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Playcat

Deutsche Mentalität

Empfohlener Beitrag

Geschrieben



Hallo Leute.
Als erstes, soll dieses Thema bitte keine politische Grundsatzdiskussion werden. Wäre schade, sonst müssen die MOD einschreiten.

Gestern war die Amtseinführung in der USA. Ein mächtiges Fest. So viele Menschen waren noch nie in der USA anwesend, und haben Ihren neuen Präsidenten gefeiert.
Natürlich ist die USA dafür bekannt, dass sie grundsätzlich mehr tamm tamm um jedes „bisschen“ macht.

Wenn ich das mal in Deutschland vergleiche, könnte man meinen, dass die deutschen sehr verklemmt und evtl. „scheiß egal“ Einstellung haben?

Ob so ein Fest in dieser Form wirklich Sinn macht, sei dahin gestellt. Aber man könnte meinen, das andere Länder viel mehr zeigen, was sie wollen.

Warum zeigen wir das nicht?
Ist es unsere Erziehung?
Mentalität?
Verkehrte zurück Haltung?

Auf der anderen Seite können wir sehr wohl starke Emotionen zeigen und leben. Siehe einfach mal die letzte WM.

Was meint ihr?











search39
Geschrieben (bearbeitet)

[COLOR="Navy"

Warum zeigen wir das nicht?
Ist es unsere Erziehung?
Mentalität?
Verkehrte zurück Haltung?

Auf der anderen Seite können wir sehr wohl starke Emotionen zeigen und leben. Siehe einfach mal die letzte WM.

Was meint ihr?
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liegt warscheinlich immer noch an unserem dunkelen braunen erbe...

denn auch die welt war ja über unsere feierlaune zur wm 2006 überrascht

und man kann es auch makaber sehen, dass eine merkel oder schröder keinen hinter ofen vorlocken...

aber 11 kicker schaffen das locker

wo liegt da die wertschätzung?


bearbeitet von search39
Ballou1957
Geschrieben

Einspruch Euer Ehren!

Die letzte Fußball-WM hat dann doch auch ein etwas anderes Bild gezeigt.

Ehrlich gesagt, ist es mir lieber, wenn solche Begeisterung bei unpolitischen Themen aufkommt und auf der politischen Ebene Euphorie etwas gedämpfter stattfindet. Euphorie zeugt von überzogenen Erwartungen und hat leider in der Geschichte sehr oft bewiesen, dass daraus eine sehr unheilvolle Eigendymanik entsteht.

Erschwerend kommt hinzu, dass die letzten politischen Euphorie-Orgien zu einer sehr unheilvollen Entwicklung geführt hatten, deren Preis eine ganze Generation bezahlen mußte. Ich denke, nicht umsonst konnte sich - gerade bei der Fußball-WM - erst die Folgegeneration erstmals wieder von der Beklemmung befreien.


Geschrieben

@Playcat: Du hast den Kern der Antwort im eigenen Posting. Wenn man politisch nicht so fühlt, dann kann man ja auch nichts rauslassen.

Wir sollten aufhören, alles was "uns" von anderen unterscheidet entweder als Mangel, oder als Überheblichkeit zu werten. "Wir" sind, was "wir" sind, und die anderen Völker ebenso - (die Anführungszeichen sollen dokumentieren, dass des "den" Deutschen gar nicht gibt).


Geschrieben



In Richtung "Wertschätzung" wollte ich bewusst nicht gehen, da ich nicht zu politisch werden wollte.
Könnte jedoch ein Grund sein.......

Ja nun....mir geht es eher grundsätzlich um unser Verhalten.







jeano2
Geschrieben

....mir geht es eher grundsätzlich um unser Verhalten.

Da du dich ja mit einschliesst.....dann fang doch mal an uns dein Verhalten an Beispielen zu erläutern und das anderer Nationen dagegen zu halten.


SUSANNE_01
Geschrieben

Deutschland hat die Erfahrung gemacht wie es ist, wenn man in einem Staatsoberhaupt einen Heilsbringer sieht, Amerika noch nicht. Vielleicht liegt darin der Unterschied. Ich bin auch dafür das man die Politik sachlich nüchtern sieht. Wenn man an einen Politiker zu hohe Erwartungen stellt, wird es für den Politiker nur schwerer sie zu erfüllen.


