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Faber

Jährlicher IQ- und Sehtest für Jäger?

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Gestern ist es mal wieder passiert.

Zitat aus der RP:
"Nach eigenen Angaben sah er im Zielfernrohr einen dunklen Schatten, den er für ein Wildschwein hielt, und drückte ab."

Genau dieses Verhalten, von dem man immer wieder hört, ist der Grund, warum ich bei jedem Waldspaziergang, alleine oder mit meiner Frau, grundsätzlich ein mulmiges Gefühl im der Magengegend habe. - es geht nicht ohne:

Spaziergang = Angst, erschossen zu werden

In der Zeitung heißt das ganze "Jagdunfall", ich würde es eher grob fahrlässige Tötung nennen.

Warum?

Als ich als Kind das Lehrbuch (mit vielen Abbildungen) für den Jagdschein meiner Eltern gelesen habe, habe ich den Eindruck bekommen, dass Jagd etwas präzises ist, in dem Sinn, dass man ein Tier so gut erkennen kann, dass man sogar genau weiß, auf welches Körperteil von dem Tier man zielt.
Ein geistig gesunder Jäger würde nie auf Verdacht auf einen "Schatten" schießen.

Das gestrige Verhalten kann ich mir nur durch eine negative Entwicklung des Geisteszustandes des Jägers seit der Erlangung des Jagdscheins erklären, also z.B. schleichende Demenz aufgrund regelmäßigen Alkoholkonsums.
Möglich wäre in anderen Fällen auch eine Sehschwäche, aber der Jäger in diesem Fall hat ja selbst ausgesagt, dass er nur auf einen "dunklen Schatten" geschossen habe, also hier keine durch schlechte Sicht bedingte Fehl-Erkennung vorliegt, sondern ein Handeln, was für einen normal intelligenten Menschen einfach nicht nachvollziehbar ist.

Ich meine, dass man Jäger regelmäßig auf Eignung untersuchen sollte, und ggf. den Jagdschein abnehmen sollte.

Was denkt Ihr?


Geschrieben

Lach nicht, aber ich hatte die selben Gedanken, als ich im VT gelesen habe, dass dieses WE 2 Jäger erschossen wurden.

Die Jagd selbst ist allerdings schon ein Problem, weil dort auch nicht alles so läuft, wie der Gesetzgeber es vorschreibt.

Zumindest sehe ich solche Unfälle sehr skeptisch und halte ärztl. Untersuchungen für unabdingbar.


sunshine1968
Geschrieben



Ich meine, dass man Jäger regelmäßig auf Eignung untersuchen sollte, und ggf. den Jagdschein abnehmen sollte.

Was denkt Ihr?



Seh ich ganz genauso. Auch ein Jäger sollte ein Tier ( was ich persönlich eh ablehne) so treffen..das es sich nicht quält. Wenn er aber ein Schatten sieht und annimmt es ist ein Wildschwein...fehlen mir die Worte...wenn da noch ein Mensch zu Schaden kommt..


jeano2
Geschrieben

ich glaube das es menschlich nachvollziehbar ist, wenn jemand, der möglicherweise stundenlang erfolglos auf der pirsch ist und/oder das schon tagelang und/oder er sich schon bei Jagdfreunden dem Spott ausgesetzt sieht, sich dann leichter bei seiner Hemmschwelle tut.

ich will das bestimmt nicht verteidigen, aber es gibt für alles eine Erklärung. Wenn es regelmäßige Sehtests und Charakterprüfungen geben soll, dann aber bitte auch für alle. Und zwar nicht nur Jäger, sondern für alle Verkehrsteilnehmer.


Geschrieben

@Sunshine1968: Ich persönlich lehne die Jagd nicht ab, da sie mangels natürlicher Fressfeinde notwendig ist, um den Wildbestand zu regeln.
Der Mensch hat in den letzten 1500 Jahren das Ökosystem Europa so weit zerstört, dass es keinen Fleck mehr mit ursprünglichen Bedingungen gibt. Unsere wildesten Wälder sind doch letzendlich nur unaufgeräumte Parks. Nun muss der Mensch die Verantwortung übernehmen und die Konsequenzen tragen, und zu denen gehört leider auch das Töten von Wildtieren.

Nur denke ich, dass diese wichtige Aufgabe von jenen übernommen werden soll, die mit der Verantwortung umgehen können und diese Aufgabe mit aufgeklärter Nüchternheit durchführen.

