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Die stille Zeit ...

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Die stille Zeit…

… so nannte man früher die Adventszeit.

Ob sie das wirklich jemals war, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Hektik in der Zeit vor Weihnachten in den letzten Jahren immer mehr zu nimmt, und von stiller Zeit nicht mehr die Rede sein kann.
Was mich aber noch viel nachdenklicher stimmt, ist eine, vielleicht nur von mir empfundene, latente Aggressivität, die sich scheint’s immer weiter ausbreitet.

Um zu verdeutlichen, was ich damit meine, hier eine kleine aber wahre Geschichte.
Ab und an, und das schon seit einigen Jahren, helfe ich Freunden, die Stände hier bei uns auf dem Christkindlesmarkt haben.
Jetzt kommt es immer wieder vor, dass Besucher versuchen, ihren Glühwein in meiner Auslage abzustellen, oder sich an selbige anlehnen, um ihren Glühwein zu trinken.

Letztens stand ein gut gekleideter Herr mit seiner Begleiterin vor dem Stand und beide lehnten sich mit dem Rücken an die Auslage.
Solange keine Besucher kommen, die sich für meine Bücher interessieren, stört das ja nicht weiter, und ich lasse sie in der Regel gewähren (Ausnahme, s.o., sie versuchen ihre Tasse auf meinen Büchern abzustellen).
Nun sollte man annehmen, dass freiwillig Platz gemacht wird, um den Blick auf die Bücher zu gewähren, wenn andere Besucher an den Stand kommen, aber weit gefehlt, keine Reaktion.

Ich versuchte dann, den Herrn anzusprechen, aber er ignorierte mich geflissentlich, obwohl ich den Eindruck hatte, dass er mich gehört hat.
Erst nachdem ihn eine in zweiter Reihe stehende Dame auf mich aufmerksam machte, drehte er sich in meine Richtung und fragte mich schon sehr unwirsch, was ich von ihm wolle.

Ich bat ihn höflich (jawoll, ich kann das) doch bitte einen Schritt zurück zu treten, um den Interessenten den Blick auf die Bücher zu ermöglichen.
Was dann kam, hatte ich in keinster Weise erwartet. Ich wurde aufs unflätigste und in unheimlich aggressiver Art und Weise beschimpft, so dass sich ein am Stand befindlicher, bis dato unbeteiligter Kunde bemüßigt fühlte, den Herrn zu Recht zu weisen und ihn des Standes zu verweisen.

Seine schiere körperliche Präsenz lies keine Widersprüche zu, so dass die Situation in kürzester Zeit bereinigt war, ohne dass ich mich mit dem Herrn weiter auseinandersetzen musste.

Wenn es ein, zugegebener Maßen extremer, Einzelfall gewesen wäre, würde ich keinen weiteren Gedanken daran verschwenden, aber solche Vorfälle häufen sich.
Die Leute werden immer rücksichtsloser und reagieren dabei immer aggressiver, wenn man sie dann anspricht.
Die ganze Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt ist leicht aggressiv und hat etwas verbissenes und eine Rücksichtslosigkeit, die mir früher nicht aufgefallen ist.

Scheint das nur mir so, oder macht ihr ähnliche Erfahrungen?


Fragt Su, der langsam anfängt, sich wie ein Sensibelchen zu fühlen.


Geschrieben (bearbeitet)

Lieber Su, um auf dein Beispiel mit dem Weihnachtsmarktstand zurück zu kommen.
Vor mehr als 10 Jahren hatte ich mit meiner Schwester eine Bude auf dem hiesigen Weihnachtsmarkt und schon da reagierten die Leute so, wie du es hier schilderst.
Kinder mit Schokolade verschmierten Händen patschten unter den Augen der Eltern die Auslage an und die Eltern waren meist nicht besser.
Die Reaktionen, wenn man sie darauf hinwies, dass die Produkte hochwertig seien, da Handarbeit, wurde einfach überhört oder mehr als unfreundlich kommentiert.
Das der Kunde König ist, sollte eine Selbstverständlichkeit sein, wenn sie sich aber wie die Vandalen aufführen, dann fällt auch mir die Freundlichkeit schwer.
Ich denke, dass viele in der jetzigen Zeit sensibler sind (scheinbar aber nicht alle) und es macht dich in meinen Augen noch liebenswerter, als ich dich hier eh schon erlebe!


bearbeitet von Sinnlich40
MannohneSusi
Geschrieben


Ich denke, dass viele in der jetzigen Zeit sensibler sind (scheinbar aber nicht alle)



Vielleicht sind sie auch nur gereizter, weil sie ihren eigenen Ansprüchen nicht mehr genügen!

