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Verantwortung - wer muss wieviel tragen?


Sa****

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr. Ich finde es echt schade, das soviel Intoleranz ausgerechnet in der BDSM-Szene immer mehr in den Vordergrund tritt.

 

Jeder denkt, das seine Auffassung von einer Dom/Sub Konstellation die beste ist und andere Variationen sind dann ja kein echtes BDSM mehr, ... dann heisst es unter anderem sogar, das Subs, die ihre klaren festen Grenzen haben und mit denen man im Prinzip nur das macht, was sie auch anturnt und was abgesprochen ist, Topping from the Bottom betreiben würden, keine echten Subs sind, das diese immer gewillt sein müssten ihre Grenzen auszutesten und so ein Schwachsinn.

 

Jeder bevorzugt seine eigene Spielform, ob SSC, TPE, etc ... vollkommen egal. Hauptsache ist, das alles in Absprache und in einem sicheren Setting abläuft bei dem keine seelischen oder körperlichen Schäden entstehen (was die Verantwortung des Doms ist).

Geschrieben
Am 28.4.2017 at 22:20, schrieb Sankt_Chris:

Moin,

In einem anderen Themenbeitrag ging es nebenbei immer um das Thema Verantwortung und ich möchte jetzt hier einmal mit EUCH über Verantwortung beim BDSM, hier speziell in der Konstellation DOM/Sklave (jeweils geschlechtsneutral) mich austauschen.

Wenn man sich über BDSM unterhält dann hört man vielfach, dass der dominante Part die Verantwortung übernehmen muss. Ist das wirklich so leicht / schwer??

Hallo 

ich muss dir in ein paar punkten widersprechen - evtl liegt das aber auch daran das ich BDSM nicht als das "nackig machen und dann an sich rumfummeln" sehe;)

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Wenn man sich über BDSM unterhält dann hört man vielfach, dass der dominante Part die Verantwortung übernehmen muss. Ist das wirklich so leicht / schwer??

Als Dom hat man einen großen Teil der Verantwortung aber sicherlich nicht die alleinige. Man hat aber den größtmöglichen Einfluss auf das Spiel an sich.
Auch Sub hat einen großen Part verantworten - Sub muss sagen wie es gerade mit der gefühlswelt steht, offen und ehrlich sein auch mit wiedersprüchlichen emotionen oder gedanken die man nicht gerne zugeben mag.
Zu einem großteil erlebe ich BDSM vor allem so das sich menschen darin auch ein stück weit selbst besser Kennenlernen und auf dinge stoßen die sie so von sich nicht geglaubt haben... ("...ich stehe darauf das mich andere minderwertig behandeln..." / "ich habe lust daran das sich Leute mir hingeben").

All das bedeutet aber auch das man auch gutes und offenes feedback geben muss.

 

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Aus meiner persönlichen Sicht und Einschätzung ist die Absicherung über das "Codewort" eine sehr, sehr schlechte Absicherung, da Sub dieses Wort am liebsten überhaupt nie benutzen würde, da mit aussprechen dieses Code/Safewortes der Sklave eindeutig zu erkennen gibt, das Dom das Vertrauen missbraucht hat,

Nein die Absicherung darüber ist nicht schlecht - niemand kann deine Gedanken lesen und irgendwie muss dein Gegenpart unterscheiden können ob du gerade tatsächlich kämpfst mit der Situation oder ob er dich noch weiter an eine grenze führen kann...

Auch missbraucht ein Dom nicht das vertrauen wenn Sub ihr Safeword nutzen muss - die meisten Sub wollen Grenzerfahrungen machen (dies ist meine rein persönliche Sicht, hat sicherlich auch etwas mit der Partnerwahl für solche Spiele zu tun).
Es ist keine Seltenheit das Sub gerne grenzen spüren möchte und halt eben nicht alles nur bei "ein wenig schlägen und ein bisschen Orgasmuskontrolle" bleiben soll. Im gegenteil.

Ich bin ziemlich gut im Menschen lesen, meine Sub´s brauchen eigentlich nie Ihr Safeword - aber ich würde niemals ohne spielen wollen oder es als etwas wie ein Verrat oder Vertrauensbruch sehen. - Manchmal hat man eben einen schlechten Tag oder irgendwas anderes kommt in die Quere... Beruf, frühere Erlebnisse, eigene Unerfahrenheit oder einfach die Überraschung was einen anmacht und es ist nicht mal der Dom ausschließlich Schuld das mal ein Safeword fällt. - Wie soll er also das vertrauen missbraucht haben?

 

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Insofern sollte Dom es als Verantwortung ansehen, dass er wiederum den Sklaven in die Verpflichtung nimmt verantwortliche konstruktive Kritik äußern zu dürfen.

Ebenso wie Sub in die verantwortung genommen werden muss. - So etwas passiert bei nachgesprächen und ist immer ziemlich spannend für beide weil man eben jede menge über sein gegenüber lernt...
So etwas machen aber die wenigsten ;)

 

Kurz zu deiner Sichtweise / meinen Antworten:

Viele Dinge die du sagst scheinen evtl auf dich und die art wie du spielen möchtest zu zutreffen und sind völlig okay.

