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Digitaler Nachlass - die Poppen-User und ihre Erben

Empfohlener Beitrag

Geschrieben
vor 2 Minuten, schrieb LiebesMiststueck:

Ich gebe dir vollkommen recht in dem was du schreibst,doch solange das kind da ist obliegt es den eltern für ihre sicherheit zu sorgen.glaub mir ich bin einmal richtig ausgeflippt als sich mein kind auf ner seite angemeldet hat und ich dann ihre mails gecheckt hat.schrieb da doch so nen spinner er würde gern sehen wie sie unter der kleidung aussieht...und das innen kinderchat.ich habe direkt eine mail an den support dort geschickt und ihn angeschrieben das ich ihn gemeldet habe...

Ich bin ja bei dir. Nur: dein Kind lebt noch und möge das noch sehr lange tun. Allein: hinterherzuschnüffeln wird dein Kind auch nicht vor allen Gefahren bewahren. Irgendwann muss es ja lernen, wie es durchs Leben geht. Also gestalte dergleichen aktiv und kooperativ. Ein Kind muss wissen, dass es immer zu den Eltern kommen kann, nicht, dass die Eltern ununterbrochen hinterherkommen.

Ich rede diesbezüglich auch nichts schön, ich spreche hier häufiger, dass eigene Interessen grundsätzlich hinter Kindeswohl zu stehen haben. Und der Lehrer in mir freut sich, wenn sich Eltern auch mal aktiv einsetzen. Aber wie gesagt: permanente Kontrolle wird irgendwann nach hinten losgehen. Mit Kinderlos bist du bei mir übrigens falsch. Genau deshalb sage ich dir: aktiv erziehen und anfangs überprüfen. Dann wissen die Kinder, dass da jemand für sie da ist. Aber alles abnehmen und dann irgendwann mal raus in die Welt lassen - das führt dann zu Problemen, wenn sie auf eigenen Beinen stehen sollen. Aber das ist wieder ein anderes Thema...

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LadyHenderson
Geschrieben

Wie ich das so mitbekommen habe , mit halbem Ohr , ging es den Eltern um die Einsichtnahme , vordergründig  zu erfahren ob ihre Tochter einen Suizidversuch unternommen hat . Schnüffeln in der Privatssphäre ? Sehe ich ( unabhängig vom Urteil ) in diesen und ähnlichen  Fällen schon mal ein wenig anders . Warum wehrte sich ein - angeblicher Freund - dagegen so ?  Hätte man als - Freund - nicht auch Interesse daran den Todesfall aufzuklären ? In dem Moment wäre mir meine Privatsshäre/ eventuell mein Ruf ,  als - wahre Freundin -  egal , wenn ich ein - reines - Gewissen habe . 

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Geschrieben
Zitieren

Die Mutter habe sich nach dem Tod der Tochter in das Konto einloggen wollen, um die Frage nach dem Warum klären zu können und Schadensersatzansprüche des U-Bahn-Fahrers abwehren zu können, erläuterte Herrmann.

@LadyHenderson Aus einer Zeitung. Ob dies dann hohe Motive sind (in diesem Einzelfall) muss jeder für sich bewerten. Klar ist natürlich auch: nach Tod eines Kindes möchte keiner auch noch Schadensersatzforderungen haben.
Dass diese dann durch Nachweise der Gesundheit der Tochter abgewehrt werden soll, die gerade starb, macht es nicht besser. Dumm nur, wenn sich dann herausstellen sollte, dass sie aufgrund von Druck ihrer Eltern...

Vom Einzelfall mal abgesehen, ist eben dies sehr interessant:

Zitieren

Zwar werde erwartet, dass Nachrichten in sozialen Netzwerken vertraulich seien. Doch würden die Nachrichten nicht an eine bestimmte Person gesandt, sondern an ein Konto. Damit bestehe kein schutzwürdiges Vertrauen darauf, dass nur der Kontoinhaber und nicht auch Dritte vom Inhalt des Accounts Kenntnis erlangten.

