Jump to content
Nixe_HRO

Vertrauen, Ehrlichkeit und Eifersucht

Empfohlener Beitrag

Nixe_HRO
Geschrieben

Wen auch immer man fragt - überall wird einem versichert, dass Vertrauen und Ehrlichkeit Grundwerte in einer Beziehung sind, und dass man beides selbstverständlich aufbringt und auch vom Partner erwartet. Und das gilt ausdrücklich nicht nur für eheähnliche Beziehungsformen, sondern auch für Affären, Freundschaft+ und was es nicht alles gibt.

So weit, so gut. Trotzdem ist nicht zu übersehen, dass hier immer wieder Themen wie Eifersucht, Betrügerei und Nachspionieren adressiert werden - und das passt mit Vertrauen und Ehrlichkeit einfach nicht zusammen. Wer vertraut, ist nicht eifersüchtig - wer ehrlich ist, betrügt den Partner nicht. Und mit "betrügen" meine ich jetzt alle Handlungen, von denen man dem anderen nichts erzählt, weil man weiß, dass dessen Reaktion einem nicht gefallen würde.

In einer gefestigten Beziehung ist das meist schon kein Thema mehr - entweder man hat inzwischen gelernt, einander zu vertrauen, oder man hat gelernt,sehr gekonnt zu lügen, oder man hat irgendwann keine Beziehung mehr. Aber wir sind ja hier im Kennenlern-Forum.

Deshalb meine Frage: wie handhabt ihr das Ganze in der Kennenlernphase?

1) Schenkt ihr neuen Menschen in eurem Leben sofort euer Vertrauen?
2) Wenn ja, wie reagiert ihr, falls ihr doch mal ins Zweifeln kommt?
3) Wenn nein, wie baut ihr Vertrauen auf?

Und auch wenn mich ein sehr schlauer Mensch mal darauf hingewiesen hat, dass eine Vorabdarstellung der eigenen Meinung kontraproduktiv ist, wenn man den Publikumsjoker befragen will, beantworte ich meine Fragen gleich mal selbst:

Ja, ich vertraue neuen Menschen grundsätzlich. Bin aber trotzdem nicht frei von Zweifeln und Unsicherheiten - immerhin kennt man einander noch nicht, weiß nichts über Wertvorstellungen etc. Aber da ich bis zum wirklich klaren Beweis des Gegenteils nie an der Ehrlichkeit meines Gegenübers zweifle, frag ich gegebenenfalls einfach nach. Ein einziges Mal, nur zur Klarstellung des Standpunktes. Also eher ein "sind wir eigentlich monogam, oder hast Du nebenbei noch was am Laufen" als ein tägliches "wo kommst Du jetzt her, warum ist es so spät geworden, läuft da etwa doch was?"-Genörgel. Klar, dabei besteht trotzdem immer das Risiko, dass der andere das als Misstrauensvotum wertet - aber das ist verglichen mit dem Risiko, dass die Unsicherheit mit den Zweifeln ne fröhliche Party startet, relativ erträglich. Und ich selbst werte Fragen ja auch nur als Zeichen von Interesse, und nicht als Misstrauen.

Der Nachteil dieses Ansatzes ist nur, dass ich dabei selbst die "vertrauensbildenden Maßnahmen" vergesse. Man tendiert ja leider dazu, von sich selbst auf andere zu schließen - also käme ich im Falle eines Falles z.B. gar nicht auf die Idee, einem Interessenten zu erklären, dass ich hier nur munter herumschreibe, mich aber keinen erotischen Aktivitäten hingebe. Ist für mich so selbstverständlich, dass ich schon das Erklären irgendwie komisch finden würde - frei nach dem Motto "Mach ich da was falsch, oder warum rechtfertige ich mich gerade?" Nur hat eben nicht jeder dieselben Selbstverständlichkeiten - und ich selbst bin ja auch dankbar für jede proaktiv gelieferte Information. Naja, zum Glück bin ich aktuell von einer Beziehung ungefähr so weit entfernt wie eine tibetanische Straßenkatze von einer bayrischen Schlagsahneproduktionsstätte - hab also noch viel Zeit, daran zu arbeiten

