Jump to content
Grayling

Ist Anonymität ein hohes Gut ???

Empfohlener Beitrag

Geschrieben (bearbeitet)

Es gab vor 1-2 Tagen im F&U-Bereich den Thread -Dorf oder Stadt-,in denen User die Vorlieben ihrer Lebensweise hinsichtlich des Wohnortes darlegten.
Bei den Freunden des urbanen Lebens wurde als Grund des öfteren eine anonyme Lebensweise in der Stadt als hohes Gut oder sagen wir mal wichtigen Grund genannt, um in der Stadt zu leben.

Ob Land oder Stadt darum geht es mir nicht.

Aber ein anonymes Leben als hohes Gut zu bezeichnen hat mich ehrlich gesagt, etwas schockiert.

Unsere Welt wird eh immer grauer und gleichförmiger wenn man selbst nicht gegensteuert, aber ein gesichtloses Dasein zu fristen, nur um möglichst wenig Verantwortung zu tragen oder vielleicht keine langfristigen sozialen Kontakte aufbauen zu wollen/müssen/können ist für mein Verständnis mehr als fraglich und nicht der Sinn menschlicher Existenz.
Natürlich ist auch das I-Net,also hier, ein anonymer Platz so das solche Aussagen auch nicht verwundern .
Gibts Meinungen??????


bearbeitet von Grayling
DickeElfeBln
Geschrieben



Aber ein anonymes Leben als hohes Gut zu bezeichnen hat mich ehrlich gesagt, etwas schockiert.



ich denke nicht, das sich die hier gemeinte annonymität...auf eine vollkommen isolierte lebensweise bezog, eher darauf...das in der stadt...es keinen interessiert, welche butter du im discounter einkaufst, wobei im dorfkonsum,...du anhand deines einkaufes...genau auseinandergeflückt wirst &lt - beispiel


Lilleblomst
Geschrieben (bearbeitet)

Meiner VP stimme ich da voll zu.


In der Stadt such ich mir meine "Kreise" aus, wer sich im Dorf mir aufdrängt muß ich akzeptieren oder ich liefere mal wieder "Tratschfutter"


bearbeitet von Lilleblomst
Geschrieben

Eine schwer zu beantwortende Frage!

Zum einen bekommt man tatsächlich den Eindruck, die Menge sucht die Anonymität, um eben dem Thema "Verantwortung" zu entkommen.

Auf der anderen Seite ist es verwunderlich, wie (wahrscheinlich dieselben Menschen) Ihre Daten überall preisgeben. Ich spiele jetzt auf soziale Netzwerke im Internet an.

Wahrscheinlich sind wir da alle etwas Schizophen? :-)


tenjin
Geschrieben

Unsere Welt wird eh immer grauer und gleichförmiger wenn man selbst nicht gegensteuert, aber ein gesichtloses Dasein zu fristen, nur um möglichst wenig Verantwortung zu tragen oder vielleicht keine langfristigen sozialen Kontakte aufbauen zu wollen/müssen/können ist für mein Verständnis mehr als fraglich und nicht der Sinn menschlicher Existenz.



wäre deiner Meinung nach das Gegenteil der Sinn menschlicher Existenz ? also so viele Menschen wie nur möglich kennen, mit ihnen auch dauernd Kontakt zu halten und sich in jede erdenkliche Verantwortung zu stürzen ?

für mich besteht der primäre Sinn menschlicher Existenz aus der Existenz selbst. alles andere wären nur nette oder unnette Modifikationen und Selbstverwirklichung oder ähnliches. aber diese sind keine Voraussetzung für eine Existenz.

ich habe z.B. nicht die Zeit mich jeden Tag mit Menschen zu treffen und mich auch noch intensiver auf sie ein zu lassen. vor allem, weil sie meistens so oder so nur loswerden wollen was sie über jemand anderen denken, was es neues in ihrer Lebensplanung gibt, was sie sich demnächst kaufen wollen, was es interessantes in der Glotze gab und ähnliches... ich bin kein Beschäftigungs-Therapeut


ohne-limitsDWT
Geschrieben

Ja, Anonymität ist ein hohes Gut, zumindest dann, wenn es darum geht, die Privat- und Intimsphäre zu schützen.

Es ist schon richtig, dass dieses, zumindest oftmals, in der Stadt einfacher ist, vorausgesetzt, man hat nicht eine "Erna Klink" aus der Lindenstraße beim Hauseingang wohnen.
Ich muss allerdings gestehen, dass mir übel wird, wenn ich die Wohnsilos betrachte.

Auf dem Land ist es etwas anders. Dort wird schon mal eher registriert, wenn verstärkt z. B. Damenbesuch erscheint. Allerdings gibt es auch auf dem Dorf verstärkt Mehrfamilienhäuser und dann ist schon wieder ungewiss, wo die Dame einkehrt.
Ideal ist es natürlich, wenn man in der glücklichen Lage ist, ein Haus außerhalb einer Ortschaft zu besitzen. Dort ist sowohl die Anonymität als auch die Wohnqualität gegeben.


Geschrieben

Hi ,
ich finde das schon sehr angenehm das nicht jeder mitbekommt wer bei mir ein und aus geht
Es hat schon seine Vorteile wenn man so abgeschieden lebt wie wir.
Gruß Gaby


Geschrieben

Da müsste man ja auch mal den Begriff Anonymität genauer definieren.