Womit wir wieder beim eigentlichen Thema sind: am Ende, sind eben nicht nur die vererbten Informationen des Verstorbenen, sondern auch die Daten Dritter nicht mehr "privat". Ja, das mag bei analogem Erbe auch sein, aber wohl nicht in dem Umfang, wie es im 21.Jhdt. im digitalen Bereich der Fall ist. Wer was anderes glaubt, nimmt sich Stift und Papier und schreibt mal auf, was er/sie vermutet, dass Google über ihn/sie wüsste. Und dann mal dort anfragen...

LadyHenderson
Geschrieben

In den öffentlich rechtlichen habe ich davon nix gehört :confused: Selbst wenn es stimmen sollte , sind diese Ausführungen doch eher nebensächlich ? Oder wollen die Medien  einer Mutter jetzt vorwerfen , sie handele nur aus Habgier ? Nach über 5 Jahren , dürften die Anwalts- und Prozeßkosten gegen FB mittlerweile auch die Schadensforderungen eines ominösen U-Bahnreisenden bei weiten überschritten  haben .

 

 

Sunshine2210
Geschrieben

Interessantes Thema, ich habe schon länger einen Zettel mit sämtlichen Seiten und Passwörtern.  Meine beste Freundin weiß wo sie diesen Umschlag im Fall der Fälle findet und was sie dann machen soll.  Man hofft ja mal,  dass es uns nicht zusammen erwischt.   :confused:   

Ich habe Freundschaften, die nicht in unmittelbarer Nähe sind um es zu erfahren wenn mir was passiert.  Die können sich dann aber sicher sein, dass sie eine Info bekommen und mein Profil nicht einfach gelöscht ist.  

 

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Geschrieben

@Sunshine2210

Finde ich vorbildlich, dass du dir solche Gedanken machst. Ob man Passwörter und Accounts wiederum aufschreiben und weiterreichen sollte... aber gut, besser als nichts. Wobei die Freundin dann besser nicht mal nebenbei dein Profil "ausleihen" sollte, versteht sich... :clapping:

Sunshine2210
Geschrieben

@funTimeDD

Ich mach zwar kein Geheimnis daraus wo ich mich hier rumtreibe, meine Freunde,  selbst meine Mutter weiß von der Seite aber mal ehrlich....wenn sie den digitalen Nachlass verwalten soll :grin:   Sie kann mit Ach und Krach Ihr Nokia 3510 bedienen.  :joy: :joy::joy: 

Der Umschlag ist in meiner Wohnung und ich vertrau meiner Freundin  da zu 100%.   Sie weiß doch eh was ich hier mache, bekommt auch Infos wenn ich ein Date habe (heutzutage muss man sich ja absichern) und unterdessen schockt sie nix mehr.  :clapping:

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Quint
Geschrieben

Eine digitale Nachlaßregelung brauchen nur derjenige, die welchen haben.

Und ob sich in Zukunft Erben freuen, wenn der eine das Konto bei Facebook erhält, der andere dafür den Account bei poppen.de da bin ich nicht sicher. Ich glaube Kohle, ein Häuschen, zur Not eine wertvolle Briefmarkensammlung wäre den meisten Erben lieber. Ist aber analog und damit uncool, läßt sich glaube ich auch nicht per WhatsApp verschicken.
 

Geschrieben

Bei Facebook kann man schon zu Lebzeiten auswählen was mit dem Account gemacht werden soll wenn man abtritt. Done!
Ich habe für sämtliche Konten Benutzername und Passwort in meinem Safe hinterlegt. Die Kombi hat mein Bruder. Den kann auch nix erschüttern.

Meine Profile in den verschiedenen Foren können bestehen bleiben, da steht nix nachteiliges.
Selbst hier bei p.de könnte es stehen bleiben, habe da nix zu verbergen. Keine Dates, kein Schweinkram, nix!
(Wie denn auch mit dem Gesicht? :clapping: )

Geschrieben
Am ‎12‎.‎07‎.‎2018 at 11:27, schrieb funTimeDD:

Nach dem heutigen Urteil dürfen nun alle Erben (also Verwandte, Angetraute, Nachwuchs und andere Bittsteller) de facto bei Kenntnis meines Accounts hier ihren Erbanspruch geltend machen und völlige Auskunft über all meine Informationen hier haben.

