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Seitensprung( Fremdgehen)


Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Ui... jetzt wirds kompliziert

Ich glaube durchaus, dass man mehrere Menschen lieben kann. Wobei ich auch glaube, dass diese Liebe durchaus Abstufungen hat. Also dass es immer jemanden gibt, den man "besonders" oder "am meisten" liebt. Sozusagen einen "Hauptmann" oder eine "Hauptfrau".

Ich erinnere mich daran, dass ich, als ich selbst betrogen habe, mich nicht nur nach Sex gesehnt habe. Eigentlich ging es am wenigsten darum, sondern vielmehr um die Nähe, um das Gefühl, begehrt zu werden, die Aufmerksamkeit. Und ich weiß, dass ich auch Gefühle für den "Seitensprung" entwickelt habe, ja, mich auch verliebt hatte... aber diese Gefühle auch nie so stark waren, dass ich ernsthaft in Erwägung gezogen hätte, meinen Partner zu verlassen. Und als mein Partner MICH dann verlassen hat, waren diese Gefühle für den anderen wie weggeblasen. Jetzt, da man hätte zusammensein können, wollte ich es nicht mehr.

Und eben WEIL ich auch diese Seite der Medaille kenne, kann ich keinem Mann, der mir in einer Affäre von Gefühlen oder gar Liebe vorschwärmt, wirklich glauben oder vertrauen. Weil ich weiß, wie schnell es mit diesen Gefühlen wieder vorbei sein kann.


Geschrieben

Genau, du weißt, wie schnell es mit den Gefühlen vorbei sein kann und dies läßt dich davor zurückschrecken, eine Affaire einzugehen und mehr Gefühl, Vertrauen zu entwickeln.
Ich bin mir dieser Endlichkeit ebenfalls bewußt. Deshalb habe ich ja geschrieben - solange es beiden gut dabei geht. Sollte einer von beiden unter der Situation leiden, wäre dies Grund für mich, die Affaire zu beenden. Sicher ein sehr schmerzhafter Prozeß und trotzdem, egal wie/wann und ob es einmal enden wird, ich bin froh diesen Menschen kennengelernt zu haben und mit ihm ein einen kleinen Teil des Weges gemeinsam zu gehen. So denke ich im Übrigen auch über meine ehemaligen Partner. Da ist kein Groll mehr, obwohl ich dazu vielleicht Grund gehabt hätte.
Mag sein, dass dies in einigen Ohren naiv klingt. Ich bin aber kein Mensch, der nur die negativen Seiten sieht. Ich versuche, allem etwas Positives abzugewinnen.


Geschrieben

Ich weiß, dass man zwei Menschen lieben kann - ich habe das schon erlebt.
Liebe ist eine vielgestaltige Sache und eben auch dann ehrlich, wenn ich jemanden "nur" so liebe, dass für einen anderen noch Platz in meinem Herzen bleibt.
Denn dieser "andere" muss ja auch erst noch gefunden werden.

Das existentielle Problem ist einfach, dass die Chance einen Menschen zu finden, den wir, wegen der Intensität unserer Liebe, nur unteilbar und zugleich dauerhaft lieben können, so furchtbar klein ist.
Wer überhaupt lieben will - und ich halte Liebe immer noch für ein Grundbedürfnis - muss notwendig Lieben eingehen, die Platz lassen für jemand anderes.

Ob sich dann jemand findet, und ob man diesen jemand dann tatsächlich tiefer und dauerhafter in sein Herz eindringen lässt, ist dann eine ganz andere Frage.


Geschrieben

...
Wenn der Partner von den Seitensprüngen weiß und sich damit arrangiert, bleibt es vielleicht ein Seitensprung... aber es ist kein Betrug. Der Partner hatte BEWUSST die Möglichkeit, sich zu entscheiden, ob er mit den Seitensprüngen leben kann oder nicht. Es steht ihm frei, zu gehen oder selbst einen anderen Partner zu suchen. Er wird nicht entmündigt. Das ist ein Unterschied.