Geschrieben



könnte man meinen, dass die deutschen sehr verklemmt und evtl. „scheiß egal“ Einstellung haben?



Im Allgemeinen werden zwar heftige Stammtischdiskussionen geführt, was man man machen müsste und sollte und könnte.
Das war es dann aber auch schon.
Die meisten Deutschen haben vermeintlich mehr Ahnung von Fussball als jeder Bundestrainer und mehr Ahnung von Politik als jeder Politiker.
Sie schwingen sich aber nicht mal auf wenigstens eine Jugendmannschaft zu trainieren oder in die Kommunalpolitik zu gehen.
Der Deutsche ist doch in der Regel angepasst und wer aus diesem Muster fällt, wird schief angeguckt,egal wo.

Vor x Jahren gab es in Frankreich einmal einen Streik der LKW Fahrer, ich weiss nur nicht mehr wegen was.
Ich war erstaunt wie das da durchgezogen wurde und es keine hinterfotzigen Streikbrecher gab.
In Deutschland wäre so etwas undenkbar.


Telefongeliebte
Geschrieben (bearbeitet)

Hätten wir jahrelang einen Präsidenten/Kanzler wie Bush gehabt und dann einen derart charismatischen wie Obama (der übrigens ja auch in Deutschland sehr bejubelt wurde), würden wir auch mehr feiern! In den USA werden von den Medien ja auch Politiker zu Popstars aufgebaut und manchmal würde ich mir wünschen, sie würden die Dinge rationaler angehen.

Aber generell hast du schon recht, unsere Mentalität ist irgendwie schwermütiger. Es fällt vielen Deutschen schwer, ausgelassen zu feiern oder sie können das nur mit dem entsprechenden Promillespiegel. Während in vielen Ländern auf Familien- oder Straßenfesten übermüdig gelacht und getanzt wird, bedarf es dazu in Deutschland meist eines Events (Karneval). Aber wie das immer so ist, hat diese Seite eben auch eine positive Kehrseite. Wir nehmen Probleme eher wahr und versuchen sie zu lösen.. so ganz plakativ verallgemeinert....


bearbeitet von Telefongeliebte
ähem Rechtschreibfehler
Leckerbaer6
Geschrieben (bearbeitet)

Zuerst muss man doch Amerika mit Europa/Deutschland vergleichen. Wo sind denn die Unterschiede?
Zum einen ein gänzlich unterschiedliches Wahlsystem (Wahlmänner), im Grundsatz nur zwei politische Lager die beide konservativ ausgerichtet sind. Ein Land deren Regierungen und die Menschen sich selbst gerne als "Gottes Volk/Arm" bezeichnen und die Menschheit missionieren will (egal mit welchen Mitteln, sie haben immer Recht). Ein Land, deren Menschen es so gut wie nie kennengelernt haben, wie es ist im eigenen Land eine Weltkrieg zu haben, zu erleben wie Millionen Menschen sterben, Städte usw. vernichtet werden. Es ist die Einstellung zu sich und dem eigenen Land, die dazu führt, dass die USA sich anmassen, den Weltherrscher/-meinungsführer zu spielen (ohne Werung ab dies richtig oder falsch ist).

Wir Deutsche "dürfen" doch gar nicht feiern, ansonsten schwingen unsere Nachbarn und einige Institutionen gleich wieder die Moralkeule und erinnern uns an die Vergangenheit.
Auch gibt unsere Demokratieform ein anderes Bild vor; in einem Mehrparteiensystem ist so eine Form der Amtseinführung fast nicht möglich. Auch ist die Machtfülle im Verhältnis Kanzler/ Präsident USA zu unseren Ungunsten sehr eingeschränkt (was Vor- und Nachteile hat; siehe z.B. Grossbritannien).