Alles soll doch heute perfekt sein, Auto, Wohnung, Partner, Küche, und eben auch das Weihnachtsfest!

Aber Perfektion gibt es doch fast gar nicht, alles im Leben ist doch ein Kompromiss!

Und da Anspruch und Realität immer weiter auseinander klaffen, werden die Leute immer gereizter, und lassen ihren Frust darüber an Jedem aus, der dann erreichbar ist!

Das ist natürlich nur meine Meinung, aber es ist mir eben aufgefallen, dass das Wort "perfekt" in Gesprächen immer öfter fällt. Und meist sind das dann auch die Leute, die fast ständig unzufrieden mit der Welt sind, und ihre innere Wut an den Leuten auslassen, die sich nicht an diesem Drang zur Perfektion beteiligen!

Das soll keine Entschuldigung für ein unangemessenes Verhalten gegenüber Anderen sein, aber ich halte es für einen Grund dafür!



Der Mann


Geschrieben

@MoS
Das mit dem sensibel hatte Sinnliche wohl auf mich bezogen (vielen Dank dafür, *Knicks macht*) Aber das mit der Perfektion mag wohl ein wichtiger Grund dafür sein, dass die Leute immer unzufriedener sind, da sie immer weiter von ihrem Ideal entfernt sind, das durch Medien geprägt wird.

@Sinnlich40
Diese Teilnahmslosigkeit gegenüber dem Verhalten ihrer Kinder und das Unverständnis gegenüber der Kritik an diesem verwundert mich immer wieder, aber es stimmt schon was Du sagst, der Apfel fällt meist nicht weit vom Stamm


Geschrieben

In einem anderen sehr ähnlichen Thread von DerFotografin habe ich zum Perfektionismus an Weihnachten Folgendes geschrieben...

Wahrscheinlich wünschen sich die meisten, dass genau Punkt 18 Uhr am Heiligen Abend alle Unstimmigkeiten und Streitereien ein Ende haben und alles glücklich zu sein hat.
Merkt man aber, dass dies nicht so ist und die an das Weihnachstfest gestellten Erwartungen nicht eintreffen, sei es, weil der kleine Michael lieber doch die X-Box haben wollte, als die von der Oma als pädagogisch wertvoller eingeschätze Holzeisenbahn oder der bestellte Schnee auf sich warten lässt und es eher nach Frühling als Winter ausschaut.
Plötzlich geht das Geheule los, Oma ist betroffen und vom Enkel entäuscht, Mutti versucht zu vermitteln und Vati genehmigt sich angenervt von dem Stress einen Cognac und eine Zigarette auf dem Balkon.
Dezent missbilligende Seitenblicke werden ausgetauscht, wenn der Esstisch abgeräumt werden soll, aber alle ausser Mutti sitzen bleiben, das herumliegende Geschenkpapier das festliche Ambiente im Wohnzimmer zerstört und klein Monika sich Schokomousse aufs neue Kleidchen geschmiert hat.
Plötzlich alle merken, dass eben auch an Weihnachten alle so sind wie sie sind und es halt schwieriger ist sich miteinander auseinander zu setzen wie gedacht.
Schliesslich sitzt der Junior vor dem Tannenbaum und nicht am Rechner und das Nesthäkchen lässt sich mal nicht schnell durch einen eingelegten Kinderfilm ruhig stellen!
Überforderung auf allen Seiten und der Gedanke..."Warum sind die Kinder im Weihnachtsfilm bis zum zu Bett gehen adrett gekleidet und friedlich zueinander, aber nicht bei uns?" zerstört oft das (schein)heilige Bild an Weihnachten.


Geschrieben

Stille und besinnliche Zeit, Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Ein Spaziergang auf dem Weihnachtsmarkt, sich an den schönen Auslagen freuen und zwischendurch mit einem Glühwein Leib und Seele wärmen.