PS: Mein 100. Forumsbeitrag!!! Das muss gefeiert werden


Geschrieben (bearbeitet)

ich sage den menschen klar was sache ist, bin also ehrlich.
warum tu ich das ?
jeder der mich kennenlernt weiss dann wie ich ticke. er kann für sich entscheiden ob er mir glaubt und mir vertraut.
hab auch kein problem damit wenn ich kontrolliert werde, die kontrolle wird nichts anderes sagen/zeigen.
da jeder der mich kennenlernt oder mich bereits kennt genau weiss was los ist ,darf er auch eifersüchtig sein, er muss sich ja nicht für mich entscheiden wenn ihm was nicht gefällt.
ich verstelle mich für niemanden, täusche keinem etwas vor. ich bin ich und ich bleibe so.
dadurch hab ich deutlich weniger stress. wer mit mir klar kommt ok, wer nicht lässt es bleiben.
viele kontrollen sind mir gar nicht unrecht, dadurch wird das vertrauen aufgebaut. kontrolle stört mich nicht.

mein bild von meinem gegenüber mache ich mir aus dingen auf die er nicht achtet bzw vermutet dass ich darauf achte.


bearbeitet von magnifica_70
Soulsister008
Geschrieben

Bis zum Ende meiner Ehe hatte ich ein Urvertrauen in meinen Partner, welches leider missbraucht wurde.
Dadurch ist es mir zunächst sehr schwer gefallen, einem mir fremden Menschen, den ich hier kennengelernt habe zu vertrauen.
Ich beziehe mich nun bewusst auf diese Seite, da die TE hier gefragt hat!
Nach einiger Zeit wurde mir klar, dass ich Vetrauen haben muss, um mich auf einen eventuell neuen Partner, in welcher Beziehungsform auch immer, einlassen zu können.
Lerne ich also einen Mann kennen, stelle ich sofort klar, dass für mich Exclusivität und Ehrlichkeit Grundvorraussetzungen sind , um mit mir in Kontakt treten zu können.
Auch, wenn ich mich nicht zu 100 % von eventuell auftretenden Zweifeln freimachen kann...ich bin bemüht, diesem Menschen Vertrauen entgegenzubringen.
Kontrollieren liegt mir fern, denn auch ich möchte nicht kontrolliert werden.
Dass ich weiterhin hier im Forum aktiv bin und schon bestehende freundschaftliche Kontakte pflege sollte er als gegeben hinnehmen, so wie ich es auch tun würde.
Kann er das nicht, kommt er auch als Partner nicht für mich in Frage!


Geschrieben


1) Schenkt ihr neuen Menschen in eurem Leben sofort euer Vertrauen?
2) Wenn ja, wie reagiert ihr, falls ihr doch mal ins Zweifeln kommt?
3) Wenn nein, wie baut ihr Vertrauen auf?




zu 1) nein. nicht sofort. er/sie darf einen gewissen vertrauensvorsprung geniessen, mehr nicht. echtes vertrauen entwickelt sich mit der zeit.

zu 2) wenn ich zweifel an der integritæt des gegenuebers habe, spreche ich das an. bleiben die zweifel trotz eines gespræches, breche ich ab. kann zweifel nicht gebrauchen in meinem leben. ist zeitverschwendung. ich spiele mit offenen karten und erwarte das zu 100% auch vom anderen. auf langes rumgeeier und gezweifel habe ich keine lust.

zu 3) siehe punkt 1. echtes vertrauen entsteht mit der zeit....mit dem kennenlernen...oder eben auch nicht


Nixe_HRO
Geschrieben

Danke - so viele interessante Anregungen in so kurzer Zeit, echt Wahnsinn


viele kontrollen sind mir gar nicht unrecht, dadurch wird das vertrauen aufgebaut. kontrolle stört mich nicht.



