, wovon man spricht, beziehungsweise einen gemeinsamen horizont hat.

die stärke liegt eben in der selbstbestimmung, diese abzugeben und sich auf führung einzulassen.
du kannst es nicht verstehen, wenn du es nicht empfindest, da bleibt dir eventuell nur kopfschüttelnde toleranz.
dahinter steht ja eine neigung, ein inneres verlangen.
und dazu bilden sich eben die entsprechenden paarungen.

ob es ernstzunehmen ist?
nicht immer, es gibt viele spielbeziehungen.
in anderen fällen ist es unter umständen eine bindung, die über deine vorstellungskraft geht.


bearbeitet von ispy36
SinnlicheXXL
Geschrieben

Dreamseller, mach dir nichts draus. Ich kann das genau so wenig nachvollziehen. Aber das Gute ist - müssen wir auch nicht! Wir können weiterhin unsere ganz normalen Beziehungen leben und die Leute, die auf so was abfahren, ihre BDSM-Beziehungen leben lassen.

Übrigens: Manchmal habe ich hier den Eindruck, dass BDSM teielweise etwas glorifiziert wird. Es mag gut sein, dass EUCH das mehr gibt, als eine Vanilla-Beziehung. Aber ich fürchte, auch in dem Bereich (zumindest laut dem, was mir einige Männer von ihren Erfahrungen aus dem BDSM-Bereich berichtet haben) gibt es genug schwarze Schafe. Menschen, die andere quälen, weil sie in Wahrheit psychische Probleme haben. Andere, die sich rund um die Uhr scheiße behandeln lassen, weil sie Angst vor Einsamkeit haben, etc oder jemandem auf negative Art hörig sind...


Banggangster001
Geschrieben

überhaupt nicht.....
ich finde nicht nur die Profile gelegentlich dämlich(vor allem die von Männern geschriebenen) und albern. So wie es bei meinen Clubbesuchen mich immer wieder belustigt die peitschenschwingende Fraktion presswurstgleich in Ihren Lack- und Lederklamotten zu bewundern.

Obwohl, eine Sklavin für die niederen Hausarbeiten, warum nicht mal? Ein Keller ist bei mir noch frei.

Jedem Tierchen sein Pläsierchen - jeder nach seiner Fasson


Geschrieben

Du hast Recht Sinnliche....

............................

Was den Text betrifft habe ich mich auch gefragt, ob er tatsächlich von der Frau oder aber von ihrem Herren geschrieben wurde...
Beim Lesen des Profiltextes hatte ich die Fantasie, der Dom hätte sich die Lobeshymne selbst geschrieben...


Geschrieben

Wenn man nicht gestört ist glorifiziert man seine Sexualität, vor allem dann wenn man sie gerade neu für sich gefunden hat. Ambivalenz hält in der Phase kaum jemand aus.

Ganz unabhängig davon was man da für sich gefunden hat - das was man ist, ist richtig - und alles andere ist seltsam, komisch und wenn es weit abweicht irgendwie krank.

Da fehlt einen dann schon mal die Vorstellung das es Menschen gibt die ohne Sex glücklich sind, während andere die Begrenzung von Sex auf Penetration unvorstellbar finden, können wieder andere sich nicht vorstellen das Menschen tatsächlich einen Orgasmus kriegen können WEIL sie herzhaft verdroschen werden.

Ist bei mir auch nicht anders, ich empfinde Leute die sexuell weniger ambivalent als seltsam begrenzt.

Das ist aber nur ein Gefühl, mein Verstand sagt was anderes;
Denn niemand sucht sich seine Sexualität aus. Klar gibt es Suchende, Menschen die Dinge ausprobieren. Aber es ist keine Frage des freien Willens ob man schwul, bi, hetero, fetischistisch oder pervers ist. Man ist das einfach - und wie das für andere aussieht oder sich für andere anfühlt ist vollkommen wurscht.

Den Akteuren soll es gut gehen, nicht den Zuschauern. Denn die Sexualität eines Menschen ist kein Unterhaltungsprogramm für andere.