Im Eingangsposting wird er ja quasi gleichgesetzt mit sozialer Isolation, und dies finde ich nun doch etwas sehr weit gefasst.

Ich bin gerne ein soziales Wesen, allerdings möchte ich dies selbstbestimmt leben. Ich möchte also eine gewisse Kontrolle darüber haben, was-wer-wann über mich erfährt.

In Situationen, in denen ich an dieser Kontrollfunktion zweifele, versuche ich mich dann auch bedeckt zu halten, oder anders gesagt: Ich wahre meine Anonymität.

Dies schließt für mich in meinem Verhalten aber nicht aus, auf andere Menschen neugierig und offen zuzugehen, es ist kein Gegensatz, nur die Bewahrung von wem ich mich eventuell auch substantiell in Frage stellen lassen möchte und von wem nicht.

Das alles hat nichts mit dem Unterschied Stadt/Land oder auch Fluß zu tun, sondern mit einem (für mein Empfinden) persönlichem Filter.

Und das man in der Internetwelt möglichst wenig Reales von sich preis gibt,sollte sich doch mittlerweile rumgesprochen haben.


Sexykirsche666
Geschrieben

Es ist ein wertvolles Privileg, sich aussuchen zu können, mit wem man Kontakt hat und vor wem man sich rechtfertigt. Das eigene Privatleben als eigenes und privates ist ein hohes Gut, das ich zu schätzen weiß.
Wenn man so will, ist das eine Art der Anonymität, weil ich selbst bestimmen möchte, wem ich was über mein Privatleben verrate und wen ich über mich urteilen lasse.


Geschrieben

Also ehrlich gesagt ist Dortmund zwar Einwohnerstark und Flächengroß aber trotzdem ein Dorf. Kaum eine Busfahrt und kaum ein Warten an einer Ampel ohne Smalltalk mit irgendwem, den man kennt.


Geschrieben

Ich habe früher in der Großstadt gelebt, heute auf dem Land. Das Landleben kann man, wenn man will, auch anonym gestalten. Wenn man nett zu den Nachbarn ist, akzeptieren sie das auch.

Freiheit ist auf dem Land größer als in der Stadt. Ich kann im Wald allein sein, Einkaufszentren mit kostenlosen Parkplätzen sind vorhanden.

Und wenn ich will, bin ich mit Bahn oder Auto in 30 Minuten in der Großstadt.


Sexykirsche666
Geschrieben

Ich habe früher in der Großstadt gelebt, heute auf dem Land. Das Landleben kann man, wenn man will, auch anonym gestalten. Wenn man nett zu den Nachbarn ist, akzeptieren sie das auch.


Oder du weißt nur nicht, was sie über dich reden.


cuddly_witch
Geschrieben

[QUOTE=Grayling;10913473Aber ein anonymes Leben als hohes Gut zu bezeichnen hat mich ehrlich gesagt, etwas schockiert.[/QUOTE]



Warum schockiert? Ich finde das super und will es nicht anders haben


Engelschen_72
Geschrieben

Ich kenn beides, Stadt- und Landleben.
Ob meine Nachbarn auf`m Land wissen, was ich für `ne Marmelade esse oder nicht ist mir ehrlich gesagt schnurzpiepegal.
Das fällt für mich nicht unter "Privatleben", von daher...
Und mein eigenes privates Leben kann ich auch auf dem Land gut haben.


Geschrieben

Warum schockiert? Ich finde das super und will es nicht anders haben




weil ich sowas als "sozial verkümmert" empfinde.


Engelschen_72
Geschrieben

Die Leute, die ein anonymes Leben, als hohes Gut ansehen werden sich umsehen, wie es mal ist, wenn sie Hilfe benötigen.


Geschrieben

..

Ob Land oder Stadt darum geht es mir nicht.

Aber ein anonymes Leben als hohes Gut zu bezeichnen hat mich ehrlich gesagt, etwas schockiert.
...



Ein schönes Thema Grayling.

Da ich ahne, welchen Thread du meinst, werd ich dort mal den Kontext nachlesen

Anonymität, wie sie gern angeführt wird im Bezug auf Stadt oder Dorf ist mit Sicherheit kein hohes Gut. Der Mensch ist ein soziales Wesen, braucht Kontakte, Umfeld. Was passiert, wenn er das nicht hat, sieht man nicht erst bei Gewaltexzessen, sondern schon lange vorher.

Ich finde, man erkennt sehr schnell, wer "anonym" lebt, ist Menschenfeindlich. Nörgelt, jammert und das findet man (hier) zuhauf.

Ein gewisses Mass (Eszett) an Abstand zuweilen, ein Rückzug, all das ist nicht Anonymität. Diesen Abstand kann man in einer Stadt möglicherweise leichter handhaben als in einem kleinen Dorf, aber wer sowohl hier als dort anonym bleiben will, kann das überall.

Ich lebe in einer Grosstadt, die nichts weiter als eine Aneinanderreihung von vielen Kiezen (Dörfern) ist. Ich kann meinen Kiez leichter verlassen als einer, der von einem Dorf über Land ins nächste will, aber um in einem Kiez anonym zu sein, muss man das wollen

Hakyonia


×