Doch, es geht.

Nicht jeder kann es, und vor allem klappt es nicht immer. Advent ist auch stressig und nervig. Von allen Seiten wird gedrängelt und gedrückt. Die Dauerberieselung mit weihnachtlich-besinnlicher Musik kann selbst Gemütsmenschen an den Nerven zerren. Und irgendwie muss jeder Bürger seinen Teil dazu beitragen, dass der Einzelhandel ein rundes Drittel des Jahresumsatzes in gerade in der Adventszeit über die Ladentheken schiebt. Das KANN eigentlich nicht gut gehen.

Das alles ist aber kein Grund zu schlechtem Benehmen. Und mit schlechtem Benehmen meine ich schon, dass Dein Belagerer nicht von selber und ganz selbstverständlich den Blick freigegeben hat. Von Protesten und Widerworten ganz zu schweigen. Manchmal, wenn ich in den 70ern Eltern gesehen habe, die ihre Kinder "antiautoritär" (also mit Absicht gar nicht) erzogen haben, hatte ich mich still gefragt, was das Ergebnis sein würde... Heute glaube ich manchmal, ich weiß es.

Es gibt eben Rüpel in der Welt. Aber sie stellen am Ende nicht die Mehrheit. Und falls doch, lasse ich ich mir NOCH eine Schicht Rosa auf meine Brillengläser auflegen.


Geschrieben


. Manchmal, wenn ich in den 70ern Eltern gesehen habe, die ihre Kinder "antiautoritär" (also mit Absicht gar nicht) erzogen haben, hatte ich mich still gefragt, was das Ergebnis sein würde... Heute glaube ich manchmal, ich weiß es.




Allerdings und ich bin froh das heute eher wieder der Tenor herrscht: Kinder brauchen Grenzen und geregelte Tagesabläufe.

Als Kind liebte ich die verzogenen Walddorfschratzen schon und heute noch viel mehr

Was Su da passiert ist, passiert das ganze Jahr über.......leider.
Früher ging man mal über den Weihnachtsmarkt, heute hocken viele da täglich um Party zu machen.
Wie so vieles, ist auch das nichts besonderes mehr.

Die stille Zeit, so wie wir das kennen, gibt es glaube ich nicht mehr.


Geschrieben (bearbeitet)

Ich möchte nochmal klar stellen, dass es mir nicht um diesen Einzelfall geht. Ich habe ihn als exemplarisches und zugegebener Maßen extremes Beispiel für eine generell zu verspürende Aggressivität gewählt, die am Markt und durchaus auch in der Stadt zu verspüren ist.


[...] Von allen Seiten wird gedrängelt und gedrückt. Die Dauerberieselung mit weihnachtlich-besinnlicher Musik kann selbst Gemütsmenschen an den Nerven zerren. Und irgendwie muss jeder Bürger seinen Teil dazu beitragen, dass der Einzelhandel ein rundes Drittel des Jahresumsatzes in gerade in der Adventszeit über die Ladentheken schiebt. Das KANN eigentlich nicht gut gehen. [...]


Das trägt auf jeden Fall zu dieser aggressiven Stimmung in der Stadt bei, aber ich finde es auf dem Weihnachtsmarkt, der natürlich auch vom Kommerz geprägt ist, irritierend, denn irgendwie stellt er ja etwas besonderes dar, gerade für die Kinder, und da verstehe ich es eben noch weniger; ich weiß, das ist in gewisser Weise naiv, aber man braucht auch noch Träume.

[...] Und falls doch, lasse ich ich mir NOCH eine Schicht Rosa auf meine Brillengläser auflegen.


Ich hätte bitte gerne die Adresse von Deinem Optiker.


bearbeitet von sumatic
Geschrieben

Ich liebe Weihnachtsmärkte ,aber ich gebe zu ,das ich mitlerweile lieber Weihnachtsmärkte in kleineren Gemeinden besuche ,als z.b. in Köln.
Wobei ich den Markt am Dom oder den Markt in der Altstadt als sehr schön empfand.
Aber leider sah unser Besuch dieses Jahr so aus.
Wir sind vorne reingeschoben wurden bis zum Ende und waren froh wie wir raus waren.
Nichts von Gemütlichkeit,nix von Stimmung Einige Leuten standen dort wie angewurzelt und machten keinen Platz um eventuell einen Blick auf einen der Stände zu werfen.
Um am Altermarkt an den leckeren Nougatstand zu kommen ,mußten wir schon bald Waffen zucken.
Dies liess uns dann aber doch zu den Entschluß kommen ,das wir einfach abbrechen und uns halt auf einen anderen Markt treffen sollten.
Voll war es oft ,aber diese Sturheit und uUfreiundlichkeit wie in diesen Jahr habe ich nie so empfunden.