Pan


Geschrieben (bearbeitet)

Es ist ja dennoch auffällig, dass bei anderen sexuellen Vorlieben, die Leute es nicht für notwendig erachten so ausführlich darüber zu berichten wie toll der Partner sei....während hier er regelrecht glorifiziert wird....


bearbeitet von Dreamseller
geniesserin56
Geschrieben

.... dass bei anderen sexuellen Vorlieben, die Leute es nicht für notwendig erachten so ausführlich darüber zu berichten wie toll der Partner sei....während hier er regelrecht glorifiziert wird....


"die Leute" finde ich aber doch zu pauschal, Dreamseller. Und auch auf dieser Plattform kannst Du Profiltexte finden, in denen einige Leute sich begeistert über ihren Partner äußern.

Und warum findest Du eine Aufgabe der Selbstbestimmung traurig? Wenn sie selber es so bestimmt hat... und Beide! damit glücklich oder wenigstens zufrieden sind?
Traurig würde ich es zum Beispiel in dem Fall finden, wenn ein Mann sich wie ein absoluter Diktator aufführt und die betreffende Frau sich nicht wehren kann.


Geschrieben

Es ist ja dennoch auffällig, dass bei anderen sexuellen Vorlieben, die Leute es nicht für notwendig erachten so ausführlich darüber zu berichten wie toll der Partner sei...



Nun, du hast einen riesen Kuchen. Aus diesem Kuchen schneidest du ein winziges Stück heraus und findest dort:

Submissive Frauen mit ihren dominanten männlichen Partnern.

Der starke Prinz auf dem weißen Pferd und die schwache Cinderella auf seinem Schoss auf ihrem Ritt in den Sonnenuntergang zum heimischen Schloss. Beide frisch verliebt. Er will nur ihr Bestes und sie will ihm alles geben - niemals zuvor hat sich ein roter Hintern so besonders angefühlt.

Das ist die totale Überhöhung aller romantischen Wichsfantasien! Da sollte einen jede Menge Bla nicht wundern.

Das Problem ist jedoch, das dieser winzige Ausschnitt keine ordentliche Referenz für den Rest vom Kuchen darstellt. Er stellt nicht mal eine ordentliche Referenz für Submissive Frauen mit mit dominanten männlichen Partnern dar - sondern tatsächlich nur den Teil der bei Nicht-SM'er die meiste Resonanz erzeugt.

Übertrieben gesagt: Mann wäre schon mal gerne der Märchenprinz mit einem sexuellen aktiven hingebungsvollem Aschenputtel - nur diesen SM-Kram findet man irgendwie doof.

Das das ganze SM-Gedöns auf freiem Willen, gleichberechtigten Verhandlungen und Konsens basiert - ist viel zu weit weg von den üblichen Beziehungserfahrungen, als das dadurch große Resonanz entstehen könnte.

pan


Geschrieben


Da schreibt die Dame
-sie sei Eigentum eines Herren, dem sie ihr Leben mit absoluter Hingabe widmen würde.
- sie würde keine Mails ohne seine Erlaubnis beantworten.
- es wäre ihr tiefestes Bedürfnis ihren Herren zu dienen..

(...)
Nun, wie ernst sind solche Aussagen zu nehmen?



Ich bin ziemlich sicher, dass sie mindestens zum Zeitraum des Schreibens gefühlt und gelebt werden. Liebe und Verliebtheit können ja nun sehr starke Gefühle mit sich führen (ich kenn das jedenfalls so, und ich gehe davon aus, dass z.B. das beliebte Krimithema "Verbrechen aus Leidenschaft" nicht rein auf Fiktion und epischer Übertreibung beruht), die in allen möglichen, von außen eher sonderbar anmutenden Handlungen führen.

Jemanden seine Mails lesen zu lassen und sich die Erlaubnis geben zu lassen, diese zu beantworten ist da bei weitem nicht das exotischste. Das tiefste Bedüfrnis, jemandem zu dienen ist auch nur eine etwas andere Formulierung des Gefühls, das einen "ich würde alles für dich tun!" sagen oder denken lässt. "Alles" kann da eine ganze Menge mehr sein, als man in der Normalausprägung täte - oder bin ich da ein Einzelfall...?