Vielleicht sollte man "IQ-Test" durch MPU ersetzen..

@jeano2:
"sondern für alle Verkehrsteilnehmer"
Das befürworte ich schon, seit ich Auto fahre. Warum TÜV nur für das Auto, aber nicht für die viel wichtigere Komponente, den Fahrer? Ich denke nur, das gehört in einen eigenen Fred.
"er sich schon bei Jagdfreunden dem Spott ausgesetzt sieht.."
Du hast Recht, dass es eine Erklärung, aber keine Entschuldigung ist. Leuten, die so wenig Selbstvertrauen haben, dass sie mit einem solchen Druck nicht umgehen können, gehört keine Waffe in die Hand gegeben. Hier sollte auch die verantwortliche Behöre Verantwortung übernehmen.


ohne-limitsDWT
Geschrieben

Eine Hege und Pflege des Wildbestandes ist mangels natürlicher Feinde notwendig. Somit lehne ich die Jagd generell nicht ab.
Leider ist es so, dass es immer wieder Jäger geben, die überall los ballern.
Ich wohne außerhalb einer Ortschaft. Vor kurzem traute ich meinen Augen nicht.
Rechts und links vom Haus postierten sich Jäger und liefen in Reihe über das Land.
Nichts Ungewöhnliches? Wohl nicht ganz, bedenkt man, dass es verboten ist, einen gewissen Mindestabstand von Wohnhäusern zu unterschreiten.
Zudem liefen sie direkt auf eine Kreisstraße zu, also wieder ein Verbot zur Jagd.
Anschließend bogen sie rechts ab und liefen von der Straße weg, in Richtung Ortschaft. Schon wieder Jagdverbot.
Geschossen wurde nicht, war das Wild wohl schlauer als die Grünröcke, aber alleine die Tatsache, dass permanent in verbotenen Situationen nach Wild Ausschau gehalten wird, kann ich nicht so wirklich nach vollziehen.

Ich bin mir relativ sicher, dass, im Falle der Möglichkeit, auch geschossen worden wäre, so wie es letztes Jahr von einer anderen Jagdgemeinschaft gemacht wurde, die auf der anderen Seite des Hauses liefen, in Richtung von zwei Wohnhäusern.
Ein Hausbesitzer hat direkt Anzeige erstattet.


jeano2
Geschrieben

.... Hier sollte auch die verantwortliche Behöre Verantwortung übernehmen.

und wie sollte das bitteschön umgesetzt werden können? ich halte das für schlicht unmöglich. Aber es ist natürlich immer ein probates Mittel ein staatliches Instrument dafür verantwortlich zu machen. Die Behörde wirds schon richten. Und genau das wird sie nicht.

Ein Jäger ist allein auf Pirsch mit seiner Waffe. Soweit ich weis ist auch bei Treibjagden ein Jäger in seinem Bereich allein. Also ist es immer eine einsame Entscheidung eines Menschen und in diesem einem Moment nicht kontrollierbar. Von Niemandem!
Wie sich das mit dieser "Schützenkette" beim Vorposter verhält lass ich da mal aussen vor.


Geschrieben

und wie sollte das bitteschön umgesetzt werden können? ich halte das für schlicht unmöglich. Aber es ist natürlich immer ein probates Mittel ein staatliches Instrument dafür verantwortlich zu machen. Die Behörde wirds schon richten. Und genau das wird sie nicht.


Ich bin ja nicht dafür, die Verantwortung zu verschieben. Klar, der Jäger, um den es hier geht, gehört möglichst lange weggesperrt, unabhängig von einer evtl. Mitschuld einer Behörde. Ich bin nur dafür, dass zusätzlich überprüft wird, ob hier nicht auch ein Versäumnis seitens der Behörde vorliegt. Ich kenne die entsprechenden Gesetze nicht, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es einen § gibt, der vorsieht, dass der Jagdschein entzogen werden kann oder soll, wenn sich herausstellt, dass sein Inhaber nicht geeignet ist, einen solchen zu besitzen. Wenn dem so sein sollte, würde hier meiner Meinung nach die Behörde zur Verantwortung gezogen werden müssen, was aber aufgrund von Filz, Wischiwaschi-§ und wohlwollender Auslegung natürlich nicht passieren wird.