Geschrieben

Same procedure as last year :

Weihnachtszeit

When the snow falls
wunderbar
and the children
happy are,
when the Glatteis on
the street
and we all a
Gluehwein need,
then you know, es
ist soweit:
She is here, the
Weihnachtszeit.

Every Parkhaus ist
besetzt,
weil die people
fahren jetzt,
all to Kaufhof,
Mediamarkt,

kriegen nearly
Herzinfarkt,
shopping
hirnverbrannte things
and the
Christmasglocke rings.

Mother in the
kitchen bakes
Schoko-, Nuss- and
Mandelkeks,
Daddy in the
Nebenraum
schmuecks a
Riesen-Weihnachtsbaum.
He is hanging auf
the balls,
then he from the
Leiter falls...

Finally the
Kinderlein,
to the Zimmer
kommen rein
and es sings the
family
schauerlich:
"Oh, Chistmastree!"
And the jeder in
the house
is packing die
Geschenke aus.

Mama finds unter
the Tanne
eine brandnew
Teflon-Pfanne,
Papa gets a Schlips
and Socken,
everybody does
frohlocken.
President speaks
in TV,
all around is
Harmonie,
Bis mother in the
kitchen runs,
im Ofen burns the
Weihnachtsgans.

And so comes die
Feuerwehr
with Tatue, tata
daher
and they bring a long,
long Schlauch,
and a long, long
Leiter auch
and they schrei -
"Wasser marsch!",
Christmas is - now im
- ... Arsch.

In diesem Sinne......


LG xray666


Engelschen_72
Geschrieben

Die stille Zeit…

… so nannte man früher die Adventszeit.

Ob sie das wirklich jemals war, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Hektik in der Zeit vor Weihnachten in den letzten Jahren immer mehr zu nimmt, und von stiller Zeit nicht mehr die Rede sein kann.
Was mich aber noch viel nachdenklicher stimmt, ist eine, vielleicht nur von mir empfundene, latente Aggressivität, die sich scheint’s immer weiter ausbreitet.
Scheint das nur mir so, oder macht ihr ähnliche Erfahrungen?


Hallöchen Su ...

ich hatte gestern ein langes Gespräch mit meinem Dad , der mich fragte , wie es momentan auf Arbeit sei etc. .
So extrem wie in diesem Jahr ist die Aggressivität der Kunden noch nie gewesen .

Zwei kleine Beispiele vom heutigen Tag ...
Ein Ehepaar bei mir an der Kasse , er hatte die Ware in 3 Pappkartons gepackt , kaufte sich Tüten und fing dann an der Kasse an , die Pappkartons in kleine Stücke zu zerreissen und sie in die Ablage für die Waren zu werfen .
Auf meine Bitte , diese doch mit zur dafür vorgesehenen Wertstoffentsorgung am Ausgang zu nehmen , erntete ich erst einen bösen Blick und dann die Aussage ...
" Ich entsorg meinen Müll wo ich will . Stellen sie sich nicht so an , daß ist IHRE Arbeit "
Nochmal habe ich versucht , ihm freundlich zu erklären , wo er diesen Müll entsorgen kann ... das Ende vom Lied , die Haussicherheit kam und hat es ihm gezeigt , denn ich lasse mich nicht von jemandem als " Dumme Pute " titulieren .

Dann , endlich , um 18 Uhr Feierabend , nach einer 11 Stunden Schicht , die extrem war .
Ich am Belege sortieren , die Kassenschranke war schon zu , kommen zwei Männer und legen ihre Sachen auf`s Band .
Ich hab ihnen freundlich erklärt , daß diese Kasse bereits geschlossen ist und sie sich bitte an eine der anderen anstellen möchten .
" Halten sie ihren Mund und machen sie die Arbeit , für die sie bezahlt werden " .
Auch wenn es mir in solchen Momenten manchmal schwer fällt die Klappe zu halten , ich halte sie und erkläre es nochmal freundlich .
Tja ... ich liebe mittlerweile unsere Haussicherheit .