Hallo@,

Es gibt die Möglichkeit in Vorsorge zu gehen. 

Ein Erbanspruch entfällt, wenn ein Nachlasskontakt

unterbunden oder der Account gelöscht wird.

LG :monkey:

HM10000
Geschrieben
Am 26.7.2018 at 06:44, schrieb Dark_Side:

Ich habe für sämtliche Konten Benutzername und Passwort in meinem Safe hinterlegt. Die Kombi hat mein Bruder. Den kann auch nix erschüttern.

Gelöschter Benutzer? Ich hoffe, sein Bruder hat den Safe nicht schon öffnen müssen....

Geschrieben

sollte der herr gott mich plötzlich abberufen, wird dieser account nicht mehr benutzt, einfache sache ;)

Antioxidant
Geschrieben
Am 12.7.2018 at 11:27, schrieb funTimeDD:

Stört euch die Vorstellung, dass eure Enkelkinder eure Forenbeiträge lesen? Die geschiedene Ehefrau darf mitlesen, mit wem ihr sie betrogen habt? Der entfernte Vetter darf auch mal eure privaten Bildchen anschauen?
Oder lebt ihr mehr nach dem Motto "Ich bin unter der Erde, was juckt es mich"? Oder denkt ihr euch "wer mit mir chattet, hat halt Pech, wenn ich am Suff draufgehe"?

Spannende Fragen - und vor allem ziemlich wichtig.

Zunächst mal gibt es nur ein paar wenige Dinge, die mein Freundes- und Bekanntenkreis tatsächlich kennt. Im Falle meines mountens nach /dev/null wäre da dann vermutlich ein verwaistes Facebook- und Instagram-Profil, das zumindest der entfernte Verwandtenkreis kennt. Das kann man dann ja in den "Verstorben"-Modus setzen lassen, aber die Jungs und Mädels beim blauen Riesen geben niemandem Zugriff auf die persönlichen Inhalte, der nicht nachweisen kann, dass es da einen wichtigen Grund gäbe. Also: Sollte es den Hinweis geben, dass ich sudo rm -rf / begangen hab, könnte unter Umständen mit richterlichem Beschluss ein Zugriff erfolgen. Da dass aber ziemlich unwahrscheinlich ist, bleibt das also alles eher verschlosssen und nur das, was ohnehin der eingeschränkte Kreis lesen konnte, bleibt da auch lesbar. Sofern die Accounts nicht ohnehin irgendwann einfach rausgefegt werden.

Was bleibt sonst noch? Terabyteweise Fotos, digitalsierte Dokumente, Musik, Mails... Alles auf Festplatten (mehrfach redundante Backups, versteht sich), die hier so rumstehen. Teilweise verschlüsselt (an den Kram kommt also keiner ran), teilweise einfach nur schon über zehn Jahre alter Kram, der irgendwann mal auf irgendwelchen alten Rechnern lagerte. Wie das mit Backups halt so ist, bin auch ich zu faul die auszusortieren. 😏 Also nach meinem Logout aus der Wirklichkeit könnten da vielleicht ziemlich private Dinge gefunden werden.

Was so schnell nicht gehen wird, ist an meinen "aktiven" Datenbestand rankommen. Der ist dann doch recht gut verschlüsselt und da es für drölfzigtausend Accounts mindestens genau so viele Passwörter gibt, die sich wiederum (genauso verschlüsselt) über mehrere Passwortmanager aufteilen, müsste schon ein ziemlicher Aufwand getrieben werden, um das alles irgendwie aufzudröseln. Ich könnte ja nun auch ein Testament verfassen, in dem ich dann die wichtigstens Passwörter hinterlege. Das blöde ist: Das müsste ich dann alle 30 Tage ändern, weil ich ja auch alle Passwörter regelmäßig erneuere... Und da immer die letzte Version eines Testamens gültig ist, brächte es dann allein für diesen Text dann sowas wie inkrementelle Backups oder zumindest eine Versionshistorie... Schwierig. Vor allem, weil das ja ein handschrifltiches Dokument sein muss. 🤔

