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Thorben-Hendrik

Demisexuell (Sex nur wenn Vertrauen da ist), was ist das denn?

Empfohlener Beitrag

Thorben-Hendrik
Geschrieben

Wenn wir hier schon so allerlei interessante Diskussionen führen, dann kann das doch gleich mit in den Kreis geworfen werden.

Was meint Ihr, gibts das? Wenn ja, ist es Veranlagung oder Prägung? Gibt es geschlechtsspezifische Präferenzen diesbezüglich?

Es geht um Sex erst dann wenn man dem potentiellen Partner dafür auch vertraut.

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Tanzelfi
Geschrieben
Ja gibt es.... hat was mit innerer Selbstachtung zu tun.
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6foot7
Geschrieben
demisexuell hat aber mehr mit einer starken emotionalen Bindung zu tun wie „vertrauen“ 😉
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Nitrobär
Geschrieben (bearbeitet)

Könnte man jetzt auch einfach normal-gesunden Menschenverstand nennen . 

Ist bei so Einigen da dann halt die Frage ob der auch bei Alkoholkonsum noch funktioniert . 

Wenn es um eine emotionale Bindung als Grundvoraussetzung geht ,

gibt es noch deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede ,

die ich aber nicht dem Geschlecht sondern der Sozialisation zuordne . 

Ob ich damit richtig oder falsch  liege , werde ich wohl nicht mehr erleben .

bearbeitet von Nitrobär
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Geschrieben
Genau so ist es, wenn Gefühle da sind und die Chemie paßt... Dann gibt es Sex!!! Sex ohne Gefühle ist einfach nichts!!!
Thorben-Hendrik
Geschrieben (bearbeitet)

Ich kanns für mich ganz einfach definieren, ohne emotionale Bindung kriege ich einfach keinen hoch, tote Hose, niente, nix.. Weswegen Demisexualität wohl dem asexuellen Spektrum zugerechnet wird. Die Frauen, mit denen ich intim geworden bin (also wo auch eine emotionale Bindung besteht), lachen sich allerdings beim Stichwort "asexuell" krümelig und wundern sich über den Kram den ich da rede ... :D

 

P.S.: Bei mir jedenfalls hat und hatte das noch nie etwas mit moralischen oder sonstigen Erwägungen zu tun. Vielmehr habe ich mir zeitweise sogar gewünscht es wäre anders. Aber ohne dabei Kummer zu haben. Da brauchte ich mir nur angucken, was Allosexualität (erst Vögeln, dann eventuell verlieben) für Dramen verursachte, von denen bin ich zeitlebens verschont geblieben, puh :D

bearbeitet von Thorben-Hendrik
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Naturduft
Geschrieben
Es soll auch in der heutigen Zeit noch Menschen geben, die demisexuell sind und sich für *den Richtigen* oder die Ehe aufsparen. Diese Menschen brauchen halt die Sicherheit der emotionalen festen Bindung bevor sie sich auf jemanden einlassen. Aber das ist eine andere Definition als *Sex nur wenn Vertrauen da ist*.
Thorben-Hendrik
Geschrieben (bearbeitet)
vor 11 Minuten, schrieb J_J_6678:

Sex ohne Gefühle ist einfach nichts!!!

Ein demisexueller Mensch kann das weder bestätigen noch verneinen. Mangels eigener Erfahrung.

bearbeitet von Thorben-Hendrik
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Nitrobär
Geschrieben

Nun als ehemalig demisexuell kann ich auch nur für mich sagen ,

Sex ohne gefühlsmäßige Bindung hat für mich den gleichen Stellenwert wie ein gutes Essen oder Ähnliches ,

also klar mehr als nichts , aber eben ganz anders als " Beziehungssex " . 

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Thorben-Hendrik
Geschrieben
vor 3 Minuten, schrieb Naturduft:

Es soll auch in der heutigen Zeit noch Menschen geben

Ich persönlich glaube nicht, dass es eine Frage des Zeitgeistes ist, sondern Veranlagung. So wie beispielsweise Schwulsein Veranlagung ist und sicherlich nicht Mode.

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Naturduft
Geschrieben
vor 2 Minuten, schrieb Thorben-Hendrik:

Ich persönlich glaube nicht, dass es eine Frage des Zeitgeistes ist, sondern Veranlagung. So wie beispielsweise Schwulsein Veranlagung ist und sicherlich nicht Mode.

Das mag durchaus sein. Aber mir ist das bisher eher bei religiösen Fanatikern wie den Zeugen Jehovas (Fall aus dem näheren Umfeld) aufgefallen. Also eher strengstens anerzogen. Aber es mag auch durchaus Menschen mit dieser Veranlagung geben, das will ich gar nicht abstreiten.