Ich hätte noch zig Beispiele der letzten Wochen , daß geht über fliegende Sauerkrautdosen , weil eine Kollegin sich " erdreistet " hat in Pause zu gehen . Über Kunden , die einem sagen , man solle sich die Thunfischdosen in den Arsch stecken und das nur , weil der Preis an der Kasse nicht identisch mit dem Preis am Regal war ...

Ich kann ja verstehen , daß viele Menschen in dieser Zeit gestresst und genervt sind .
Vieles davon ist aber , meiner Meinung nach , hausgemachter Stress !
Nur kann ich nicht verstehen , warum man diesen Stress an anderen auslässt und so aggressiv agiert .
Ich habe noch nie , auch als ich noch nicht im Einzelhandel tätig war , meine schlechte Laune , meinen Stress oder sonstiges , an irgendwelchen Angestellten ausgelassen !

Die " stille " Zeit , die beginnt für mich nach Weihnachten bzw. nach Silvester .
Dann wird`s still und man kann endlich mal Luft holen und durchatmen .

In diesem Sinne wünsche ich allen , die die nächsten Tage noch im Kundenkontakt sind , nette Kunden und ein paar Tage , die sie zum ausspannen nutzen können .


Geschrieben

Im Grunde bestätigt dieser Thread doch ,das was ich in einen anderen Thread mal angeschnitten habe

http://www.poppen.de/forum/showthread.php?t=1104634

Mitlerweile glaube ich das es nicht nur mit Weihnachten zu tuen hat.
Die Menschen werden zum Teil unzufriedener ,weil es nicht mehr so rund läuft .
Die meisten haben doch nicht gelernt mit solchen Alltagssorgen umzugehen und schieben nur noch Frust.


Engelschen_72
Geschrieben

Manchmal kann man Menschen ihre Aggressivität nehmen , wenn man was tut , mit dem derjenige in dem Moment wohl nie rechnen würde .
Letztes WE hatte ich auch so `nen Aggro Typen an der Info .
Irgendwann ging er mir mit seinem grundlosen Krakele mächtigst auf `n Zeiger .
Also fing ich ganz leise an " Leise rieselt der Schnee " zu singen .
Er immer noch am Toben , ich weitergesungen .
Irgendwann schaute er mich an , meinte nur " Sie sind mir ja eine " ... ich hatte schon bissel Bedenken , was jetzt kommt .
Aber siehe da , er fing schallend an zu lachen und hat sich für sein " ausflippen " entschuldigt .
Geht doch !


Geschrieben

Meistens versuche ich auch lächelnd über den Dingen zu stehen ,aber es ist schade wie manche Menschen ihre schlechte Laune verbreiten.
Das Leben ist meistens hart genug ,da muß man es sich nicht noch schwerer machen ,als es ist.


Geschrieben

Ich denke, solche agressiven Menschen haben einfach verlernt das Glück wahrzunehmen. Bzw. machen Glück an falschen Dingen fest. Weil Konsum nunmal nur ein kurzfristiges Glücksgefühl beschert.

Und wenn dieses Glücksgefühl dann wieder nachlässt, sind sie auf der Jagd nach einem neuen Glücksgefühl. Das gerade in der eh schon stressigen Weihnachtszeit natürlich zu noch mehr Streß führt.

Und damit auch zu Agressionen, weil sie einfach nicht dahinter kommen, weshalb sie nicht glücklich sind und natürlich alle anderen schuld sind.... die lange Warteschlange an der Kasse, die Kassiererin, die Menschenmassen auf dem Weihnachtsmarkt, der Autofahrer vor ihnen und die Mücke an der Wand.


Geschrieben

[...] Also fing ich ganz leise an " Leise rieselt der Schnee " zu singen .
Er immer noch am Toben , ich weitergesungen .
Irgendwann schaute er mich an , meinte nur " Sie sind mir ja eine " ... ich hatte schon bissel Bedenken , was jetzt kommt .
Aber siehe da , er fing schallend an zu lachen und hat sich für sein " ausflippen " entschuldigt .
Geht doch !