Was so etwas zu etwas Außergewöhnlichen macht, ist weniger die Tiefe des Gefühls absoluter Hingabe, sondern die Dauer. Wenn jemand so etwas für ein,zwei Jahre mit dem gleichen Herrn durchzieht, ist das nix wirklich bemerkenswertes. Da brauchts nichtmal besonders ausgeprägte Neigung was Submission angeht. Nach 5 Jahren in dieser Beziehungsform (und demselben Partner) könnte man das dann schon eher was sagen.


Geschrieben



Und warum findest Du eine Aufgabe der Selbstbestimmung traurig? Wenn sie selber es so bestimmt hat... und Beide! damit glücklich oder wenigstens zufrieden sind?
Traurig würde ich es zum Beispiel in dem Fall finden, wenn ein Mann sich wie ein absoluter Diktator aufführt und die betreffende Frau sich nicht wehren kann.



Selbstbestimmung und Kontrolle über das eigene Leben sind doch ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Deswegen ist das für mich ein Widerspruch wenn jemand mit so viel "Freude" die Kontrolle abgibt.
Ist es tatsächlich Glück oder ist es die Freude endlich die Selbstunsicherheit dadurch zu kompensieren indem man alle Entscheidungen einer anderen Person überträgt?
Zufriedenstellen ist bestimmt die Tatsache, dass endlich eine Lösung da ist. Traurig bei der Geschichte ist, dass sich das Selbstbild nicht ändert. Diese Person erlebt sich weiterhin als unsicher und nichselbständig wenn sie alleine ist.
Die Kontrolle abzugeben wäre in diesem Fall ein Versuch das Leben besser unter Kontrolle zu haben, aber durch eine schlechte Lösung.


Nun, du hast einen riesen Kuchen. Aus diesem Kuchen schneidest du ein winziges Stück heraus und findest dort:

Submissive Frauen mit ihren dominanten männlichen Partnern.

Der starke Prinz auf dem weißen Pferd und die schwache Cinderella auf seinem Schoss auf ihrem Ritt in den Sonnenuntergang zum heimischen Schloss. Beide frisch verliebt. Er will nur ihr Bestes und sie will ihm alles geben - niemals zuvor hat sich ein roter Hintern so besonders angefühlt.

Das ist die totale Überhöhung aller romantischen Wichsfantasien! Da sollte einen jede Menge Bla nicht wundern.



In diesem Zusammenhang kann ich das nachvollziehen. Es ist die SM-Art romantisch zu sein und seine Liebe auszudrücken.


Das Problem ist jedoch, das dieser winzige Ausschnitt keine ordentliche Referenz für den Rest vom Kuchen darstellt. Er stellt nicht mal eine ordentliche Referenz für Submissive Frauen mit mit dominanten männlichen Partnern dar - sondern tatsächlich nur den Teil der bei Nicht-SM'er die meiste Resonanz erzeugt.



Was wäre dann repräsentativ für den SM-Kuchen? Wie würde eine durschnitlliche SM-Frau ihr Profiltext formulieren? Wie würde sich eine Sub, die ihre romantische Phase hinter sich hat, über ihren Partner äußern?


Übertrieben gesagt: Mann wäre schon mal gerne der Märchenprinz mit einem sexuellen aktiven hingebungsvollem Aschenputtel - nur diesen SM-Kram findet man irgendwie doof.


Das das ganze SM-Gedöns auf freiem Willen, gleichberechtigten Verhandlungen und Konsens basiert - ist viel zu weit weg von den üblichen Beziehungserfahrungen, als das dadurch große Resonanz entstehen könnte.



Wie sehen doch solche Verhandlungen aus? Und was haben der Dom bzw. die Sub von einem Konsens?
Für jede Handlung gibt es einen Grund. Man macht etwas, weil man damit etwas bekommt oder, weil man somit etwas vermeiden kann.


Jemanden seine Mails lesen zu lassen und sich die Erlaubnis geben zu lassen, diese zu beantworten ist da bei weitem nicht das exotischste. Das tiefste Bedüfrnis, jemandem zu dienen ist auch nur eine etwas andere Formulierung des Gefühls, das einen "ich würde alles für dich tun!" sagen oder denken lässt. "Alles" kann da eine ganze Menge mehr sein, als man in der Normalausprägung täte - oder bin ich da ein Einzelfall...?