Thorben-Hendrik
Geschrieben (bearbeitet)
vor 6 Minuten, schrieb Nitrobär:

 ehemalig demisexuell

Für mich liest das ähnlich skurril, wie wenn jemand "ehemalig schwul" schreiben würde.

Bitte,meine Wahrnehmung, das soll keinesfalls eine Wertung darstellen, sondern nur mein eigenes Unverständnis.

Wie legt man denn Demissexualität ab? Wenns einfach geht, könnte ich das vielleicht einfach mal austesten. Vorausgesetzt ich werde dann nicht weiblicherseits eingesperrt, die finden das nämlich ziemlich praktisch so wie es ist .... :D

vor 1 Minute, schrieb Naturduft:

Also eher strengstens anerzogen.

Das ist dann aber ein aufgezwungenes Korsett und hat nichts damit zu tun, was diese Leute ohne lebenslange Gehirnwäsche tun würden ....

bearbeitet von Thorben-Hendrik
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Nitrobär
Geschrieben

@Thorben-Hendrik

Das ist keine bewußte Entscheidung die ich eines Tages nach dem Aufwachen getroffen habe , 

sondern war ein Prozeß der durch auch sehr unangenehme Erfahrungen in Gang gesetzt worden ist .

Dein Vergleich paßt dazu leider so gar nicht , auch wenn ich weiß was Du meinst .

Es ist bei mir ein simpler Fakt das ich als junger Mensch keinen Sex ohne Beziehung eingegangen bin und 

Das jetzt sehr wohl mache und auch genieße , aber eben auf einer ganz anderen Ebene als beim Sex in einer Beziehung . 

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Cayenne-Pfeffer
Geschrieben

Bei mir war das schon immer so.. dass die aber für alles einen neuen begriff definieren müssen...

Thorben-Hendrik
Geschrieben
vor 2 Minuten, schrieb Nitrobär:

@Thorben-Hendrikdas jetzt sehr wohl mache und auch genieße , aber eben auf einer ganz anderen Ebene als beim Sex in einer Beziehung . 

Was ist da der Unterschied?

Und ganz blöd gefragt, sorry, wieso kam "er" dann irgendwann ohne emotionale Bindung hoch?

Geschrieben
Natürlich gibt es sowas
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Thorben-Hendrik
Geschrieben (bearbeitet)
vor 3 Minuten, schrieb Cayenne-Pfeffer:

dass die aber für alles einen neuen begriff definieren müssen...

Ich kenne den Begriff auch erst seit einem Jahr. Die Befassung damit hat mir aber einiges erklärt, warum ich mich mitunter "komisch" verhalte bzw. komisch wahrgenommen werde.

Eine Partnerin meinte, als wir über dieses für mich neue Thema sprachen, dass sie anfangs gedacht hätte, was denn mit mir los sei, ob ich sie unattraktiv fände (entgegen meiner Äußerungen). Weil ich ihr nicht bald an die Wäsche ging, sondern es dauerte, bis wir die Laken zerwühlt haben (aber das seeehr effektiv dann :D ).

bearbeitet von Thorben-Hendrik
  • Gefällt mir 1
Geschrieben

Hmm.....für mich stellt sich da auch die Frage; in welcher Hinsicht "vertrauen"? So weit vertrauen, dass ich Demjenigen meine intimsten Geheimnisse anvertraue? Oder mein Alltagsleben mit ihm teile? Oder, "treu" ist? Da versteh ich noch nicht so ganz welches Vertrauen da gemeint ist? Ich meine ich vertraue meinen Freunden (sehr wenige!), aber würde keinen Sex mit ihnen haben wollen. Vertrauen braucht ja auch (leider) erst einmal eine "Bestätigung" dessen.

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Thorben-Hendrik
Geschrieben (bearbeitet)

Klar, Vertrauen ist etwas anderes als emotionale Hinwendung (die über "mögen" hinaus geht).

bearbeitet von Thorben-Hendrik
darkmother
Geschrieben (bearbeitet)

Nun manchmal gibt es Dinge, die schon ewig da sind, man hat sich nur noch nicht damit befasst oder "dem Kind" keinen Namen gegeben.