Und das hier? Naja, wenn mein Storage-Admin (aka Nachlassverwalter) Zugriff auf meine Mailadressen bekommt (also alle 13; glaub ich; waren's bei der letzten Zählung zumindest... +-3.... 😂), könnte er irgendwann mal auf eine der vielen komischen Benachrichtigungen hier stoßen und den Account finden. Wobei auch da wieder die Sache mit den verschiedenen, sich gegenseitig ergänzenden Passwortmanagern zum Tragen kommt - der müsste also erstmal Zugriff auf einen der Rechner bekommen (Hürde Nr. 1), haufenweise Mails sichten (zweistelliger Gigabyte-Bereich - Hürde Nr. 2), dann die Master-Passwörter haben (Hürde Nr. 3) und damit dann hier erstmal einloggen. Und was macht der dann hier? Allen Kontakten schreiben, dass ich leider gerade in Fragmentierung begriffen bin? Und würde dem das jemand glauben? Also wenn jemand eine Nachricht von mir bekommt in der mitgeteilt wird, dass ich leider dauerhaft ausgeloggt bin - die User hier würden doch gleich Amok-Fake-brüllen. 😂 Oder löscht der dann einfach sang- und klanglos alle Accounts, die er so finden kann (wenn er denn die zigtausend Mails durchgewuselt und alles mal gesichtet hat...)? Das müsste ich dann auch in dem komplizierten Testament festlegen.

Was die allgemeine Peinlichkeit angeht: Naja, letztlich sind wir alle Erinnerungen. Oder wie der Doctor so schön sagte "We're all stories in the end. Let's make it a good one!". 😎
Ich würde da eine Art Matrix-Test draus machen: Liebe Hinterbliebenen - wenn ihr den blauen Umschlag öffnet, findet ihr Anweisungen dazu, bitte mal ein großes Loch zu buddeln, einen ganzen großen Haufen Technologie reinzuwerfen und ihn mit 10 kg Termit abzufackeln (ja - wir reden hier von sehr viel Technik-Gedöns und einem sehr tiefen Loch... 😂). Öffnet ihr den roten Umschlag, findet ihr eine Liste aller Passwörter für den Live-Betrieb und wenn ihr schnell genug wart, dann hattet ihr auch noch Zeit den 24h-Totmann-Button anzutippen und die wirklich brisanten Sachen sind auch noch da, wo sie sein sollten. Dann könnte es allerdings sein, dass ihr euer Bild von mir ein wenig revidieren müsst... 😏

Geschrieben

@Antioxidant Ich finde deinen Beitrag ja durchaus interessant bis lustig, aber vielleicht beim nächsten Mal etwas weniger Blackbox-taugliche Sprache, damit die Client-User auch mitkriegen, was hier kompiliert wird...? :jumping:

Antioxidant
Geschrieben
Gerade eben, schrieb funTimeDD:

@Antioxidant Ich finde deinen Beitrag ja durchaus interessant bis lustig, aber vielleicht beim nächsten Mal etwas weniger Blackbox-taugliche Sprache, damit die Client-User auch mitkriegen, was hier kompiliert wird...? :jumping:

Das würde sich dann aber auf den analogen Nachlass beziehen oder? 🤔😅

Geschrieben
Gerade eben, schrieb Antioxidant:

Das würde sich dann aber auf den analogen Nachlass beziehen oder? 🤔😅

Du bist kompetent genug um zu wissen, dass der digitale Nutzer nicht unbedingt allzuviel von der Technik verstehen muss. Wäre es anders, würde man den halben IT-Support dieses Planeten sofort entlassen müssen. :clapping:

Antioxidant
Geschrieben
vor 1 Minute, schrieb funTimeDD:

Du bist kompetent genug um zu wissen, dass der digitale Nutzer nicht unbedingt allzuviel von der Technik verstehen muss. Wäre es anders, würde man den halben IT-Support dieses Planeten sofort entlassen müssen. :clapping:

...manchmal habe ich das Gefühl, man sollte das zumindest mit 1/3 machen... 🤣

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