Kontrolle stört mich auch nicht - in gewisser Hinsicht "kontrolliere" ich auch, indem ich z.B. Aussagen mit Verhaltensweisen abgleiche und Widersprüche anspreche. Wer mir also z.B. erzählt, er müsse jetzt dringend ne Woche nach Timbuktu, wird dann aber zufällig in München gesehen, darf mit einer höflichen Nachfrage rechnen. Aber es gibt Grenzen ... regelrechtes Nachspionieren, Briefe abfangen, Passworte hacken usw. ist tabu. Nicht weil ich da was zu verbergen habe - aber wer mein Passwort unbedingt wissen oder meine Briefe lesen will, soll gefälligst fragen.


Bis zum Ende meiner Ehe hatte ich ein Urvertrauen in meinen Partner, welches leider missbraucht wurde.
Dadurch ist es mir zunächst sehr schwer gefallen, einem mir fremden Menschen, den ich hier kennengelernt habe zu vertrauen.



Toll, dass Du es trotzdem geschafft hast. Manchmal ist es echt schwer, einen neuen Menschen nicht für die Verfehlungen einer früheren Bekanntschaft büßen zu lassen - Respekt.


er/sie darf einen gewissen vertrauensvorsprung geniessen, mehr nicht. echtes vertrauen entwickelt sich mit der zeit.



Magst Du vielleicht mal erklären, wo der Unterschied zwischen Vertrauensvorsprung und echtem Vertrauen liegt? Ich finde, Vertrauen ist wie eine Schwangerschaft - entweder vorhanden oder nicht vorhanden. Zwischendinge gibt es nicht.

Oder differenzierst Du da nach Gebieten? Z.B. "ich würde zwar ohne Schutz mit ihm vögeln, aber ihn trotzdem nicht mit einem 50-EUR-Schein allein lassen"?

kann zweifel nicht gebrauchen in meinem leben. ist zeitverschwendung.



Verzeih mir bitte das leise Kichern - aber in Verbindung mit Deiner Signatur wirkt dieser Satz ein wenig merkwürdig.


dutton
Geschrieben

Ist ein gläserner Mensch ohne Geheimnisse überhaupt noch interessant?


Geschrieben




Magst Du vielleicht mal erklären, wo der Unterschied zwischen Vertrauensvorsprung und echtem Vertrauen liegt? Ich finde, Vertrauen ist wie eine Schwangerschaft - entweder vorhanden oder nicht vorhanden. Zwischendinge gibt es nicht.

Oder differenzierst Du da nach Gebieten? Z.B. "ich würde zwar ohne Schutz mit ihm vögeln, aber ihn trotzdem nicht mit einem 50-EUR-Schein allein lassen"?



Verzeih mir bitte das leise Kichern - aber in Verbindung mit Deiner Signatur wirkt dieser Satz ein wenig merkwürdig.



zu deinem kichern..... lach...hast recht. wirkt auf den 1. blick eventuell widerspruechlich...ist es aber nicht. wenn ich sage, dass ich zweifel in meinem leben nicht gebrauchen kann, dann meine ich damit zweifel an der integritæt meines jeweiligen partners.ich kann mit luegnern und betruegern nichts anfangen. will ich auch nicht. ansonsten zweifle ich an vielem... auch selbstzweifel sind mir nicht unbekannt

und zum unterschied zwischen vertrauensvorsprung und echtem vertrauen...:

vertrauensvorsprung bedeutet, dass ich dem mann, so wir denn in einen intensiveren kontakt hier oder per mail oder per telefon einsteigen, zunæchst vertraue und ihm einfach mal glaube, was er mir so erzæhlt.

entweder bestætigt sich dies mit der zeit, oder es treten widersprueche auf. erzæhlt er mir, er ist single, aber nicht besuchbar, ist dies zumindest etwas merkwuerdig. erzæhlt er mir, seine frau/freundin ist ueber seine aktivitæten informiert und er fuehrt ne offene beziehung, kann aber abends und am we nie telefonieren, geschweige denn daten, so ist auch das etwas merkwuerdig. daher kann sich bei MIR vertrauen erst mit der zeit entwickeln. ich finde den vergleich mit einer schwangerschaft auch nicht sooo passend. ich kenne durchaus verschiedene abstufungen von vertrauen.

ohne gummi wuerde ich mit einer neuen bekanntschaft nie vøgeln. und wenn ich bei einem mann angst haben muesste, dass der mir 50 euro klaut, dann wuerde ich mich schon sehr ueber meine mænnerwahl wundern ;-)


durchschnitt7x
Geschrieben

Ich zitier da mal John Rambo "TKA" (traue keinem anderen)

Was ne Beziehung betrifft. Loyalität finde ich viel wichtiger.


