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SinnlicheXXL

Heimat

Empfohlener Beitrag

SinnlicheXXL
Geschrieben

Als mir eben in der Spielecke eine Frage zum Thema Heimat in den Sinn kam, fiel mir auf, dass das ein Thema ist, über das man doch recht selten spricht. Leider ist es in Deutschland auch etwas vorbelastet und nun gibt es die, denen Deutschland über alles geht und die anderen, die immer was zu mosern haben und im Ausland am liebsten gar nicht als Deutsche erkannt werden möchten. Daher meine Frage:

Was bedeutet euch "Heimat"?

Ist es euer Geburtsort? Euer Wohnort? Dort, wo eure Familie/Freunde sind? Deutschland? Fühlt ihr euch überall zuhaus? Habt ihr manchmal Heimweh oder doch eher Fernweh? Vermisst ihr das Gefühl von Heimat oder ist euch so etwas völlig egal? Freut ihr euch im Urlaub, wenn ihr jemand aus eurem Ort trefft?.....


jeano2
Geschrieben

Heimat ist da wo man sich zuhause fühlt. (heimisch---> Heimat )

im Ausland sind die Dimensionen größer, also ist meine Heimat von dort aus betrachtet Deutschland. Biste in nem anderen Bundesland, dann ist es bei mir Thüringen. und so weiter.


Maigloeckchen65
Geschrieben (bearbeitet)

Hmmm. Zzt. fühl ich mich eher heimatlos. Konnte mich aber glaub ich noch nie wirklich irgendwo heimisch fühlen. Wohl fühlen ja, mehr aber nicht.

Das ich im Ausland manchmal nicht als Deutsche erkannt werden will, hat andere Gründe. Und ob ich mich über die getroffene Person freue, kommt auf die Person an.


bearbeitet von Maigloeckchen65
Geschrieben

Ich glaub, das richtige Gefühl von Heimat wird erst dann bei mir auftauchen, wenn ich mich eben dieser ein wenig entzogen habe. Hier geboren und aufgewachsen, bin ich bisher nur innerhalb meiner Stadt umgezogen und glaube, dass mir einfach die nötige Distanz fehlt um meine Heimatstadt (und entsprechend mein Heimatland) richtig wahrzunehmen.
Fremde Städte bieten meinem Auge immer mehr als Hannover, obwohl ich weiß, was es hier für schöne Ecken gibt, geht die aktive Betrachtungsweise im Alltag zu sehr unter.

Dennoch ist und bleibt Hannover, Niedersachsen, Deutschland meine Heimat im Sinne von 'meine Wiege'... auch wenn sämtliche Verwandtschaft inklusive meiner einer wegziehen sollte. Ob diese Stadt immer mein Zuhause sein wird, steht auf einem anderen Blatt.


Engelschen_72
Geschrieben

Meine Heimat ist da , wo meine Eltern und meine Freunde sind .
Wo ich mich zuhause , aufgehoben und verstanden fühle .
Also hier in Meenz


Telefongeliebte
Geschrieben

Maiglöckchen, bedauerst du das oder ist es dir egal? Wie fühlst du dich? als Bayerin? Deutsche?

Als ich von meinem Minidorf zum Studium in die nächste Großstadt zog, fühlte ich mich wie befreit und seither ist das meine Heimat, nach der ich auch immer sehr schnell wieder Heimweh bekomme.


Geschrieben

Ich glaub, das richtige Gefühl von Heimat wird erst dann bei mir auftauchen, wenn ich mich eben dieser ein wenig entzogen habe.

Das denke ich ebenso: Mancher Begriff wir erst richtig klar, wenn man sich sein Gegenteil vor Augen führt, es erlebt und begreift.

Was Heimat ist, merkt der, der in der Fremde ist.

Was Gesundheit ist, merkt der, der krank wird.

Was Liebe ist, merkt der, der sie verliert.


Maigloeckchen65
Geschrieben

Hach, Du stellt Fragen um diese Zeit.