Im großen und ganzen geht es ja aber bei solchen Sachen wie Safeword und Kritikäußerung bzw wie sich die Verantwortung aufteilt um allgemeine Dinge die in jeder Partnerschaft eine andere Dynamik haben.

Am Ende zählt das die Leute die miteinander spielen auch tatsächlich miteinander auskommen. - Meiner erfahrung nach gibt es aber unzählige konstellationen wo eben auch genug "schief" geht, aus unwissenheit oder wiel einige nicht verstehen wie sich der andere da Spiel vorstellt und da liegt der Hase eher begraben.

Wenn eine Sub offen und kommunikativ genug, sowie absolut ehrlich ist, habe ich nie ein Problem und höre nie das Safeword - leider ist das aber nicht der Normfall.
Es gibt auch Menschen die sich eben nur ausziehen und denken sie müssen nun alles ertragen was passiert und keine Ahnung haben was eine Lüge hier und eine Lüge dort tatsächlich ausmacht...

 

Am 29.4.2017 at 20:30, schrieb edus450:

Könnt ihr denn keinen geilen, normalen Sex genießen?? Nur krank im Kopf und das hat nichts mit Toleranz zu tun

Nein - nur mit Unwissen deinerseits was denn "normaler" Sex ist. Tipp: Unterhalte dich mal offen mit wem über das Thema und schau mal ob du es nicht dann verstehen kannst ;)

 

 

Geschrieben (bearbeitet)

SafeWords oder Ampeln, sind Sicherheitsaspekte für Top Neulinge.

Grenzen und Tabus gesellschaftliche Moralansprüche oder bestehen als Illusion nur im Kopf.

Eine Verantwortung ist eine Pflichtzuschreibung oder in Schuldnahme und somit kein Sicherheitsaspekt.

Kaum jemand wird vor der ersten Nacht einen Vertrag aufsetzen, der regelt, um was für eine Art von

Verantwortung es überhaupt gehen soll und wer wessen fiktiven Anteil tragen soll.

Bis sich da die Juristen einig wären, gäbe es wohl keinen Verantwortlichen mehr,...

 

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Natürlich kann man es auch mit pauschalen Schuldzuweisen an Bottom angehen, clever :)

Wenn eine Sub offen und kommunikativ genug, sowie absolut ehrlich ist, habe ich nie ein Problem,...

 

bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben

Als Top hast du die Verantwortung für die Unversehrtheit deiner Sub.  Und als Sub hast du die Verantwortung für dich selbst, ehrlich zu sein , und genau  zu wissen ,auf was du dich einlässt.

Bei meinen Seesions bin ich dann verantwortlich ,für die Sub, da sie sich freiwillig  in meine Hände begibt. Eine gute Kommunikation wäre vorher hilfreich.

Geschrieben

Beide tragen Verantwortung, der jeweiligen Situation angepaßt. Nehmen wir mal an Sub und Dom besuchen eine Party, auf welcher Sub ans Andreaskreuz gefesselt und geknebelt ist und die Augen verbunden hat. Und andere dürfen mit Sub spielen. In der Situation trägt Dom die Verantwortung, da Sub ja keinen Handlungsspielraum hat. Im Vorfeld, also bei den Überlegungen diese Party zu besuchen, tragen beide Verantwortung. Sprich, da hat Sub natürlich die Verantwortung für sich selbst, dass alles abgesprochen wird, was geht, was nicht geht etc.

 

Geschrieben (bearbeitet)

Als Top hast du die Verantwortung für die Unversehrtheit deiner Sub.

sorry, aber das ist völliger Nonsens, beide lassen sich bewusst auf etwas ein, dessen Ausgang

weder fest steht, noch der große Plan bestehen muss, denn vieles ergibt sich einfach.

Selbst ein Chirurg der einen Plan hat, wird keine  Unversehrtheit  verantworten können.

Genau deshalb erklärt man sich einvernehmlich und ist sich der Risiken bewusst.

Zudem kommen noch die körpereigenen Opioide wie Adrenalin / Endorphin / sonstige Hormone

mit ins Spiel, sodass eine Wahrnehmung stark beeinflusst wird. Nicht umsonst spricht man

von Top- oder Subspace. Oft folgt durch den Abbau der Botenstoffe noch ein Flow, denn der

die Botenstoffe haben zuvor ein "Notfallprogramm" gestartet.

Genau aus dem Grund funktionieren politische Konstrukte wie SSC nicht, denn zum Leben

gehört auch ein Lebensrisiko.

 

@elegance4u

auf einer öffentlichen Party kannst du das schon knicken, da kommen gleich SuperDoms angelaufen

die dir erzählen wollen "nicht auf die Nieren" oder noch intelligenteres,...

zu einer privaten Party wird man geladen und da sind zuvor die Freigaben allen Beteiligten bekannt.

 

 

bearbeitet von Gelöschter Benutzer
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