Ein Jäger ist allein auf Pirsch mit seiner Waffe. Soweit ich weis ist auch bei Treibjagden ein Jäger in seinem Bereich allein. Also ist es immer eine einsame Entscheidung eines Menschen und in diesem einem Moment nicht kontrollierbar. Von Niemandem!


Das gleiche gilt für jeden Autofahrer. Wer sich, auch ohne ein Auto nur zu besteigen, als ungeeigent für den Straßenverkehr erweist, kann den Lappen abgenommen bekommen.

Wenn ein Jäger besoffen am Steuer erwischt wird, sollte ihm meiner Meinung nach nicht nur der Führerschein, sondern auch der Jagdschein (auf Lebenszeit) entzogen werden, denn er hat sein generelle Uneignung zur Übernahme verantwortungsvoller Tätigkeiten bewiesen.


sleeping_beasty
Geschrieben (bearbeitet)

In den USA braucht man in vielen Staaten nur seinen Fuehrerschein vorlegen, um eine Waffe zu kaufen und den Jagdschein bekommt man, indem man einfach dafuer bezahlt. Und jahrelang hatte ich gedacht, die Amis haben einen Knall, dass das so leicht ist und das waere ein toller Unterschied, bei dem der ganze Behoerdenkram in D mal so richtig Sinn macht...
Bin jetzt ziemlich entsetzt!

Da muss man, wenn man im Herbst in den Wald geht, etwas orangenes tragen, sonst ist man selbst Schuld, wenn einen ein besoffener Jaeger erwischt... Das finde ich sehr unangenehm, daher verzichte ich in der gun-hunting-season darauf, Tiere sehen zu wollen und spiele Mundharmonika, wenn ich wandern gehe (mit meinem grossen orangen Tuch um).
Vor der gun-season gibt es bow-hunting. Das finde ich richtig gut. Die Jungs muessen genau zielen, damit sie mit Pfeil und Bogen Erfolg haben. Auch wenn ich selbst nicht toeten mag, Jagd an sich finde ich besser als Massentierhaltung: so ein Reh hat ein schoenes Leben, leidet nur kurz und wird dann gegessen, anstelle zu sterben, um als Gammelfleisch auf dem Muell zu landen.


bearbeitet von sleeping_beasty
war wohl nicht so ganz "hier", danke Jeano
jeano2
Geschrieben (bearbeitet)

nur mal bezgl. des käuflichen erwerbes des jagdscheines. "Hier" ist für fast alle Leser Deutschland.


Der Jagdschein wird von der Unteren Jagdbehörde nur ausgestellt, wenn der Antragsteller folgende Bedingungen erfüllt:

Erfolgreich absolvierte Jägerprüfung (diese erfordert -je nach Bundesland- die Teilnahme an einem umfangreichen Lehrgang, mit anschließender Prüfung in drei Bereichen: Schießen (Flinte und Büchse), theoretische (schriftliche) Prüfung sowie praktische Prüfung),
Nachweis einer abgeschlossenen Jagdhaftpflichtversicherung (mindestens 50.000 € für Sachschäden und mindestens 500.000 € für Personenschäden),
persönliche Zuverlässigkeit nach dem Waffengesetz (WaffG), die im Allgemeinen durch die abgeschlossene Jägerprüfung als gegeben angesehen wird,
Antragsteller mindestens 16 Jahre alt für Jugendjagdschein, sonst 18 Jahre,
einwandfreies Führungszeugnis des Antragstellers.

Gültigkeitsdauer [Bearbeiten]
Der Jagdschein kann entweder als Tages- (14 Tage), Jahres- (ein, zwei oder drei Jahre), Jugend-, Falkner-, oder Ausländerjagdschein (umgangssprachlich: gelöst) erteilt werden. Nach Ablauf werden vor Neuausstellung die oben genannten Bedingungen erneut kontrolliert.



is schon arm wenn ich das hier jetzt noch erklären muß. Aber niemand jagd Tage, Jugend oder Falkner, ergo jagd auch keiner Ausländer. Jetzt verstanden?


bearbeitet von jeano2
worterklärung
SUSANNE_01
Geschrieben

Sehtest?

Wieso nicht.

IQ-Test?