Andersrum schränkt die Klärung die Wahlfreiheit ein, da eine Erlaubnis nicht als Antwort vorausgesetzt werden darf.
Zusatzfrage: Heiligt der Zweck die Mittel?
Schon beim Kennenlernen stellte meine Ex-Frau eindeutig klar, daß aufgrund ihrer Vorgeschichte ein Fremdgehen ein unverzeihlicher Trennungsgrund für sie wäre.
Besonders im Bereich unserer Intimitäten hat sich aber später ein deutliches Manko aufgetan.
Mehrfach habe ich gedanklich mit dem Bruch der Spielregel geliebäugelt, aber es um "unseretwillen" unterlassen. Mittlerweile glaube ich, hätte ich sie (wenig oder latent) betrogen, ich in allen Bereichen "entspannter" mit ihr hätte umgehen können und die Beziehungschwierigkeiten vielleicht hätten sich insgesamt (zumindest eher) lösen lassen.


Geschrieben

GSicher ein sehr schmerzhafter Prozeß und trotzdem, egal wie/wann und ob es einmal enden wird, ich bin froh diesen Menschen kennengelernt zu haben und mit ihm ein einen kleinen Teil des Weges gemeinsam zu gehen. So denke ich im Übrigen auch über meine ehemaligen Partner. Da ist kein Groll mehr, obwohl ich dazu vielleicht Grund gehabt hätte.
Mag sein, dass dies in einigen Ohren naiv klingt. Ich bin aber kein Mensch, der nur die negativen Seiten sieht. Ich versuche, allem etwas Positives abzugewinnen.



Wenn Du naiv bist, bin ich es auch Ich seh das genauso... es war sicher mal Groll da und es gab auch weniger schöne Szenen. Aber im Grunde ist dieser Mensch ein Teil meines Lebens und hat mich auch mit zu dem gemacht, der ich heute bin.


Geschrieben

@ Spritzi

Jetzt sind wir da, wo ich hinwollte: nicht moralische Verurteilung, nicht Prinzipienreiterei und Einteilung in Schubladen, sondern eine differenzierte Sicht - und schon wird es sehr sehr schwierig mit dem Ausgrenzen. Realität ist eben nicht einfach

Tatsächlich sind Beziehungen vielschichtig und grundsätzlich defizitär und tatsächlich ergeben sich hieraus sehr differenzierte Konstellationen, die - wie wir ja auch hier an einigen Beispielen lesen konnten - Fremdgehen als Alternative zu Trennung tatsächlich begründen.

Eine moralische Position kann mir helfen, mich selbst und einen Menschen, der mir wichtig ist, vor Verletzung weitgehenst zu bewahren - mehr nicht. Sie taugt nicht zur Verturteilung, denn in der Realität sind die Grenzen schwimmend.

Für mich waren Fremdgehen und bezahlter Sex eine ausgeschlossene Kategorie, bis meine Ex-Frau Brustkrebs diagnostiziert bekam: Chemotherapie und Bestrahlung machten neben psychischen Folgen Sex unmöglich - doch irgendwann hast Du das Bedürfnis als Partner eben doch und merkst, dass Du darunter leidest. Für mich war das damals der Grund, Erleichterung in bezahltem Sex zu suchen - auch weil es mir klarer abgrenzbar zu meiner Ehe schien, die ich nicht in Frage stellen wollte.
Für einen Aussenstehenden ist eine Verurteilung einfach: "Die Frau hat Krebs und schon rennt er zu den Huren!" Aber ich wollte z.B. bewußt keine Affäre, weil ich mich nicht der Gefahr aussetzen wollte, in eine "Gegenrealität" abzugleiten, da ich damals für meine Frau und ihre Krankheit da sein wollte.

Bin ich mit mir darüber im Reinen? Nein! Aber es reicht, morgens in den Spiegel schauen zu können.