Nixe_HRO
Geschrieben (bearbeitet)

Ist ein gläserner Mensch ohne Geheimnisse überhaupt noch interessant?



Sind es tatsächlich die Geheimnisse, die einen Menschen interessant machen?


erzæhlt er mir, seine frau/freundin ist ueber seine aktivitæten informiert und er fuehrt ne offene beziehung, kann aber abends und am we nie telefonieren, geschweige denn daten, so ist auch das etwas merkwuerdig.



Finde ich gar nicht. "Offene Beziehung" bedeutet ja nicht, dass die Affäre auch in die "Hauptbeziehungszeit" reinfunken darf. Ist zumindest bei der einzigen offenen Beziehung in meinem Bekanntenkreis so. Auf Dienstreisen etc. macht jeder, was er will, aber zu Hause angerufen oder gar besucht werden ist tabu. Sprich, die "Offenheit" darf nicht zu Lasten der Familienzeit gehen.

und wenn ich bei einem mann angst haben muesste, dass der mir 50 euro klaut, dann wuerde ich mich schon sehr ueber meine mænnerwahl wundern ;-)



Stimmt. Auf dermaßen niedrigem Niveau sollten sie echt nicht anfangen. Wenn schon, dann wenigstens vierstellige Beträge


bearbeitet von jelly8
Geschrieben

Sind es tatsächlich die Geheimnisse, die einen Menschen interessant machen?


Das vielleicht nicht, aber andersrum wird ein ganz guter Schuh draus:

"Man muß nicht hinter alle Geheimnisse kommen wollen. Das habe ich mein ganzes Leben lang so gehalten. Ist es nicht schön, daß in unsrem Dasein so manches fremd und seltsam bleibt, wie hinter Efeumauern?" (Robert Walser)


Tristania_
Geschrieben

Mit dem Vertrauen ist das so eine Sache.

Einen Vertrauensvorschuss bekommt beim Kennenlernen jedeR von mir.
Fraglich ist nur, ob es sich festigt oder durch aufgeflogene Schwindeleien und/oder handfeste Lügen eher auflöst.

Mittlerweile kann ich zwar ganz gut zwischen Beziehungslügen und Flunkereien (... aus Scham ... um sich besser darzustellen ...) unterscheiden, aber mein Vertrauen bekommt erstmal einen Riss.

Ich suche in jedem Fall das Gespräch, wenn ich dahinterkomme.
Totschweigen und aushalten ist nicht meins.


Ich selbst habe kein Problem, wenn ER meine Passwörter erhält oder nachfragt, von wem genau DIESE Telefonnummer ist ... in meinem Handy liest ...

Ich schätze diese Nachfragen als Gesprächsbereitschaft und nicht als "Kopf-in-den-Sand-stecken-und-heimlich-still-und-leise-bis-zum-großen-Knall-in-sich-schwelen-lassen" ein.
Ein offen gesprochenes Wort ist mir in jedem Fall lieber, als Unsicherheit, die nicht artikuliert wird.


Brennende Eifersucht kann mit dieser Art des offenen Umgangs von meiner Seite her kaum entstehen, auch, wenn es eine trügerische Sicherheit darstellt, überall heranzukommen: Mails ... Sms können gelöscht werden, Telefonnummern unter falschem Namen abgespeichert und heimlich Konversation betrieben werden.
Ist mein Mißtrauen allerdings einmal geweckt und ich habe "Blut geleckt", entgeht mir NICHTS mehr.


Nixe_HRO
Geschrieben (bearbeitet)


Man muß nicht hinter alle Geheimnisse kommen wollen. Das habe ich mein ganzes Leben lang so gehalten. Ist es nicht schön, daß in unsrem Dasein so manches fremd und seltsam bleibt, wie hinter Efeumauern?"