Ich bezweifle das das was bringt, zumal es keine Frage der Intelligenz ist sondern der Zuverlässigkeit. Als Jäger sollte ich mir sicher sein auf was ich schieße und wenn ich es nicht bin(eben nur Schatten sehe und hoffe das es ein Wildschwein ist) dann habe ich die Pflicht nicht zu schießen. Das dürften sogar ehemalige Sonderschüler wissen.


sunshine1968
Geschrieben

@Sunshine1968: Ich persönlich lehne die Jagd nicht ab, da sie mangels natürlicher Fressfeinde notwendig ist, um den Wildbestand zu regeln.

.




Sicherlich ist es besser so als die Massenhaltung..seh ich auch so..sogar als Vegetarier..*g*

lg Sun


4sarasvati
Geschrieben

Interessant, wusste gar ,dass die Jagdscheine ablaufen. Ich wär dafür, dass auch KFZ-Führerscheine ein Ablaufdatum bekommen, nach denen zumindest ein Sehtest vorgelegt werden muss. Eine Abfrage geänderter Verkehrsregeln wäre auch sinnvoll.

Zum Thema Jagd und Ethik des Genießers - man kann Viecher nun ja nicht fragen, aber ich wär mir nicht so sicher, ob freilebende Tiere zwingend ein genussvolleres Leben haben als von Menschen gehaltene. Dauernder unvermeidlicher Überlebensstress - gibt es genug Futter?, kann ich mich vor Feinden in Sicherheit bringen? wie rette ich mich vor vergewaltigungen? - hat neben den Vorteilen der natürlichen Umgebung eben auch Nachteile. Wenn ich die Wahl hätte, ich würde vielleicht als Schweinderl, falls ich denn als eins wiedergeboren würde , nen schönen klimatisierten Stall und ausgewogenes Futter bevorzugen, weil ich mich als Mensch im Sommer auch in angenehm gekühlten Serverräumen und mit Einkaufen im Supermarkt wohl fühle. (Ich weiß, andere Ferkel würden lieber als wilde Sau leben wollen )


Dickerhund
Geschrieben

Ähm, jeano2,


das liest sich jetzt sehr zweideutig:



oder Ausländerjagdschein erteilt


Nicht das dat vom rechten Lager anders versteht


jeano2
Geschrieben

@dickerhund das ist ein zitat und eine erklärung der wortwahl steht in klammern, aber jeder kann lesen was er lesen will.


Dickerhund
Geschrieben

Gehst wohl auch zum Lachen in den Keller....


jeano2
Geschrieben

schau mal kurz nach oben! steht da irgendwo F&U


Pumakaetzchen
Geschrieben

Jagd muss sein, weil in aller Regel die natürlichen Fressfeinde fehlen. Viele Jäger sind in meinen Augen aber nur schießwütige Arschlöcher. Im Nachbarort hat so ein Arschloch einen Golden Retriver abgeschossen, der 10 m von seinem Herrchen entfernt lief. Ich hätte dem Typen eigenhändig den Hals umgedreht, wenn er das mit meinem Hund gemacht hätte.

Vor einigen Jahren kamen wir auch mal an einem direkt an der Straße gelegenen Acker vorbei, der von einer Horde Jäger (mindestens 20 Leute, wie mutig,) bejagt wurde. Ein Jagdhund stöberte im Straßengraben eine Katze auf, einer der Jäger wirbelte rum und schoss - genau in unsere Richtung. Wir kamen gerade auf der Landstraße mit einem Geländewagen mit Softtop da angefahren. Der Schussdruck war im Fahrzeug zu spüren. Mein Mann brüllte nur "halt an" und flog aus dem Auto auf den Jäger zu und faltete den zusammen. Der hatte, weil er die Katze verfehlt hatte, seinen Hund drauf gehetzt, der die Katze zerfleischte. Ich hab bald was über mich gekriegt. Wir haben Anzeige erstattet. Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und wegen Tierquälerei. Das Arschloch meinte, er sei berechtigt, die Katze zu erlegen, sie habe gewildert. Hab nur gemeint, "ja, die hat grad nen Hirschen gerissen". Die Jagd fand keine 200 m vom nächsten Ort statt. Vielleicht hat ein Kind oder ein alter Mensch vergeblich auf seine Katze gewartet. Herzloses Subjekt!