Auch bin ich einverstanden mit Deiner Ausnahme, die Du formulierst - allerdings mit einer Differenzierung: es geschieht mir hier im Forum zu oft zu leicht und zu vorschnell, dass die kleinste Äusserung in Richtung einer rein sexuell definitierten Affäre sofort die Klaviatur der Verurteilung notgeiler Allesficker zum Spielen bringt.

Und jemand, der ganz offen und klar sagt: ich bin gebunden und ich suche nach Sex außerhalb meiner Beziehung gibt Mann/Frau ja tatsächlich alle Möglichkeit, sich dazu zu positionieren.


Geschrieben

Untreu im Sinne von "den Partner hintergehen" ist aber schon per se ein Akt, diesen zum Objekt zu degradieren. ICH entscheide, dass er mir nicht reicht, ICH entscheide, dass ich mehr will und nehme mir das auch - während ER gar keine Option hat und um die Möglichkeit einer Entscheidung betrogen wird.

Diese Argumentation halte ich für reichlich verwegen.

Du setzt voraus, dass ein Fremdgänger fremd geht, weil ihm der Partner nicht reicht.
Du setzt voraus, dass der Fremdgänger mehr will und sich das auch nimmt, ohne Rücksicht auf den Partner zu nehmen.
Du setzt voraus, dass der "betrogene" Partner keine Option für irgendwelche Entscheidungen hat.

Selbst wenn diese Voraussetzungen alle zutreffen würden, ist mir nicht klar, warum der Partner dadurch zu einem Objekt degradiert wird.
Objekt des handelnden Fremdgängers ist doch zunächst einmal die Person, mit der er fremd geht.

Um zu verdeutlichen, was ich meine, mein eigenes Beispiel.

Ich bin bekennender Gelegenheitsfremdgänger.

Der Frau mit der ich seit fast 32 Jahren zusammen bin habe ich nie vorgemacht monogam zu sein und zu handeln.
Wenn ich fremd gehe, dann nicht, weil sie mir nicht reicht, sondern um gelegentlich außerhalb der Beziehung Spaß zu haben.
Selbst wenn ich meiner Frau den Seitensprung nicht vorher ankündige oder sofort hinterher erzähle, degradiere ich sie dadurch nicht zum Objekt.

Sie hat sämtliche Freiheiten, jederzeit fremd zu gehen und sie kann mir jederzeit die Affaire mit einer bestimmten Frau verbieten. An diese Verbote habe ich mich immer gehalten.

Ich degradiere auch keine Frau, mit der ich fremd gehe zum Objekt. Ich mache keiner Frau vor, mit ihr eine Beziehung eingehen zu wollen und habe auch schon Körbe verteilt an Frauen, die ausschließlich eine Beziehung suchen, aber mit mir eine Ausnahme für einen ONS gemacht hätten.


Geschrieben

Meeressäuger - genau aus dem Grund habe ich die Einschränkung gemacht "Fremdgehen im Sinne von eine Person hintergehen"

Wir haben keine Meinungsverschiedenheit!


Geschrieben

Ich bin ehrlich sehr erfreut, über diese ausgesprochen offene und sachliche Auseinandersetzung, die sehr ehrlichen Statements.
Es ist ein oft mit vielen Emotionen beladenes Geschehnis, das wohl sehr viele von uns schon erlebt haben, von der einen, von der anderen, oder gar von beiden Seiten.

Dass mehrere Wege zum Fremdgehen führen können ist klar, dazu ist einiges genannt worden.
Das Hauptproblem sehe ich wie Spritzi –&gt Das Defizit in der Beziehung und vor allem die Sprachlosigkeit darin.
Viele wenden dann ein – ja ich hab ja versucht darüber zu sprechen, aber…. Ich weiß, dass man manchmal den Anderen nicht erreicht, weil er/sie vielleicht auch nicht erreicht werden will. Allerdings bezieht sich diese Sprachlosigkeit eben nicht nur auf diesen einen Bereich, sondern meist durch die ganze Breite der Beziehung.