Stimmt, lieber Robert, geht am Thema aber etwas vorbei. Ehrlichkeit bedeutet ja nun nicht, dass man jedes Detail haarklein erzählt. Aber das, was man erzählt, sollte schon der Wahrheit entsprechen. Oder zumindest dem, was man dafür hält.

Ich frag mich gerade, ob man irgendwann, nach jahrzehntelanger Beziehung, wirklich einmal ALLE Geheimnisse des Partners kennt. Theoretisch eigentlich kaum möglich - schon weil man sich ja kontinuierlich verändert. Und manche Aspekte gehen den Partner auch einfach nix an - sind nicht beziehungsrelevant. Klatsch mit der besten Freundin muss nicht ins heimische Bett weiter getragen werden - und umgekehrt gehören Infos aus dem heimischen Bett nicht ins Ohr der besten Freundin.

Davon abgesehen sagt der Volksmund doch sowieso, dass Männer und Frauen einander eh nie völlig verstehen werden. "Gläserne" Partner dürfte es folglich also nur in homosexuellen Beziehungen geben



Ich selbst habe kein Problem, wenn ER meine Passwörter erhält oder nachfragt, von wem genau DIESE Telefonnummer ist ... in meinem Handy liest ...



Ich auch nicht. Es ging ums Hacken - mir ist tatsächlich mal passiert, dass ein grundlos eifersüchtiger Partner versucht hat, meinen dienstlichen (!!!) Mailaccount zu hacken. Chefchen war extrem unbegeistert.

Aber wie Du auch geschrieben hast - so etwas ist sinnlos. Wer betrügen WILL, wird verdächtige Nachrichten sofort löschen, ein Zweithandy besitzen etc. Wenn jemand meine Nachrichten lesen will um mal zu sehen, wie so ein Weibertratsch abläuft, oder was für dämliche Anfragen frau bei poppen.de zuweilen bekommt, bitte sehr. Wenn er sie lesen will, weil er meiner Mailkommunikation mehr vertraut als meinen Worten, haben wir eh ein ernsthaftes Problem - da nützt dann auch totale Transparenz nix mehr.


bearbeitet von jelly8
Geschrieben

Ist ein gläserner Mensch ohne Geheimnisse überhaupt noch interessant?



was hat offenheit und ehrlichkeit mit " glæsernem " menschen zu tun? ich breite vor einer neuen bekanntschaft ja nicht mein leben aus . jeder mensch hat so seine intimsten geheimnisse. darum geht es hier aber doch gar nicht.

@durchschnitt...ja...loyalitæt ist ein gutes wort! besser als integritæt ... wahrscheinlich.

@jelly...mag sein, dass deine bekannte das so regelt. ich habe andere ansprueche an einen mann. und die darf er auch gerne an mich haben

@papposilenos...ein schønes walser-zitat!


Geschrieben

..

Was ne Beziehung betrifft. Loyalität finde ich viel wichtiger.



Sehe ich ähnlich.

Und das gilt nicht nur bei LiebesBeziehungen


... Ist es nicht schön, daß in unsrem Dasein so manches fremd und seltsam bleibt, wie hinter Efeumauern?" (Robert Walser)




Man muss nicht alles erzählen, nur was man erzählt muss zwingend die Wahrheit sein Das ist für mich eine Lebenseinstellung

Vertrauen ist ein Vorschuß, den jeder verdient. Ich kann doch nicht meine Altlasten in neuen Begegnungen abladen.
Solange ich diese noch rumschleppe, gehe ich nichts neues ein.
Das tun vielleicht andere und sind deshalb über Gebühr eifersüchtig, mißtrauisch. Ich behaupte, diese sind Ergebnis des angeknacksten Selbstbewusstseins/ Selbstwertgefühls und haben nur mit dem zu tun, der mißtrauisch / eifersüchtig ist.

Es gibt so einschneidende Erlebnisse, dass es sicher sehr schwer fallen kann zu vertrauen. Es braucht den unbedingten Willen etwas gemeinsam zu schaffen und dazu gehört über diese zu reden.


Tristania_
Geschrieben

Es gibt so einschneidende Erlebnisse, dass es sicher sehr schwer fallen kann zu vertrauen. Es braucht den unbedingten Willen etwas gemeinsam zu schaffen und dazu gehört über diese zu reden.