Lass uns gemeinsam an meinem Stand auf dem Markt singen


Geschrieben (bearbeitet)

ich glaube auch daran daß das "gefühlte" weihnachten und das reale weihnachten heute bei vielen leuten soweit auseinander liegt das sie einfach traurig und dadurch agressiv werden , auch mir geht es ab und an so wenn ich an die früheren weihnachtszeiten denke .

hier mal eine beschreibung aus der "steinzeit" und wie ich zu der zeit weihnachten erleben durfte :
geboren bin ich 9 jahre nach kriegsende .
in meiner jugend war alles noch ein wenig proversorisch , ich erinnere mich zum beispiel noch daran das wenn wir in die stadt gingen dies bei regen nur mit gummistiefeln möglich war weil unsere heutige fußgängerzone keinen straßenbelag hatte , also einfach wie ein acker oder wie eine city in den westernfilmen war .

dafür aber waren die menschen noch ganz anders als heute , man kannte sich noch und nahm rücksicht aufeinander und man zelebrierte noch ein wirkliches weihnachtsfest und dies ohne allzugroßen streß .

nie vergessen werde ich die adventszeit in der schule .
zu schulbeginn brannte nicht ein elektrisches licht in der schule .
im flur hing ein riesiger adventskranz auf dem echte kerzen brannten . die türen zu den klassenzimmern standen offen und auch auf jedem lehrerpult stand eine brennende kerze .
auch wir kinder hatten jedes eine eigene kerze die wir an der kerze des lehrers entzündeten und dann mit zu unserem platz nahmen .
die lehrer brachten für "ihre" kinder mal äpfel aus dem eigenen garten , mal apfelsinen oder mal nüsse mit .

so saßen wir dann essend in einer nur von kerzenlicht beleuchteten klasse und der lehrer laß in der ersten stunde mal eine weihnachtsgeschichte vor mal unterhielten wir uns einfach über alles mögliche .

diese ganze schöne und ruhige atmosphäre in der schule sorgte auch für eine innere ruhe bei uns kindern .
es wurde nicht geschrien sondern leise geredet und es kam kaum zu streitigkeiten , die schule wurde ein wunderschöner ort der ruhe und des friedens , die kinder wirklich auf weihnachten eingestimmt und diese stimmung nahmen sie auch mit nach hause .

auch dort gab es kaum streß , im vordergrund standen nicht nur die geschenke sondern auch das ganze drumherum , weihnachten war noch ein fest der ruhe und besinnung .
so habe ich viele wunderschöne weihnachten erlebt .

heute dagegen sehe ich viele menschen auf der jagd nach dem neuesten handy oder einem noch größeren computer .
weihnachten ist so weit kommerziellisiert das es eigentlich nur noch geld ausgeben und streß bedeutet .
da aber gerade in der heutigen zeit bei vielen menschen das geld eher knapp ist und sich sich nicht das leisten können was sie meinen sich zum weihnachtsfest leisten können zu müßen erhöht dies den streßfaktor noch weiter , heraus kommen dann unzufriedene und teilweise auch agressive menschen .


bearbeitet von Schmuseloewe51
lonesome50
Geschrieben

Und erst nach den Festtagen, da haben dann die Bordelle wieder Hochbetrieb.
Für mich kommt immer wieder dieselbe konsumorientierte Erwartungshaltung durch: Mehr muss besser sein.
Und da wäre gerade auch ohne christliche Überzeugung (denn schließlich ist Weihnachten ein "ur-heidnisches" Fest) etwas mehr Besinnung angesagt.

Aber der Gaukler auf dem Siegburger Weihnachtsmarkt wird mir immer in Erinnerung bleiben, einfach köstlich.


Geschrieben

Nun da meine Geschenke alles ander als übig ausfallen ,versuche ich mit kleinigkeiten mehr zu erreichen .
Irgendwie machen wir es uns kuschelig und erreichen von Gefühl her mehr ,als wenn wir nur auf Konsum auswähren. Nur leider ist es in dieser Konsumgesellschaft weniger Wert .
Aber vielleicht liegt es daran ,das wir unterm Jahr nichts voneinander haben.