Mich hat vom Seitensprung in einer bestimmten Beziehung vor allem der Punkt zurück gehalten (von euch zum nachdenken angeregt), ihm nicht Recht geben zu wollen. (er war krankhaft eifersüchtig und hat mich so praktisch raus getrieben) – aber sonst, neee

Zum Punkt, in einer Beziehung bleiben, weil…:
Viele der Gründe kann ich wirklich gut verstehen, nachvollziehen (ich lebe auch schon ne Weile). ABER, mir stellt sich immer wieder die Frage (bei den allermeisten der Begründungen): Tut ihr euch damit gut? Beschneidet ihr euch nicht um ein gutes Stück eigenes Leben?

Ausharren in einer Situation für einen gewissen Zeitraum mag ertragbar sein, man kann sich arrangieren, eine Lösung auf Dauer ist der Stillstand für mich nicht. Mit Stillstand meine ich hier: ich kann mich in einem gewissen Rahmen bewegen, aber (für mich) hänge ich an einer Kette, die meine Entwicklung immer wieder behindert. Das ist mein Empfinden, wenn die Beziehung nicht um des anderen Menschen willen weiter besteht, aus Liebe, aus Zuneigung…
Das kann und darf für andere völlig anders sein! Urteilen, oder gar verurteilen liegt mir fern. Sehr fern. Ich reiche lieber die Hand.


Geschrieben

Zum Punkt, in einer Beziehung bleiben, weil…:
Viele der Gründe kann ich wirklich gut verstehen, nachvollziehen (ich lebe auch schon ne Weile). ABER, mir stellt sich immer wieder die Frage (bei den allermeisten der Begründungen): Tut ihr euch damit gut? Beschneidet ihr euch nicht um ein gutes Stück eigenes Leben?

Ausharren in einer Situation für einen gewissen Zeitraum mag ertragbar sein, man kann sich arrangieren, eine Lösung auf Dauer ist der Stillstand für mich nicht. Mit Stillstand meine ich hier: ich kann mich in einem gewissen Rahmen bewegen, aber (für mich) hänge ich an einer Kette, die meine Entwicklung immer wieder behindert.


In jeder Beziehung gibt es Aufs und Abs. Die Frage ist: wie sehr ist man bereit, sich mit seiner Beziehung auseinander zu setzen und um sie zu kämpfen.

Wir standen vor 14 Jahren auch an dem Punkt, an dem sich zumindest meine Frau ernsthaft überlegte Schluss zu machen.
Wir haben es nicht getan und haben die Krise überwunden - gerade, weil es kein Stillstand war und wir uns nicht nur arrangiert haben, sondern an der Beziehung gearbeitet.

Wenn wir uns damals getrennt hätten, hätten wir nicht nur viel Porzellan zerschlagen (drei Kinder, Haus etc.), sondern eine sehr schöne Zeit, die wir seither miteinander verbracht haben, so nicht gehabt.

Man muss sich immer wieder mit seiner Beziehung auseinander setzen und sich klar machen, wie wichtig sie einem ist, und wo die Prioritäten liegen.

Und um nochmals auf das Thema Fremdgehen zurückzukommen: ich denke, ohne unsere Affairen und Eskapaden wäre unsere Beziehung nie so stabil geworden, wie sie ist.


Geschrieben

Richtig, bei euch war es kein Stillstand, ihr habt offenbar beide um den Fortbestand gekämpft. Das klingt aber aus vielen zuvor gemachten Äußerungen nicht heraus (korrigiert mich, wenn falsch verstanden). Dort klingt es oft nach "einfach nur verharren" in der Situation, weil .. dies und das.

Dein letzter Satz: ich weiß nicht so recht. Aber wenn es für euch letztlich genau so ist wie du schreibst, dann ist es für euch genau richtig gewesen.


Geschrieben (bearbeitet)

All die Gedanken, die Maiglöckchen anführt machen sich "Fremdgänger mit Gewissen" (für mache gibt es sowas aber nicht) auch. Man hat ja nicht nur eine Verantwortung anderen, sondern auch sich selbst gegenüber.

Aber jeder muss das selbst wissen. Das scheinmoralische Rumfuhrwerken in Fremdbeziehungen ist unwürdig.