Es wäre schon ein grosser Schritt, wenn wir, als Generation die den Krieg nicht erlebt hat, beginnen würden auf die Leistung unserer Eltern (Aufbauzeit) stolz zu sein. Auch eine sinnvolle Verlegung des 3. Okt. auf den Tag des Mauerfalles wäre ein erster Schritt. Ein offensiver Umgang mit der Vergangenheit und dem Jetzt (Europa), ohne Angst (was sagen die anderen Nationen) wäre ein erster richtiger Schritt zu mehr Nationalstolz (ohne gleich wieder in die braune Ecke gedrängt zu werden) siehe Fussball-WM; wie ihn z.B. die Franzosen leben.


bearbeitet von Leckerbaer6
Segramon
Geschrieben (bearbeitet)

Es ist weniger eine Mentalitätsfrage (ohnedies glaube ich nicht recht an kollektive "Mentalitäten").
Die Feierlichkeiten bei einer Inauguration sind Folge des historisch gewachsenen politischen Systems der U.S.A.: so ist der Präsident gleichzeitig Staatsoberhaupt und Regierungschef. Demgegenüber hat sich in fast allen anderen westlichen Staaten ein Premierministersystem britischer Prägung durchgesetzt. In der westlichen Welt kennt nur das französische System ein so starkes Staatsoberhaupt (und prompt ähnliche Feierlichkeiten bei der Amtseinführung).
Die gestrige Inauguration steht zudem unter dem Eindruck der erheblichen Erwartungen und Herausforderungen. Dies konnte man ja auch der Inaugural Address (wer sich dafür interessiert: man kann sie u.a. bei CNN dot com oder time dot com finden) entnehmen: nachdem er President Bush für dessen "Dienste" gedankt hatte, rechnete er nachhaltig mit der Politik der gesamten vergangenen Ära (die bis Reagan zurückreicht) ab. Mit nahezu jedem Satz beschrieb er die politische, ökonomische und - für Amerikaner sehr wichtig - moralische Krise, mit der die Ära der vergangenen 30 Jahre endete und bekanne sich auch zu seinem Auftrag und die in ihn gesetze Hoffnung, diese Krise zu überwinden.
Die Rede war großartig, und wer sie verfolgt hat, kann verstehen, wieso sie so viele ergriffen hat.


bearbeitet von Segramon
Tastaturfehler (ich tippe immer richtig)
Geschrieben

Was ich nur jedem empfehlen kann ist mal längere Zeit im Ausland zu verbringen. Das öffnet einem vor allem die Augen über das eigene Land, Kultur und die Metalität.

Ich war ein Jahr in USA und 3 Monate in Chile, Südamerika und habe jeweils festgestellt, dass die Leute bei der ersten Begenung sehr offen und freundlich auf einen zugehen.
Doch wenn man eine Weile dort lebt merkt man das sich diese Bekanntschaften auf diesem Stand bleiben und wirkliche, tiefere Freundschaften eher die Ausnahme sind. Das soll auf keinem Fall wertend sein, aber es gibt eindeutig kulturelle Unterschiede.

Ja in Deutschland ist man vielleicht nicht so schnell emotionell und begeistert wie anders wo, aber wenn hier mal Gefühle geäußert werden, sind sie meist ehrlicher. Sieht man ja schon am Sprachgebrauch, ein Amerikaner wird viel öfter von Liebe "love" sprechen, als wir das tun.
Ich mag es so lieber wie es hier ist .

Aber es gibt natürlich immer Leute mit denen man sich super versteht, hier wie dort, man muss sich aber auf die andere Kultur einlassen können.


sleeping_beasty
Geschrieben

da Du das mit der Oberflaechlichkeit in Amerika schon gesagt hast, muss ich nicht noch mehr darueber schreiben.
Allerdings habe ich das Gefuehl, dass die Deutschen immer unzufriedener werden. Als ich vor 4 Monaten in D war und spazierengegangen bin, habe ich Leute, die mir entgegenkamen angelaechelt. Mache ich eigentlich immer. Nur in D habe ich relativ schnell damit aufgehoert, weil ich anstelle eines freundlichen Blickes zurueck fast immer ein misstrauisches Stirnrunzeln bekam. Auch die Gespraeche, die man so im Kaufhaus mithoert, gingen fast alle darum, wie schlecht es allen geht. Und das waren die Leute, die offensichtlich Geld zum Einkaufen hatten...
War das frueher froehlicher in Deutschland oder empfindet man in der Jugend ohnehin alles besser?