Ich bin keine Bayerin, nur zzt. hier seßhaft. Ursprungsbundesland ist Sachsen und einige meinten, weil ich von dort komme, müsse ich auch den Dialekt sprechen (wohl bis ans Ende meiner Zeit). brrrr
Meine Freunde sind seeehr froh, dass ich das nicht so sehe.

Die Einordnung an sich stört mich schon. Bist Du Deutsche, Pfälzerin, evangelisch, katholisch ......


Oookusama
Geschrieben

Ich komme aus dem Pott, hier sind meine Wurzeln auch wenn ich eher als sowas wie ein Zugvogel zu bezeichnen bin und schon in halb Deutschland gelebt habe.

Aber Essen ist nun mal meine Heimat..lach

Zur Zeit pendeln wir zwischen Essen und Hannover, nette Stadt aber warm werde ich da nicht gerade, ich finde die Menschen zu 90 % so unterkühlt, mir fehlt das platt und einiges mehr.

lg

kusa


Maigloeckchen65
Geschrieben

Es gibt ein hoch interessantes Buch. Telefongeliebte, Du bist Schuld, ich muss wieder was bestellen – hach.
„Jobnomaden“ (der willige Leser kann bei ama… drin blättern) Davon hab ich schon in meiner Jugend geträumt. Ich wollte schon einen Ort, an den ich zurückgehen kann (keine Ahnung warum), aber ich hatte den Wunsch wechselnder Arbeitsorte, vorübergehend dort zu wohnen und dann wieder weiter ziehen. Allerdings erschien mir das damals nicht realisierbar zu sein. Die Zeiten ändern sich ...


>>"Woher kommen Sie?", fragte er. "Von vielerorts."<< Paulo Coelho


asx0
Geschrieben

... und im Ausland am liebsten gar nicht als Deutsche erkannt werden möchten.

Definitiv!

Ist es euer Geburtsort? Euer Wohnort? Dort, wo eure Familie/Freunde sind? Deutschland?

Meine Geburtsstadt, in der ich auch aufgewachsen bin.

Fühlt ihr euch überall zuhaus?

Also überall nun auch nicht, aber prinzipiell ist das an verschiedenen Orten so. Ubi bene, ibi patria!

Habt ihr manchmal Heimweh oder doch eher Fernweh?

Nö.

Vermisst ihr das Gefühl von Heimat oder ist euch so etwas völlig egal?

Egal.

Freut ihr euch im Urlaub, wenn ihr jemand aus eurem Ort trefft?.....

Hmm, das ist meist ernüchternd.

asx0


Geschrieben (bearbeitet)

Heimat ist da wo ich mich wohl fühle,wo es mir gelungen ist ein Nest für uns zu schaffen.

Meine Eltern und vor allem meine Oma,waren völlig entsetzt als wir vor 18 Jahren,einfach so,die "Heimat" verlassen haben.Wenn ich mich aber an dem Ort,an dem ich zufällig geboren bin,nicht wirklich wohlfühle,dann pack ich meine Klamotten und such mir was passenderes.Erst als wir ihnen erklärt hatten,das es doch ein großer Unterschied ist,wenn jemand seine Heimat verlassen muß oder so wie wir sich nicht wohlfühlt,haben sie es zwar akzeptiert,aber so richtig verstanden bis heute nicht.

Noch weiter weg vom Elternhaus jederzeit ,solange die Amtssprache deutsch ist,nur nicht wieder dahin zurück.

Susi


bearbeitet von susiundmann47
Geschrieben

heimat ist für mich die kleinstadt in der ich geboren und aufgewachsen bin .
ich bin also auch so ein altmodischer mensch der sein leben lang an einem ort wohnen möchte .

lange jahre lang war ich beruflich in ganz deutschland und teilweise europa unterwegs aber zuhause war ich erst dann wenn unsere kleine stadt am rande des kleinen gebirges auftauchte .