Im Prinzip macht sich doch jeder seine Moral so, wie er sie braucht:
Ein Kirchgänger, der gerne swingt, setzt seinen Glauben genau an der Stelle außer Kraft und findet so seine Rechtfertigung - und ein swingender Atheist und politischer Nonkonformist hat plötzlich die Idee von einer höheren Moral (von der kein Mensch weiß, wo die geschrieben stehen soll), die er meint anderen überstülpen zu müssen -

ich finde das reichlich amüsant.

(Nein, ich widerspreche meinen früheren Postings in keiner Weise, weil ich einen Prinzipunterschied mache, wenn es um das wahllose Rumvögeln mit Beziehungsfremden geht.)

Außerdem bin ich und bleibe ich Kommunikationsskeptiker -
Kommunikation in einer Beziehung ist das höchste Gut, bleibt aber auch dann noch von vielen Risiken begleitet, wenn beide stark darin sind.


bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben



Ein interessanter aber auch ein schwieriges Thema.

Wenn ich so zurück denke, vor guten 10-15 Jahren hätte ich jeden der Fremd geht und die Geliebte gekreuzigt. Nun habe ich selber schon ein paar Beziehungen über einige Jahre hinter mir. Ja ich bin auch die jenige die ausharren, und auch kämpfen.
Oft habe ich mich in der Beziehung allein gefühlt und nicht begehrt. Man lebte so vor sich hin…..nähe und Sex waren wenn dann unerfüllt und kalt. Jedoch den Schritt zum Fremd gehen, habe ich nie gewagt. Vom Kopf schon…nur Körperlich nie.

Ich wählte immer den schritt zur Trennung.
Es war für mich relativ einfach, da nie eine Ehe, Haus oder Kinder dahinter standen. Ich hatte meinen Job und meine Wohnung.

Umso älter ich werde, umso nüchterner sehe ich das.

Ich habe mittlerweile verstanden, dass es ein Unterschied zwischen Alltag und Zeitlich begrenzte „Beziehung“ gibt. Für mich ist eine „Affäre“ auch eine Art von Beziehung. Nur ohne Alltag, ohne Probleme ohne Stress.
Ja, ich habe kein Problem damit eine „geliebte“ zu sein.
Für einige bin ich „unmoralisch“
Doch ich bin nicht der Grund. Gründe warum jemand den schritt tut liegt für mich nicht in der „Lieblosigkeit“, sondern eher weil er ein Mensch mit Bedürfnissen ist.

Natürlich auch da gibt es Unterschiede. Die Männer, die mir begegnet sind, waren jedoch so.

Zu Liebe:
Ich als Frau bin im Stande zu verschieden Menschen ein herzliches Gefühl zu entwickeln. Mit der „großen Liebe“ hat das jedoch nichts zu tun. Ich erwarte das nicht, und der jenige darf dies auch von mir nicht erwarten.


@Delphin
Zitat:“ohne unsere Affairen und Eskapaden wäre unsere Beziehung nie so stabil geworden, wie sie ist.“

Da scheint sehr viel Wahrheit dahinter zu stecken.







Geschrieben

Das wichtige ei der ganzen Sache ist aber am Ende ,wie weit man sich mit seinen Partner austauscht
Ich habe es z.b. nicht verheimlicht ,ja ich wollte sogar das er es weiß und mein Mann hat damals anders reagiert als , wie ich es erwartet habe.
Seitdem ist zwischen uns mehr ,als jemals in den 16 Jahren davor.


Geschrieben

Das Defizit in der Beziehung und vor allem die Sprachlosigkeit darin.


Ich kenne nun beide Möglichkeiten in einer Beziehung zu kommunizieren.

In meiner Ehe, die immerhin 20 Jahre gehalten hat und in der ich, ohne jemals fremdzugehen, die meiste Zeit glücklich war, war Sprachlosigkeit angesagt, hat mir auch nicht gefehlt,zumindest bis sich dann die Alkoholprobleme meines Mannes potenziert haben, Gewalt und fehlende Zuneigung zur Tagesordnung wurden...da hat uns die mangelne Kommunikation das Genick gebrochen.