Geschrieben

Vielleicht ist dieser Gedanke ja eine der Ursachen für die Unzufriedenheit:


Geschrieben

Bei der ganzen Sache darf man auch nicht vergessen ,wie der Wahlkampf in Amerika geführt wird !
Dort gibt es richtige Wahlkampfpartys und es werden enorme Summen an Gelder raus geschmissen ,was hier undenkbar wäre.
Dort gibt es Privat Leute die ihr Vermögen in einen Wahlkampf stecken und es regt sich keiner auf ,hier regt man sich schon über einen Hopp auf .
Superstars treten für ihren Politiker auf ,hier will man sich eher dezent zurückhalten.
Da fängt schon der unterschied an. Und Wahlkampf wird natürlich auch hier ganz nüchtern betrachten ,was ich persönlich auch gut finde ,die Gelder sind woanders besser aufgehoben.


bangbangladash
Geschrieben

Hätten wir jahrelang einen Präsidenten/Kanzler wie Bush gehabt und dann einen derart charismatischen wie Obama (der übrigens ja auch in Deutschland sehr bejubelt wurde), würden wir auch mehr feiern...


Schon vergessen oder noch zu jung? Wir hatten immerhin 16 Jahre lang Kohl und als 1998 Rot/Grün mit Schröder und Fischer an der Spitze gewählt wurde, gab es – soweit ich mich erinnere – nicht gerade wenige große Parties in Berlin.
Dass diese eher „altdeutsch“ und nicht in der Form „passierten“, wie es in den USA üblich ist, steht auf einem anderen Blatt Papier...


Geschrieben

Der (heutigen) deutschen Mentalität traue ich mehr, als der (oberflächlichen) amerikanischen Mentalität.

Ich bin mir zum Beispiel gar nicht sicher, ob die meisten Amis überhaupt wissen, was oder warum sie da zur Zeit so euphorisch ausgelassen feiern. Und, so riesig dieses Land auch sein mag, so nah ist gleichzeitig meist der Tellerrand. Das amerikanische Volk wird meines Erachtens schon lange völlig überschätzt und entwickelt sich zudem zurück, weg von Demokratie und Aufklärung.
Leider schwappt diese Entwicklung ganz spürbar auch mehr und mehr zu uns herüber.


setzer
Geschrieben

Mein Lieber, ohne die Amis wären wir heute in der Gosse.


Geschrieben

Das sagt mein Vater auch immer, bedingungslos. Deutsche Mentalität halt!

Er vergisst aber völlig dabei, dass das Amerika von heute gar keinen Verdienst daran hat, dass wir nicht in der Gosse sind.


setzer
Geschrieben

Wären wir aber beinahe gewesen, weil die Arschlöcher in Amerika gezockt haben, mit unserem Geld.


Geschrieben

Zur Zeit kann ich da wirklich kein großes Vorbild sehen, weder in der Finanzwirtschaft, noch im Umweltverhalten oder der Weltpolitik.

Obama freut mich natürlich auch,
aber nur, weil er einer noch immer unterdrückten schwarzen Minderheit angehört ist er ja nicht automatisch der Messias jetzt.
Deswegen lieber erstmal verhalten beobachten, als voreilig Wunschvorstellungen feiern.


setzer
Geschrieben

Obama, ich kann nur dazu sagen, wie lange lebt er noch?


sleeping_beasty
Geschrieben

Obama ist der junge Schwarze, der alte McCain hat nicht gewonnen


setzer
Geschrieben

Ich meine nur, denke an Kennedy?


Leckerbaer6
Geschrieben

@setzer
Verständnisfrage: Weshalb wären wir ohne die Amis in der Gosse?

Ist ja ein Widerspruch zu Deinem nächsten Posting:
Wären wir aber beinahe gewesen, weil die Arschlöcher in Amerika gezockt haben, mit unserem Geld


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