Meine ich auch.

Gefühle sind nichts Schlechtes - auch die weniger schönen.
Nur finde ich, dass die Kommunikation darüber nicht einschlafen sollte.




.
Quält mich die Eifersucht, habe ich als Partnerin die Pflicht -in meinen Augen- auch darüber zu reden.
Nur mein Partner kann mir Antwort und Rückversicherung geben.

Vieles, was andere Frauen nicht verletzt oder stört, kann mich in einer Beziehung gewaltig pieken. Aber damit der Partner es notfalls "abstellen" kann, muss ich den Mund aufmachen.


Ich sehe Eifersucht nicht prinzipiell als etwas Negatives. Erst, wenn Vorwürfe überhand nehmen, obwohl mehrfach bewiesen wurde, dass da nichts ist, wird sie mehr als belastend.


Geschrieben

Sehe ich ähnlich. Ist man eifersüchtig oder hat ein anderes, als 'negativ' gewertetes Gefühl, ansprechen.


Ich glaube sogar, dass genau das auch dazu führt, sich verbundener zu fühlen. Man hat etwas ausgehalten, durchgestanden um des gemeinsamen Weges Willen.

Das gilt nicht nur in LiebesBeziehungen. So entstehen auch Freundschaften.


Nixe_HRO
Geschrieben


Gefühle sind nichts Schlechtes - auch die weniger schönen.
Nur finde ich, dass die Kommunikation darüber nicht einschlafen sollte.



Zustimmung. Aber da sind wir dann ja schon in der Phase "laaange Beziehung". Zu Anfang ist ja noch alles voller rosaroter Wölkchen, da sagt man sich tausendmal am Tag, wie glücklich man doch ist. Schwieriger wird es dann beim Dialog "ich hab das Gefühl, dass Du nicht so ganz glücklich bist" - "Quatsch!"


Quält mich die Eifersucht, habe ich als Partnerin die Pflicht -in meinen Augen- auch darüber zu reden.
...
Vieles, was andere Frauen nicht verletzt oder stört, kann mich in einer Beziehung gewaltig pieken. Aber damit der Partner es notfalls "abstellen" kann, muss ich den Mund aufmachen.



Meinem Gefühl nach der richtige Ausgangspunkt, aber die falsche Schlussfolgerung. Das "pieken" ist Dein Gefühl - also kannst auch nur Du es ggf. abstellen. Zu erwarten, dass der Partner etwas tut, was er vielleicht gar nicht tun will, nur damit Du Dich besser fühlst, geht auf Dauer nach hinten los.

Also: ja, reden schon. Aber nicht mit dem Grundtenor "es stört mich, wenn Du allein mit den Jungs weggehst, also lass es bitte" sondern mit dem Grundtenor "es stört mich, wenn Du allein mit den Jungs weggehst, weil ich nicht weiß, was da abgeht. Könntest Du bitte mal mit mir darüber reden, ich komm sicher besser damit klar, wenn ich mir die Situation besser vorstellen kann."



Erst, wenn Vorwürfe überhand nehmen, obwohl mehrfach bewiesen wurde, dass da nichts ist, wird sie mehr als belastend.



Schwierig ... wissenschaftlich gesehen ist es unmöglich zu beweisen, dass etwas NICHT existiert. Partnerschaftlich gesehen ebenfalls - wie will man beweisen, dass man nicht fremdgeht? Indem man sich 365 Tage im Jahr rund um die Uhr die Partnerin auf den Bauch schnallt?


Geschrieben (bearbeitet)

Wer mir also z.B. erzählt, er müsse jetzt dringend ne Woche nach Timbuktu, wird dann aber zufällig in München gesehen, darf mit einer höflichen Nachfrage rechnen.


Die Geschichte der menschlichen Kommunikation ist eine Geschichte voller Missverständnisse!

Wahrscheinlich sind schon viele Ehen oder andere Beziehungen an Nuscheln, Sparsamkeit mit Ohrenstäbchen oder medialer Ablenkung gescheitert: war es wirklich "ne Woche nach Timbuktu", oder "Woodstock in Timbuktu" (lief auch in Münchner Kinos!)?