Jetzt habe ich einen Partner, der gerne kommuniziert, über alles redet, außer über Sexualität, insbesondere seiner. Nun ist das trotzdem etwas völlig Neues für mich, ich hatte nie dieses Gefühl, dass sich jemand für meine Gedanken, Gefühle interessiert, deshalb auch meine emotionale Bindung, obwohl ich mich weiterentwickelt habe und für mich erkannt habe, dass auch ICH wichtig bin und nicht nur die Bedürfnisse des Partners.
Ich höre ihn in meinem Kopf immer sagen: "Wenn du mich lieben würdest, würde es dir nicht schwer fallen, auf Sexualität zu verzichten!"

Ich frage mich immer wieder, ob das richtig ist, ob das tatsächlich so ist, ob ich ihn vielleicht wirklich nicht liebe...ist für mich eine sehr belastende Gewissensfrage!

Kommunikation ist natürlich wichtig, aber sind es nicht auch Taten, die eine funktionierende Beziehung ausmachen?
Kommunikation, nur der Kommunikation willen, bleibt eigentlich "Gequatsche"!Oder?


Geschrieben

@saavik

Aber ist das nicht gerade ein Beispiel für das Problem der Sprachlosigkeit, von der Maiglöckchen sprach?

Sprachlosigkeit - in diesem Fall über den Bereich der Sexualität - drängt direkt zu einer Lösung im Alleingang.

Als gedachter Satz von Dir ist "Wenn du mich lieben würdest, würde es dir nicht schwer fallen, auf Sexualität zu verzichten!" - eine Projektion: Du legst ihn Deinem Partner in den Mund, Du fühlst Dich zur Enthaltsamkeit als Liebesbeweis aufgefordert, was vielleicht auch mit Schuldgefühl zu tun haben könnte.
Als gesprochener Satz verlangt der dringenst nach Kommunikation, denn er ist sehr übergriffig und besitzergreifend, da er verlangt, dass Du auf einen wesentlichen Teil Deines Menschseins verzichtest - und zwar nicht, weil Du es willst, sondern weil ein anderer es verlangt.
Damit schreit es förmlich nach Kommunikation, nach einer Klärung darüber, welche Forderungen man an seinen Partner stellen kann oder nicht, nach einer Klärung, weshalb überhaupt ein solcher Beweis nötig sein soll.

Findet sie nicht statt, bleibt nur der Alleingang - eine Entscheidung, wie man persönlich damit umgeht - und das heißt eben auch, die verschiedenen Aspekte des eigenen Menschseins zu berücksichtigen.


Geschrieben


Ich höre ihn in meinem Kopf immer sagen: "Wenn du mich lieben würdest, würde es dir nicht schwer fallen, auf Sexualität zu verzichten!"

Ich frage mich immer wieder, ob das richtig ist, ob das tatsächlich so ist, ob ich ihn vielleicht wirklich nicht liebe...ist für mich eine sehr belastende Gewissensfrage!



Du hast absolut recht mit der Feststellung, dass auch deine Bedürfnisse wichtig sind. Sexuelle Erfüllung ist ein elementares Grundbedürfnis und wenn er dir das nicht erfüllen kann/will, musst du eben nach Alternativen suchen. Auf Dauer kann es nicht gut gehen, wenn ein Partner Interesse an Sex hat, der andere aber nicht. Daher solltest du eher fragen: Liebt er dich genug, um dich glücklich zu machen - endweder dadurch, dass er dir Sex gibt oder dir eine offene Beziehung erlaubt.