Anders gesagt "ich diene dir, weil ich dich so sehr liebe. Ich gebe dir die Kontrolle über mein Leben, weil ich dich so sehr liebe".
Durch die Unterwerfung wird bestimmt ein Bedürfnis befriedigt. Aber welches?
Und ist das was nach Außen getragen wird tatsächlich der Ausgangspunkt für dieses Verhalten?


Geschrieben

egal was wer im I-net an BDSM buchstaben quirlerei verbockt ,ist alles müll der in die tonne gehört !

Keine beschreibung ,text oder auflistung wirt dies je richtig darstellen ,keine !

Das Tema BDSM ist so vielschichtig wie die leute die es Praktizieren ,wenn sie schreiben das sie es Leben wo möglich 24/7 (24/7 liest mann offt und bedeutet 24 stunden 7 tage) das schafft keiner niemand niemals Kann wer 24/7 dev/dom ,sado/maso oder sonst wie druf sein ;;;keiner never niemals !

Die wo es behaupten sind maulhelden mit zu kompenzierenden komplexen !!!!


Ein DOM ist eine Herausragende Katedrale und nicht die abkürzung Für Domteur,dominus oder sonst was !

Devot bedeutet hingabe und heist in sexuellem bereich das die devote person sich erst mal ihrer eigenen lust voll hingeben kann und will und nicht jemanden anderes !!

Eine person kann auch seltens eine SM situation wieder geben ,denn selbst switcher sind meist mehr Sado oder maso und können das gesamte empfindungsfeld nicht wiedergeben !!

Solche erkentnisse erlangt man nicht im internett sondern wenn man real mit leuten zusammentrifft die BDSM praktizieren ,und sie nicht nur wärend ihrer selbstdarstellung im auge behält !


Geschrieben (bearbeitet)

Ich habe "per Zufall" vor einiger Zeit "die Geschichte der O" in die Hände bekommen und gelesen und seit dem beschäftigt mich die Thematik des Buches und generell die Frage nach Selbstbestimmung und BDSM.
Ich muss dazu sagen, das ich keine persönlichen Erfahrungen in diesem Bereich habe und mein Interesse zumindestens momentan weniger sexueller als eher allgemeiner bzw. psychologischer Natur ist.

Mein bisheriges Fazit: Die Vorstellung, die eigene Unterwerfung unter jemand anderen als Ausdruck, z.T. glorifiziert unter BDSMlern als "den Ausdruck" des eigene freien Willens zu verstehen, will mir auch nach monatelangem Nachdenken, drüber reden, auch mit Menschen, die Erfahrung in diesem Bereich haben, nicht gelingen, im Gegenteil.

Ich versuche mal, einige der Beiträge hier aufzugreifen, um meinen Standpunkt ein wenig zu verdeutlichen:

Denn niemand sucht sich seine Sexualität aus. Klar gibt es Suchende, Menschen die Dinge ausprobieren. Aber es ist keine Frage des freien Willens ob man schwul, bi, hetero, fetischistisch oder pervers ist. Man ist das einfach - und wie das für andere aussieht oder sich für andere anfühlt ist vollkommen wurscht.
Pan



Genau hier möchte ich wiedersprechen: Erich Fromm hat mal geschrieben, dies sei wohl die bislang erste Gesellschaftsform, in der ein Bedürfniss allein deshalb legitim ist, weil es "da" ist.
Ich glaube nicht, das wir einfach "Die" sind, die wir sind, die Sexualität haben, die wir haben etc.
Ich glaube, wir sind geprägt, sowohl biologisch als auch kulturell, aber wir haben die Möglichkeit, zu reflektieren und auch zu Agieren und auch zu Entscheiden, was wir als erstrebenswert empfinden.
Es ist also nicht so, als wären wir als BDSMler, Blümchensexler, Strumpfhosenfetischisten oder was auch immer geboren und nun schicksalhaft dazu verdammt, nur so unsere Lust genießen zu können.(Sicher, was Hetero und Homosexualität angeht, mag das schon eher bestimmt sein, aber das ist ein anderes Thema)
Dahinter stecken Geschichten, Lebensgeschichte von Menschen und in diesen Geschichten hat es tausende und abertausende an Kreuzwegen gegeben, Entscheidungen, Gegebenheiten, Schicksalsschläge usw. die dazu geführt haben, das eine Person da ist, wo sie ist.