Da ist eine Nachfrage doch 'was Gutes, zumal höflich, denn vielleicht ist ja das Interesse an einer gemeinsamen Reise nach München größer als in andere Krisengebiete .


Störende, oder sogar schlimme Kontrolle ist die, welche im Grunde schon die Bestätigung des Zweifels erwartet.


bearbeitet von Papposilenos
Tristania_
Geschrieben


"es stört mich, wenn Du allein mit den Jungs weggehst, weil ich nicht weiß, was da abgeht. Könntest Du bitte mal mit mir darüber reden, ich komm sicher besser damit klar, wenn ich mir die Situation besser vorstellen kann."


Wer sagt, dass ich es nicht genau SO tue?

Unbekannten Situationen nimmt man den Schrecken, indem man sie mit Gedanken füllt.



Sicher kann man nicht beweisen, dass man treu ist.
Allerdings -ich kann nur von mir ausgehen- spüre ich, wenn Gesagtes und diverse Kleinigkeiten, nicht zusammenpassen.




Dass das Pieken meins ist, stimmt.
Allerdings kann ich mir wünschen, dass er bestimmte Verhaltensweisen abstellt, die mich verletzen.
In meinem Beisein wie ein läufiger Straßenköter alles anflirten, was einen Rock trägt, beispielsweise.


Geschrieben

Zustimmung. Aber da sind wir dann ja schon in der Phase "laaange Beziehung". Zu Anfang ist ja noch alles voller rosaroter Wölkchen, da sagt man sich tausendmal am Tag, wie glücklich man doch ist. Schwieriger wird es dann beim Dialog "ich hab das Gefühl, dass Du nicht so ganz glücklich bist" - "Quatsch!"




.. mit dem Grundtenor "es stört mich, wenn Du allein mit den Jungs weggehst, weil ich nicht weiß, was da abgeht. Könntest Du bitte mal mit mir darüber reden, ich komm sicher besser damit klar, wenn ich mir die Situation besser vorstellen kann."

?



Ui. Alles rosarot am Anfang? Das mag in Märchen so sein, Leben ist anders. Es treffen zwei Menschen mit unterschiedlichen Leben, Erfahrungen und Umgang damit aufeinander. Rosarot ist da definitiv die falsche Herangehensweise. Aus meiner Sicht zum scheitern verurteilt, sobald die Farbe wechselt.

Der Dialog, wie du ihn andeutest, ist für mich der Tod der Kommunikation.

"Ich habe das Gefühl , dass du..."

Für mich gehts anders: "ich bin glücklich mit dir" Der andere ist erwachsen, er kann mir sagen, wenn etwas bei ihm, für ihn nicht stimmt.
Ich kann fragen:"bist du gücklich?"

Ich kriege die Totalkrise, wenn jemand sagt "Ich habe das Gefühl, dass du..."
Am besten noch mit "ich sehe doch, dass du..."
HALLO. Ich bin schon groß, wenn ich "habe" dann habe ich einen Mund der spricht, wenn mein Kopf/ Herz sprechen will.

Wenn der "Grundtenor "mich stört.." ist, dann würde ich am Rad drehen.

Im Bezug auf dein Beispiel, dass ich dann weggginge mit meinen Jungs& Mädels und es ihn "stört", dann hat er ein gewaltiges Problem.
Er will wissen, was da abgeht? Dann hat er zwei Optionen: sich in wilden Fantasien ausmalen, wie ich auf Restaurant, Diso oder sonstwo Tischen mit 25 anderen vögle. Oder er vertraut mir.

Mir ging es im Beitrag in Anlehnung an Tristanias posting darum, dass ich es wichtig finde, bei sich zu bleiben und wenn da etwas "negatives" auftaucht, es ansprechen würde.

"Ich bin traurig, dass wir so wenig Zeit gemeinsam haben" Ich möchte gern, dass du auch für mich Zeit hast"

Statt " es stört mich, dass du mit dem und dem dauernd abhängst. Was geht da ab?"


Nixe_HRO
Geschrieben



Da ist eine Nachfrage doch 'was Gutes, zumal höflich, denn vielleicht ist ja das Interesse an einer gemeinsamen Reise nach München größer als in andere Krisengebiete .