Wir scheinen ein ähnliches Problem zu haben. Mein Mann kann auch nicht über seine Sexualität reden uind hat keine Lust auf Sex. ich habe ihn aber so lange auf das Thema angesprochen, bis er meinte: "Dann such dir eben Liebhaber!" Woraufhin ich mich prompt bei Poppen.de angemeldet habe. Ist das nun von seiner Seite aus gesehen ein Zeichen von Liebe (ich will, dass es meiner Frau gut geht), Toleranz oder einfach Gleichgültigkeit und dem Bedürfnis, in Ruhe gelassen zu werden? Nicht einmal das weiß ich genau, aber so wie ich ihn einschätze, ist es von allem etwas.


Geschrieben

@ ballou
Ich bin mir dessen durchaus bewußt, nur ist der Haken daran, dass wir eigentlich beide nicht bereit sind, den gedachten Satz laut zu vormulieren, da wir wissen, dass es das Ende unserer Beziehung sein würde, da er eine Konsequenz haben MÜSSTE (seine religiösen Vorstellungen sind da mit den Meinigen nicht kompatibel).
Zu dieser Konsequenz sind wir (noch) nicht bereit!

Wir betreiben da einfach Vogel-Strauss-Politik...er weiß es, ich weiß es...die Frage ist nur wie lange wir uns damit begnügen können.
Ich bin mir halt nicht so sicher, ob konsequente Kommunikation da besser wäre!
Für mich ist es ein Beispiel, dass Kommunikation eben nicht alles ist!


Geschrieben (bearbeitet)

Jetzt habe ich einen Partner, der gerne kommuniziert, über alles redet, außer über Sexualität, insbesondere seiner.
(...)
Ich höre ihn in meinem Kopf immer sagen: "Wenn du mich lieben würdest, würde es dir nicht schwer fallen, auf Sexualität zu verzichten!"

Ich frage mich immer wieder, ob das richtig ist, ob das tatsächlich so ist, ob ich ihn vielleicht wirklich nicht liebe...ist für mich eine sehr belastende Gewissensfrage!

Kommunikation ist natürlich wichtig, aber sind es nicht auch Taten, die eine funktionierende Beziehung ausmachen?
Kommunikation, nur der Kommunikation willen, bleibt eigentlich "Gequatsche"!Oder?


Da muss ich Ballou recht geben.

Ich könnte niemals dauerhaft auf Sexualität verzichten.
Aber bevor Du ihm unterstellst, dass er deshalb Deine Liebe infrage stellt, solltest Du das klären, und wenn er nicht über seine Sexualität reden will, rede Du mit ihm über Deine Sexualität.

Das ist nicht Kommunikaton um der Kommunikation willen, sondern Kommunikation um Eurer Beziehung willen.

Ergänzung (Du hast mich mit Deinem letzten Beitrag überholt):
Natürlich musst Du ein solches Gespräch sehr vorsichtig führen, aber für so sensibel halte ich Dich, dass Du nicht mit "Ich brauche das einfach und wenn Du mich nicht befriedigst, suche ich mir einen Liebhaber." kommst.
Es geht auch nicht darum den Satz "wenn Du mich lieben würdest, könntest Du auf Sex verzichten" zu thematisieren, den er ja gar nicht gesagt hat, sondern Deine sexuellen Bedürfnisse.
Ich weiß natürlich nicht welcher Religion er angehört, aber "eheliche Pflichten" verbietet keine Religion. Religiöse Gründe können aber leicht vorgeschoben werden.


bearbeitet von Delphin18
Geschrieben (bearbeitet)

Du das klären, und wenn er nicht über seine Sexualität reden will, rede Du mit ihm über Deine Sexualität.
Das ist nicht Kommunikaton um der Kommunikation willen, sondern Kommunikation um Eurer Beziehung willen.



Genau das tue ich! Ich rede und rede und rede...er hört mir zu, aber äußert sich nicht. Ich habs versucht mit: "Wie denkst du darüber?Wie könntest du dir eine Lösung vorstellen? Was fühlst du gerade?" (Geschulte von berufswegen) Antwort war immer: "Ich kann nichts sagen, ich muss alles erst sacken lassen."

Ok..und dann? Nichts...alles bleibt beim Alten!

Wo ist da das Kontruktive an Kommunikation?
Man kann nicht alleine kommunizieren....