Geschrieben

@Schmuseloewe
Hast Du sehr schön beschrieben.

Ich bin zwar um Einiges jünger aber Deine Beschreibung ruft da auch bei mir angenehme, gefühlsmäßige Erinnerungen an die Schulzeit hervor. Wir Schulkinder brachten damals Plätzchen und andere Weihnachtsüßigkeiten mit, es gab Geschenkaktionen, wo vorher ausgelost wude Wer Wen beschenkt (manchmal erwischte es erklärte Todfeinde ), es gab auch bei uns die Kerze auf dem Tisch und es stimmt, wir nahmen wirklich ein tiefes Gefühl von Frieden und Freundschaft mit nach hause.

Keine Ahnung, wie das heute in den Schulen abgeht aber Essen im Untericht ist doch heute eh schon nichts Besonderes mehr, oder?


Geschrieben

das ist ja auch kein weihnachtsmarkt, sondern ein rummelplatz, kirmes, partymeile, fressgassen mit saufnischen.
jetzt soll der trubel ja noch über den 4. advent bis zum jahreswechsel gehen. die spinnen doch....


Leckerbaer6
Geschrieben

Steelpaar hat das richtige zu Weihnachtsmärkten gesagt. Das traditionelle wird abgedrängt. Bei unserem Markt kann man ab 16-17 Uhr gar nicht mehr hingehen, da er sich mit Massen an Angesoffenen bevölkert hat. Alles ist nur noch auf Kommerz ausgerichtet, selbst die Kirchen spielen hier mit. Man denke nur an die ganzen Bazare und Sammlungen. Es geht nur noch ums Geld. In vielen Orten beginnen die Märkte bereits Mitte November, in den Geschäften kann man Lebkuchen etc. bereits Anfang September kaufen. Weihnachtsdörfer haben das ganze Jahr geöffnet usw.. Eine Gesellschaft die die Menschen zu Egoisten und Konsumabhängigen züchtet, bringt zwangsläufig Dekadenz hervor die sich unter anderem durch Agressivität, Selbstsucht und permanenter Unzufriedenheit äussert.

Eine Weihnachtszeit so wie sie Schmuseloewe51 geschildert hat, kenne ich auch noch (Gott sei Dank) aus meiner Kindheit. Als Erwachsener habe ich mir einmal die Zeit genommen und bin zusammen mit einem befreundeten Paar (4 Erw. und 7 Kinder) vier Tage vor Weihnachten über die Weihnachtszeit nach Südtirol auf eine Hütte gefahren, die nur von uns bewohnt wurde (auf 1500 m Höhe). Ganz alleine auf dem Berg, keine Märkte, kein Trubel, kein Fernseher usw.. Es war ein Traum.

Trotz allem, schöne Weihnacht Euch allen


Geschrieben

Danke für eure Beiträge hier. Es zeigt mir, dass ich nicht ganz so überspannt bin, wie ich befürchtet habe

Und Danke Schmuse, für Deinen Bericht.
Auch ich kenne Weihnachten noch in ähnlicher Form wie Du es beschreibst.
Wenn ich an meine Kindheit und Weihnachten denke, dann verbinde ich das auch mit Ruhe und Besinnlichkeit - eben "Stille Zeit".
Und dann fällt mir spontan ein heiliger Abend ein, an dem ich mit meinen Geschwistern und Eltern nach der Bescherung in die Christmette gegangen bin.
Es war alles tief verschneit und so kalt, das der Schnee beim laufen "quietschte" (ich hoffe ihr wisst was ich damit meine, dieses besondere Geräusch das Schnee macht, wenn es sehr kalt ist eben). Wir wohnten etwas außerhalb in der Siedlung und der Weg zur Kirche war weit und dunkel, denn damals hatte es noch nicht so viele Straßenlaternen und deshalb konnte man den Sternenhimmel sehen, ganz nah und das hatte eine unglaublich ergreifende Wirkung auf mich, ein Gefühl, das ich bis heute nicht vergessen habe und mir immer noch einen kleinen Klos im Hals und Gänsehaut macht, wenn ich daran zurück denke.

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes, besinnliches und ruhiges Weihnachtsfest im Kreis von Menschen, die euch lieben.

Eine schöne Zeit

Su


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