Resultat: Verfahren eingestellt, Konsequenzen, keine: Richter Jäger, Staatsanwalt Jäger. Noch Fragen? Da krieg ich echt das Kotzen! Aber eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.


sleeping_beasty
Geschrieben

ja, Puma, solche 'rednecks' sind in den Staaten auch die typischen Jaeger.
Wir waren vor ein paar Jahren mit Freunden und Kindern in West Virginia spazieren (knapp vor der Jagdsaison) und haben eine junge Huendin im Wald gefunden. Die war ganz veraengstigt und wollte mit uns mitkommen. Haben wir auch ueberlegt, die war ganz lieb, aber in schlechtem Zustand. Da sie aber ein Halsband trug, haben wir brav die Besitzer angerufen. Kamen 3 besoffene Typen mit Gewehren in ihrem dreckigen Truck und haben den Hund zusammengetreten: "fucking stupid bitch got scared when we tried to train her with the gun and ran away..."
Und dann haben sie das fast leblose Tier hinten draufgeschmissen und sind weggefahren. Hat die Polizei auch nicht interessiert: irgendwie muss man die Hunde ja trainieren. Seitdem hat sich die Gegend dort fuer mich erledigt!


0815Erwin
Geschrieben

... Ich persönlich lehne die Jagd nicht ab, da sie mangels natürlicher Fressfeinde notwendig ist, um den Wildbestand zu regeln.


Irgendwie wird da teilweise was verwechselt:

ZEIT online 15.2.2008
Wer schießt schon gerne auf einen süßen, gestreiften Frischling? Das hat die Sozialstruktur der Schweine durcheinandergebracht. Wildschweine leben im Matriarchat. Jede Rotte besteht aus Großmüttern, Müttern, Tanten, Nichten, Töchtern. Die Jungs sind nur bis zur ihrer Geschlechtsreife im Weiberrudel geduldet, danach werden sie verjagt und dürfen nur noch zur Paarung vorbeikommen. Die Weibchen-Rotte wird von einer Leitbache angeführt, dem ältesten, erfahrensten und größten Tier. Die Treue zur Leitbache geht so weit, dass die anderen Tiere sogar ihren Kinderwunsch nach der Ranghöchsten orientieren. Ist die Leitsau „rauschig“, wie das in der Jägersprache heißt, stellen auch die anderen ihre Hormone auf Empfangsbereitschaft. Wird die Chefin aber abgeknallt, sind die übrig gebliebenen so desorientiert, dass sie nicht mehr wissen, wann Paarungszeit ist, und das ganze Jahr über Nachwuchs zeugen …
Jäger erzeugen die Wildschweinplage und regeln diese nicht, zumindest in dem Sinne, wie gerne verkauft wird.

...Jagd an sich finde ich besser als Massentierhaltung: so ein Reh hat ein schoenes Leben, leidet nur kurz und wird dann gegessen, anstelle zu sterben, um als Gammelfleisch auf dem Muell zu landen.

Wenn es in den Topf wandert, fänd´ ich es noch ok. Bösartiger weise unterstelle ich aber ein hohes Bedürfnis nach Anerkennung durch imposanten Trophäen. Selbst Sportfischer photographieren ihre größten Fänge - nicht die Leckersten.

Viele Jäger sind in meinen Augen aber nur schießwütige Arschlöcher...

Manche verstehen den Ausdruck Waldpolizei sehr weit:
Es war mit einem Mofa (Fahrrad mit Hilfsmotor) früher erlaubt, auf offiziellen Fahrradwegen zu fahren. Einige Jäger (bewusster Plural) fühlten sich in Unkenntnis der STVO berufen die 15 Jährigen unter Waffenandrohung festzuhalten. Zwar durften die Jäger 300DM bezahlen, aber einmal so´n richtiger Mann, wie im Western sein, ist schon geil.

Für Bayern gilt: „Die Voraussetzungen für die Ablegung der Jägerprüfung richten sich in Bayern nach der Verordnung über die Jäger- und Falknerprüfung (Jäger- und Falknerprüfungsordnung - JFPO). Danach müssen Bewerber mindestens 15 Jahre alt sein und eine theoretische und praktische Ausbildung nachweislich absolviert haben.

Zusammengefasst: Das Gefahrenpotential bewaffnet im Wald rum zu rennen, dabei auf Spaziergänger oder Haustiere treffend die ahnungslos sind, rechtfertig aus meiner Sicht die Überlegung, ob nicht mindestens eine Zulassungs-„MPU“ angemessen wäre.


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