Geschrieben

Heimat ist da, wo ich geboren und aufgewachsen bin, auch wenn ich seit 12 Jahren nicht mehr da wohne.
Meine Familie ist da noch, ein- bis zwei Mal pro Jahr schaffe ich es, sie zu besuchen (ist halt ne ganze Ecke weit wech...)

Heimat ist aber auch da, wo meine Freunde sind - und das ist grad ne Etage höher bzw. ein paar km entfernt

Trotzdem fühle ich mich immer noch mehr als Franke als als Niedersachse und das wird wohl auch weiter so bleiben.


Geschrieben

Hi,
Heimat ist für uns da wo wir uns wohl fühlen und da wir 6-8 Monate im Jahr in Holland verbringen ist Holland unsere Heimat geworden

Gruß Gaby


Geschrieben

Ich bin schon so oft umgezogen, dass sich nie ein Heimatgefühl eingestellt hat, wohl aber regelmäßig Fernweh.


Geschrieben

Als Jugendliche musste ich aus Berlin wegziehen aufs flache Land... ich war sehr unglücklich und hatte mir geschworen, nach der Ausbildung wieder zurück zu gehen - dann kam aber der Mauerfall und "mein" Berlin war nicht mehr das, was es einmal war.
Da fühlte ich mich schon etwas heimatlos.

Obwohl ich dann fast 20 Jahre in einer Kleinstadt gelebt habe, bin ich dort nicht wirklich heimisch geworden.

Jetzt habe ich meine Heimat gefunden - bei meinem Mann auf dem platten Land.
Ich bin letztens erst von einer Freundin gefragt worden, ob ich nicht für 2-3 Nächte nach Hamburg mitfahren wolle... das ist mir aber zu lange. Max. 1 Nacht halte ich aus, danach werde ich unruhig und will unbedingt nach Hause. Früher war mir sowas egal.



Frau lucky


mollypassion
Geschrieben


als echte kölsche ist der kölner raum sowohl meine heimat als auch mein zuhause.

selbst mein leben über viele jahre in frankfurt/m und umgebung und auch mit familie in südamerika haben an diesem gefühl nichts geändert.

während meiner zeit in hessen, in der ich auch heiratete und kinder bekam, lebten meine eltern über jahre hinweg in würzburg
und trotzdem blieb auch damals mein zuhause-gefühl im rheinland.

nun lebe ich wieder bei köln, zuhause eben, was aber nicht ausschließt, daß es mich irgendwann wieder woanders hin verschlägt,
wer weiß schon was das leben so alles auf lager hat für einen.

aber zuhause ist und bleibt für mich : kölle !

molly!


Geschrieben

Meine Heimat ist der Ort wo ich mich geborgen fühle.
Also ist es die Kölnerecke, hierkann ich mich ausbreiten und weiß wo ich hingehöre.
Ich kann überall wohnen und leben, aber dieses Gefühl der Vertrautheit habe ich nur hier.


Nuala
Geschrieben

Heimatgefühl

Als ich noch ganz jung war,
konnte ich die Welt nicht bereisen.
Ich lebte hinter einem Vorhang,
der war härter noch als Eisen.

So manches Mal hab ich dann
sehnsuchtsvoll am Globus gedreht,
mich dabei oftmals gefragt,
wie man wohl anderswo lebt.

Ich sah an meiner Wand
die vielen bunten Ansichtskarten
und träumte manchmal stundenlang
von Palmenstränden ferner Staaten.

Die Zeiten änderten sich
und plötzlich lag ich voller Wonne,
in St. Moritz am See
und unter spanischer Sonne.

Ich habe schöne Länder bereist,
doch wenn ich zu mir ehrlich bin,
gibt es nur zwei Orte auf der Welt,
die Heimat zu nennen, macht einen Sinn.

Heimat ist da, wo mein Herz schlägt,
Freunde und Familie den Mittelpunkt bilden,
die mir Liebe, Halt und Kraft geben
und nicht in irgendwelchen südlichen Gefilden.