Meiner Argumentation folgend heisst das auch, dass wir durchaus die Möglichkeit haben, mit unseren Bedürnissen umzugehen, genauso aber, diese zu verkennen, aufgrund von unserer Lebenssituation nicht reflektieren zu können und auch, uns Aufgrund unserer Bedürfnisse in Situationen zu bringen, die uns schaden.

Wenn man nicht gestört ist glorifiziert man seine Sexualität, vor allem dann wenn man sie gerade neu für sich gefunden hat. Ambivalenz hält in der Phase kaum jemand aus.



Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen, ich würde sogar soweit gehen, eine solche Aussage nicht nur auf die eigene Sexualität zu beziehen, sonder grundsätlich auf alles, was ein Mensch tut.
Es scheint so eine Art anthropologische Konstante zusein, das Menschen ihr eigenes Handeln nicht als Ambivalent wahrnehmen können, bzw. das dann immer schon den Anschein des Phatologischen hat, sondern sich selbst und ihre Taten immer als grundsätzlich erstrebenswert darstellen müssen.

Genau hier ist mein Zweifel am größten.
Denn die Anforderungen, so wie z.B. der OP in diesem Thread zitiert hat, an einen devoten Part in einer BDSM Beziehung der Preis den der/die Einzelne zu zahlen hat, sind dermaßen hoch, dass, so glaube ich, die wenigsten, die dazu im Stande sind, zu verstehen, was solche Aussagen bedeuten, Gefallen daran fänden, dies auch zu tun.

Und alle Anderen glorifizieren etwas, von dem sie keine Ahnung haben, laufen einem "Trend" hinterher, einer Spielart, die durchaus sehr gefährlich sein kann, auf jeden Fall schmerzhaft^^, die merkwürdigsten Arten von Beziehungssymbiosen- und auch Neurosen Raum schafft und die DEFINITIV nichts mit freiem WIllen zu tun hat.


bearbeitet von rhainer_zufall
BB_Swinger
Geschrieben (bearbeitet)

Also ich habe überhaupt keine Ahnung von SM ...



Jawoll, das liest man auch sehr deutlich aus Deinen dann folgenden Ausführungen.

Falls Du Ahnung von SM erlangen möchtest -wozu möchtest Du Ahnung von SM erlangen?- dann belies Dich in entsprechenden Foren und Gruppen.

Eine Diskussion unter/mit Ahnungslosen -die dann auch noch vergessen, daß sie keine Ahnung haben- ist meist nicht sehr ergiebig.


bearbeitet von BB_Swinger
DerWeisseRitter
Geschrieben

Gibt in diesem Gesamtzusammenhang ein paar tolle Zitate, die ich einfach mal unkommentiert zum Nachdenken in den Raum werfen möchte ... ich denke, bei den meisten ist klar, worin der Zusammenhang bestehen könnte, auch wenn einiges davon eher politisch gemeint war

"Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht." (Abraham Lincoln)

"Macht ist das stärkste Aphrodisiakum." (Henry Kissinger)

"Die Bescheidenheit ist eine Eigenschaft, die vom Bewusstsein der eigenen Macht herrührt." (Paul Cézanne)

"Es gibt keinen größeren Beweis der Tugend, als daß man grenzenlose Macht besitzt und sie nicht mißbraucht." (Lord Thomas Babington Macaulay)

"Macht ist die einzige Lust, derer man nicht müde wird." Oscar Wilde

"Ich gebe zu, daß in der Macht ein Element des Bösen steckt. Aber das Gute, das wir in ihr suchen, ist ohne jenes Böse nicht zu haben."

und

"Keine Macht ist stark genug, um von Dauer zu sein, wenn sie unter Furcht wirkt." (beide Marcus Tullius Cicero)

"Der Mensch muß sich der Macht unterwerfen, wenn er sicher sein will, und er lebt gern in den Armen der Macht, wenn sie ihn schützt." Johann Heinrich Pestalozzi

... und zuletzt: Nur wer die Macht über sich selbst besitzt, kann diese auch abgeben. (DWR)


LappaMajor
Geschrieben

@ Dreamseller


Ich verstehe nicht welchen Sinn deine Fragen machen sollen, wenn du eh nicht gewillt zu sein scheinst mit den Antworten DEINE eigene Einstellung zu hinterfragen? Oder ist das Ganze eine Art „Prozess“, in dem du versuchst die Anklage: „SMler sind nicht ernst zu nehmen und fehlgeleitet“ zu formulieren und zu verifizieren?