Ich denke, Demisexualität ist Veranlagung. Es ist da, wie Homosexualität oder Asexualität ( also richtige asexualität...viele verwechseln es mit Aversien und Traumatischen Erfahrungen, weswegen Menschen keinen sex mehr wollen...das sind 2 völlig unterschiedliche Paar Schuhe! ) Denn für Demisexuelle dienne nicht die primären sexuellen Reize als Anziehungsmerkmal ( Optik,Stimme,Bewegung etc ) sondern auf sekundäre Merkmale, wie Charakter,Humor.

Ich zitiere aus aktivista.net Demisexuelle verspüren also keine sexuelle Anziehung als Grundrauschen, solange sich bei ihnen nicht dieser eine Hebel im Gehirn umgelegt hat, der sie für eine spezifische Person sexuelle Anziehung empfinden lässt.

 

 

bearbeitet von darkmother
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Thorben-Hendrik
Geschrieben

 

 

Ein anderer für mich interessanter Aspekt ist folgendes.

Demisexuelles Verhalten (nicht notwendigerweise auch Veranlagung) entspricht dem tradierten weiblichen Rollenverständnis. Ich vermute aber, dass der Anteil allosexueller Menschen (von der Veranlagung her) bei den Frauen keineswegs geringer ist, als bei Männer,also die überwiegende Mehrheit darstellt.

Das tradierte männliche Rollenverständnis ist Omnipotenz und das bei jeder Gelegenheit. Ein Mann, bei dem sich nicht die Hose spannt, wenn vor ihm auf dem Tisch eine üppige Blondine tanzt, die ihm auch noch die Brüste an die Nase drückt, der ist nach allgemeinem Verständnis ein Schlappschwanz.

Insofern stellt sich vielleicht schon die Frage, wieviel davon Prägung und wieviel Veranlagung ist.

Shooter65428
Geschrieben
Ich vertraue allen.... Von daher....
darkmother
Geschrieben (bearbeitet)

Ich weiß nicht, ob es Menschen gibt, die demisexuell geprägt werden können ?! Das ist dann wohl tatsächlich nur reine Erziehung ,würde ich aber nicht in diese Kategorie packen...Diese Menschen aber empfinden so...ganz gleich was ihnen beigebracht worden ist oder nicht. 

Ich habe einige asexuelle und demisexuelle Menschen in einem Forum kennen gelernt und mit ihnen gesprochen. Ich war dort damals selbst aktiv...nennen wir es "Findungsphase" 

 

Da wirst du aber mit deiner Vermutung falsch liegen, da alleine schon durch die viel höhere Testosteronkonzentration beim Mann ( die um bis zu 20x höher liegt als bei der Frau ) der Sexualtrieb gesteigert ist. Natürlich gibt es immer wieder Ausnahmen, da würde ich aber nicht von einem ausgewognenem Maß sprechen .

 

Ich würde gerne die Punkte aufnehmen, die bei dieser Seite genannt worden sind ( wenn ich dies nicht darf, entfernt bitte meinen Beitrag)

- Hat gemischte Gefühle bezüglich Sex

- Denkt anders über (sexuelle) Anziehung als die Umgebung

- Die Vorstellung, Sex zu haben, gefällt manchen Demisexuellen, aber sie kennen keine*n, mit diem sie ihn haben wollten.

- Sex ist eine Verpflichtung, oder wird aus anderen Gründen praktiziert

-Flirten erscheint sinnlos

- Verabredungen machen Demisexuelle nervös, bzw. würden sie lieber Freund*innen daten statt Fremde

-Wenn sexuelle Anziehung vorhanden ist, verwirrt sie oder ist ausschließlich auf eine Person gerichtet

bearbeitet von darkmother
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Fetisch-devot
Geschrieben
Hmm, Prägung durch tradierte Rollenbilder sowie durch die Erziehung im Elternhaus und in der Schule können da sicher einen Teil beitragen. Andererseits können sicher auch der Austausch mit anderen Menschen und neue gesellschaftliche Strömungen in diesem Feld zu Änderungen führen. Letztendlich ist ein Mensch die Summe seiner Erfahrungen, also denke ich, dass in vielen Fällen zuerst tradierte Sexualität und möglicherweise mit fortschreitendem Alter die eigenen Erfahrungen die Sichtweise zu einem gewissen Grad beeinflussen :) Zu so einem Thema wäre es ganz hilfreich, Umfragen zu Rate ziehen zu können, um solche Vermutungen bestätigen oder widerlegen zu können.
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Geschrieben
vor 1 Stunde, schrieb Thorben-Hendrik:

Es geht um Sex erst dann wenn man dem potentiellen Partner dafür auch vertraut.

das ist eher kulturell oder noch genauer religöser Natur und entspricht nicht dem menschlichen Naturell.

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