Insbesondere, wenn es sich dabei um Beziehungskrisengebiete handelt

Ja, die Kunst der höflichen Nachfrage ... in der interpartnerschaftlichen Kommunikation ist es wahrscheinlich schwerer, eine Frage so zu formulieren, dass sie nicht als Vorwurf verstanden wird, als auf diplomatischem Parkett.


"Schaaaatz, könntest Du mich bitte mal 5mm weiter links streicheln?"
"Wieso??? Gefällt Dir etwa nicht, wie es ich sonst mache?"


Engelschen_72
Geschrieben

Deshalb meine Frage: wie handhabt ihr das Ganze in der Kennenlernphase?

1) Schenkt ihr neuen Menschen in eurem Leben sofort euer Vertrauen?
2) Wenn ja, wie reagiert ihr, falls ihr doch mal ins Zweifeln kommt?


Dem *neuen* Menschen schenke ich erstmal ein gewisses Grundvertrauen.
Wie Voyacherie schon schrieb, kann der neue Mann in meinem Leben doch nichts für irgendwelche kack Erfahrungen, die ich evtl. zuvor gemacht habe.

Falls ich doch mal ins Zweifeln kommen sollte, dann frage ich erstmal mich, wo diese Zweifel herkommen und ob das Problem nicht nur bei mir liegt.
Sollte ich da für mich keine Lösung finden, dann spreche ich mit meinem Partner darüber.

Im Bezug auf dein Beispiel, dass ich dann weggginge mit meinen Jungs& Mädels und es ihn "stört", dann hat er ein gewaltiges Problem.
Er will wissen, was da abgeht? Dann hat er zwei Optionen: sich in wilden Fantasien ausmalen, wie ich auf Restaurant, Diso oder sonstwo Tischen mit 25 anderen vögle. Oder er vertraut mir.


Legitim für mich wäre, wenn er mich fragen würde, was wir denn so an unseren *Mädelsabenden* machen.
Und zwar mit dem Hintergedanken, daß er sich darunter schwerlich etwas vorstellen kann.
Anders sieht es aus, wenn ich bei der Frage spüre, daß er nachfragt, weil er denkt, daß seine Holde da sonst was anstellen könnte.
Denn das würde mir zeigen, daß er mir nicht vertraut.


Tristania_
Geschrieben


"Ich habe das Gefühl , dass du..."


Ich bin der Meinung, dass ich ihm so spiegele, was bei mir ankommt.
Vorwurfsfrei.


Geschrieben

Tristania fast, aber nur fast hätte ich dich grad Trissy genannt

Das "du" klingt in der Tat wie ein Spiegel. Nur ist der Spiegel immer duch die eigenen Lichtern und Stromausfällen an einigen Stellen nunmal blind.

Deshalb: wenn ich das Gefühl habe, es ist etwas unstimmig, rede ich von mir.

Es sind meine Unstimmigkeiten. Es k a n n sein, dass da jemand Signale senden will. Es k a n n sein, dass der andere Schwierigkeiten hat, sich mit zu teilen.

Ich kann mir nicht "den Kopf des anderen zerbrechen"
Und ich bin ziemlich taub auf dem Ohr, wenn das jemand bei mir macht


.


Legitim für mich wäre, wenn er mich fragen würde, was wir denn so an unseren *Mädelsabenden* machen.



Genau. Das halte ich sogar für Interesse. Und sich dann wieder anderen Dingen zuwenden...

"Was macht ihr so an euren Abenden?"
Einfache Frage= konkrete Antwort möglich
"Meist labern wir, gehen ins Kino oder stricken die Socken für Omma"


Tristania_
Geschrieben

Tristania fast, aber nur fast hätte ich dich grad Trissy genannt





****



Kann gebrochenes Vertrauen tatsächlich wieder hergestellt werden?

Von wem der Spruch ist, weiß ich nicht, aber er ist äußerst passend, wie ich meine.

[COLOR="Purple"]Vertrauen tritt nur mit Füßen, wer dessen Wert nicht kennt.

[/COLOR]


×