Ich sehe leider keine Bewegung in dem, was du schreibst. Noch immer hälst du DEINEN Widerspruch aufrecht, selbst nach diversen Antwortversuchen hier. Zudem führst du Unterstellungen und Interpretationen fort, sprichst von Unsicherheiten und Traurigkeit- diese stammen allerdings rein aus DEINER Fantasie.


Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn du bei deinem ersten Satz geblieben wärst:


Also ich habe überhaupt keine Ahnung von SM...





@ SinnlicheXXL



Wir können weiterhin unsere ganz normalen Beziehungen leben und die Leute, die auf so was abfahren, ihre BDSM-Beziehungen leben lassen.





Auf den ersten Blick ist das ja ein netter Satz. Aber dann....



Was gibt dir das Recht zu behaupten, das die Bezehungen, die DU führst als „normal“ zu bezeichnen und damit anders gelagerte Entwürfe auszuklammern und zu diskreditieren?



Genau diese Abwertung unternimmst du in deinen weiteren Worten, in dem du Sachverhalte konstruierst bzw erhöhst, die nur genannt werden, um deine hohe Intoleranz gegenüber BDSM- Beziehungen auszudrücken. Und zudem passt dies überhaupt nicht zu deinem Lippenbekenntnis, das du solche Menschen „leben lassen“ willst.



Niemand würde hier behaupten, das DEIN Beziehungsentwurf jenseits der Normalität ist, was aber sicher gedacht werden könnte- ich würde sogar soweit gehen, das du durch die Herabsetzung anderer Beziehungsentwürfe deinen Eigenen für dich legitimieren willst- und wenn das so ist, dann stinkt das zum Himmel- meine Meinung!



@ Hirtengott



Was du schreibst gefällt mir sehr- ich finde es schade, das deine Äuserungen wenig Anklang finden- sie hätten mehr Aufmerksamkeit verdient, scheinen im allgemeinen „Querlesen“ unterzugehen- lass dich trotzdem nicht entmutigen :-)


Geschrieben (bearbeitet)



Falls Du Ahnung von SM erlangen möchtest -wozu möchtest Du Ahnung von SM erlangen?- dann belies Dich in entsprechenden Foren und Gruppen.


Ich möchte nicht Ahnung von SM erlangen, sondern die Gedankenwelt kurz beleuchten. Es gibt hier Menschen, die Erfahrung damit haben und etwas von ihren Gedankenwelt mitteilen. Und es gibt Menschen, die keine Erfahrung damit haben, aber bereit sind sich Gedanken darüber zu machen. Somit kann man das Thema von verschiedenen Blickwinkeln betrachten.
Techniken interessieren mich nicht, sondern nur Gedanken und Einstellungen..


Eine Diskussion unter/mit Ahnungslosen -die dann auch noch vergessen, daß sie keine Ahnung haben- ist meist nicht sehr ergiebig.


Du scheinst ja Erfahrung damit zu haben, traust dich aber nicht etwas zu posten. Und eben, weil ich keine Ahnung habe, würde ich mir gerne von dir erklären lassen. Wenn du zum Arzt gehst, kann er dir erklären woran du leidest, obwohl du keine Ahnung von Medizin hast. Und das kann er auch in einem längeren Gespräch machen und dir Details geben.
Wenn du tatsächlich SM-Erfahrung und Zugang zu den grundlegenden Einstellungen und Gedanken hast, kannst du bestimmt zu diesem Thema beitragen.