Heimat ist für mich aber auch dort,
wo alles kleiner wird bei späteren Besuchen,
Fischerdörfer, das Rauschen der Ostsee,
satte Wälder voll Eichen und Buchen.


Das ist für mich Heimat


jeano2
Geschrieben

so, ich hab da noch was zu meinem ersten statement hinzuzufügen.

Heimat spürt man. Das wissen wir ja und und das macht es auch aus.

Ich habe meine Kindheit und Schulzeit auf dem Lande verbracht und da bin ich jetzt wieder. So ca. 300 m hinter unserer Gemeinde/Dorf verläuft die ehemalige Kreisgrenze, die sich ach auf die Zuordnung der Kinder zu den Schulen auswirkte.
Somit gabs keinen Kontakt zu den Leuten/Kindern im Nachbardorf im anderen Kreis. Der einzige halbwegs befahrbare direkte Weg dahin mußte seinerzeit landwirtschafttlichen Interessen weichen.

Und heute ist es immer noch so das ich mich in den Nachbardörfern, aus denen sich auch meine Schulkameraden rekrutierten, mehr zu Hause fühle als im 600m entfernten Dorf hinter der ehemaligen Kreisgrenze. Obwohl ich dort sogar Verwandtschaft habe. Ich bin dort "fremd".


Telefongeliebte
Geschrieben

Meine Heimat ist die Stadt, in der ich lebe, denn hier sind meine Familie, meine Freunde und ich mag sie einfach, denn sie ist offen, tolerant und grün. So groß, dass es alles gibt und man anonym bleiben kann und gleichzeitig so klein, dass man überall mit dem Fahrrad hinkommt und beim Stadtbummel immer auch Bekannte trifft. Ich mag auch, dass es hier sehr weltoffen und international zugeht.

Ich mag auch Franken sehr, denn die Landschaft ist vielfältig, romantisch und schön. Außerdem gibt es sehenswerte Städte, Schlösser und Burgen.

Na ja, als Bayerin fühle ich mich zwar auch, aber das ist eher ein zwiespältiges Gefühl. Es ist hier stabil und relativ wohlhabend, dafür habe ich aber sonst vieles auszusetzen.

Natürlich fühle ich mich auch deutsch, denn schließlich ist das meine Sprache und Kultur. Global gesehen geht es uns vergleichsweise gut und ich mag auch, dass man hier oft grüblerischer und kritischer ist als in anderen Ländern. Leider finde ich, dass Deutschland im Ausland oft falsch eingeschätzt wird. Hier ist es nicht nur "ordentlich und sauber " (was ich v.a. in England immer hörte) sondern es gibt auch eine unheimliche landschaftliche und kulturelle Vielfalt. Deutschland ist schön grün und vor Naturkatastrophen sind wir weitgehend verschont.

Logischerweise sehe ich mich auch als Europäerin und finde es wunderbar, dass diese ewigen nationalen Konflikte der letzten Jahrhunderte weitgehend überwunden sind. (Noch) ist Europa reich und stabil und bietet so tolle Werte wie Demokratie und Liberalität und im Vergleich zu anderen Kontinenten weitgehende Gleichstellung von Mann und Frau.

Zuletzt fühle ich mich einfach als Mensch, der sich bewusst ist, Glück gehabt zu haben. Und ich weiß auch, dass mein Empfinden subjektiv ist. Wäre ich zufällig an irgendeinem anderen Ort der Welt aufgewachsen, würde ich mich dort verwurzelt finden und dessen Vorzüge preisen.

Einige ausländische Freunde von mir bemängeln immer den mangelnden Nationalstolz der Deutschen. Aber stolz bin ich auf eine Leistung für die ich etwas kann und es macht gar nichts, wenn es hier nicht diesen Hurra-Patriotismus gibt wie in vielen anderen Ländern.

Nuala, das ist ein toller Text!!!


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