Nachtrag: Er ist Methodist, mal abgesehen von der Tatsache, dass wir nicht verheiratet sind( ein Teil seines Problems), hätte er an ehelichen Pflichten nichts auszusetzen, die dann aber wirklich nur Pflichten wären, ohne meine Bedürfnisse zu befriedigen. Das meinte ich aber nicht mit erfüllendem Sex....


bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben

Ich glaube, wenn Du mich mal durch Berlin escortierst, werden wir einen langen Spaziergang einplanen müssen


Geschrieben

Ich muss jetzt gerade lächeln, wenn ich mir überlege, dass ich gerade im Forum bei Poppen versuche meine Beziehungsprobleme zu diskutieren!!
@ delphin
Eine kleine Therapiestunde wäre mir sehr genehm.....


Geschrieben

wieso?
Ist Poppen.de nicht das Beziehungstherapie-Forum?

Nicht, dass Du mich falsch verstehst: ich fühle mich nicht als Ehethe***ut.


Geschrieben

@
Für mich waren Fremdgehen und bezahlter Sex eine ausgeschlossene Kategorie, bis meine Ex-Frau Brustkrebs diagnostiziert bekam: Chemotherapie und Bestrahlung machten neben psychischen Folgen Sex unmöglich - doch irgendwann hast Du das Bedürfnis als Partner eben doch und merkst, dass Du darunter leidest. Für mich war das damals der Grund, Erleichterung in bezahltem Sex zu suchen - auch weil es mir klarer abgrenzbar zu meiner Ehe schien, die ich nicht in Frage stellen wollte.
Für einen Aussenstehenden ist eine Verurteilung einfach: "Die Frau hat Krebs und schon rennt er zu den Huren!" Aber ich wollte z.B. bewußt keine Affäre, weil ich mich nicht der Gefahr aussetzen wollte, in eine "Gegenrealität" abzugleiten, da ich damals für meine Frau und ihre Krankheit da sein wollte.
.



Nein, das verurteile ich gar nicht, kann es im Gegenteil sogar sehr gut nachvollziehen. Du leidest sowieso mit unter der Krankheit und hast aber dennoch sexuelle Bedürfnisse und möchstest auch einfach zwischen drin normaler Mensch sein, der nicht ständig an diese tückische Krankheit erinnert wird.

Ich kenne das Problem aus einer anderen Perspektive. Ich kenne vom Chatten/Telefonieren einen Mann, zu dem ich mich ungeheuer hingezogen fühlte und er sich auch zu mir. Dummerweise fanden wir nie einen geeigneten Termin für ein Treffen. Dann bekam seine Frau Brustkrebs und wir hatten beide moralische Skrupel in der Situation miteinander Sex zu haben. Wie auch in Eurem Fall, wollte/konnte seine Frau hinterher nicht mehr angefasst werden, so dass seine sexuellen Bedürfnisse immer größer wurden... Nun wurde bei ihm ebenfalls ein sehr bösartiger Tumor entdeckt und ich bin mir nicht sicher, ob es überhaupt einer von den beiden überlebt. Angesichts der Dramatik ist natürlich die Frage nach Sex belanglos geworden. Dennoch tut es mir sehr leid, dass wir uns nie getroffen haben, denn dann hätte er wenigstens ab und an Entspannung erleben können.

Es ist schade, dass man in solchen Situationen selten einfach nur rational handeln kann. Vielleicht wäre in einem Gespräch mit der Frau sogar herausgekommen, dass sie gar nichts dagegen hätte, wenn ich mit ihrem Mann einfach nur ab und an mal eine Stunde Spaß gehabt hätte. Es hätte sich ja um keinen Eingriff in ihre Beziehung gehandelt und evtl. hätte es sogar Druck von ihr genommen.


Geschrieben

aus eigener erfahrung kann ich sagen lasst gefühle beim seitensprung / fremdgehen weg , geniest den sex mehr nicht , von liebe und gefühl zu reden das bringt ein in den absturz ,


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