@Lappa

und ich versuche gerade deinen Beitrag zur Diskussion zu entdecken. Dein Beitrag besteht nur aus Kritik an mich. Was du persönlich zum Thema sagen möchtest, habe ich nicht entdecken können.
Die Frage ist vielmehr wie siehst du Selbstbestimmung im SM-Kontext?
Es tut mir Leid, dass ich deiner strengen Vorstellungen nicht entspreche. Schuldig im Sinne der Anklage?


bearbeitet von Dreamseller
LappaMajor
Geschrieben

@Lappa

und ich versuche gerade deinen Beitrag zur Diskussion zu entdecken. Dein Beitrag besteht nur aus Kritik an mich. Was du persönlich zum Thema sagen möchtest, habe ich nicht entdecken können.



Dann hast du weder komplett noch aufmerksam gelesen- schade...Und die Lappaschublade "Der schreibt ja nichts zum Thema" gammelt auch langsam, gähn...


Die Frage ist vielmehr wie siehst du Selbstbestimmung im SM-Kontext?



Zu diesem Thema gibt es ganze Bücher, du wirst nicht erwarten, das ich mich in der Lage sehe diese Frage im Handstreich zu beantworten. Interessant finde ich die Zitate vom WeissenRitter, den Beitrag von Ispy und, wie gesagt, die Äusserungen von Hirtengott :-)

Bei echtem Interesse an der Fragestellung bedarf es sicher weit mehr als bei poppen.de einen Thread zu erstellen und mal zu warten, was man da so pro und kontra zu lesen kriegt...Beschäftigst du dich mit diesem Thema wietergehend?


Es tut mir Leid, dass ich deiner strengen Vorstellungen nicht entspreche. Schuldig im Sinne der Anklage?



Strenge Vorstellungen habe ich nicht- wieder einmal eine Interpretation deinerseits- und eine Anklage gab es ebenfalls nicht.

Ist aber völlig OK, wenn dir deine Schubladen reichen, um Äusserungen zu deinem Thema zu kategorisieren und abzuhaken- dauert bestimmt nicht mehr langem bis es wieder heisst:

"SMler sind krank und deren Verhalten nicht nachvollziehbar- also müssen wir auch keine Toleranz üben"

Also: Weiter so....


Geschrieben

Dann hast du weder komplett noch aufmerksam gelesen- schade...Und die Lappaschublade "Der schreibt ja nichts zum Thema" gammelt auch langsam, gähn...



Ich bin also nicht der erste, der das meint. Was bedeutet das wohl?




Zu diesem Thema gibt es ganze Bücher, du wirst nicht erwarten, das ich mich in der Lage sehe diese Frage im Handstreich zu beantworten. Interessant finde ich die Zitate vom WeissenRitter, den Beitrag von Ispy und, wie gesagt, die Äusserungen von Hirtengott :-)



Das erwarte ich nicht. Hier hast du mir aber lediglich mitgeteilt, was du interessant findest, aber noch nicht deine Meinung dazu geäußert.



Ist aber völlig OK, wenn dir deine Schubladen reichen, um Äusserungen zu deinem Thema zu kategorisieren und abzuhaken- dauert bestimmt nicht mehr langem bis es wieder heisst:
Also: Weiter so....



Ich frage deswege um keine Schubladen zu haben. Sarkassmus gehört ja nicht in ein Diskussionsthread. Deswegen werde ich jetzt auch nicht nach Sarkassmusgründen nachfragen...


LappaMajor
Geschrieben

@ Dreamseller

Eine "fertige" Meinung" habe ich zu diesem Thema nicht, die brauche ich auch nicht, denn es gibt durchaus nicht nur schwarz und weiss- normal und unnormal, gesund und krank...Wenn ich mir Gedanken zu dem Thema mache, dann nehme ich z.B. die Beitrage der oben genannten User zu Hilfe- und auch eine Intoleranz a la SinnlicheXXL hilft mir bei einer temporären Positionsbestimmung.Desweiteren tausche ich mich bei Bedarf mit "Insidern" aus oder suche mediale Möglichkeiten, mich dem Thema zu nähern, wenn es mich interessiert...

Aber ich mache sicher nicht ein Thema bei poppen.de auf, stelle Pseudofragen, um dann gleich klarzustellen, das ich keine Ahnung habe- dafür aber jede Menge festgefahrene Ansichten.


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